Robinson: The Journey - Dinosaurier vs PlayStation VR

Dinosaurier mögen der Vergangenheit angehören, VR ist hingegen für viele die Zukunft. Wie gut beides zusammenpasst, hat mir ein Blick auf Robinson: The Journey gezeigt.

von Rae Grimm,
24.08.2016 09:00 Uhr

Robinson: The Journey - Neuer E3-»An Adventure Begins«-Trailer des VR-Spiels Robinson: The Journey - Neuer E3-»An Adventure Begins«-Trailer des VR-Spiels

Wie viele Kinder der 90er bin ich mit der Jurassic Park-Reihe groß geworden, die dafür gesorgt hat, dass Dinotapete meine Kinderzimmerwände zierte und Paläontologin irgendwo auf meiner Liste an potenziellen Berufswünschen stand. Mittlerweile habe ich zwar sowohl eine andere Tapete als auch einen anderen Job, trotzdem kam ich auf der Gamescom 2016 den Dinosauriern so nah wie nie zuvor.

Zu verdanken habe ich das Robinson: The Journey, einem der neuen Spiele des deutschen Studios Crytek, das exklusiv für PlayStation VR entwickelt wird. Bereits in den letzten Jahren präsentierte Crytek auf Messen beeindruckende Tech-Demos mit Dinosauriern, bevor das Science-Fiction-Spiel, in dem ihr einen auf einem urzeitlichen Planeten gestrandeten Jungen spielt, offiziell angekündigt wurde.

Die reduzierte Demo, die auf der Gamescom gezeigt wurde, war laut Aussage von Producer Fatih Özbayram um einiges linearer, als das eigentliche Spiel es sein wird. Ein wichtiger Teil von Robinson: The Journey soll nämlich die Erkundung werden, die der schmale Level, den ich spielen durfte, noch nicht zeigte.

Robinson: The JourneyRobinson: The Journey

Nach einem Angriff durch ein paar Velociraptoren lotste mich mein schwebender Roboterbegleiter immer höher in die Wipfel gigantischer Bäume, die mich mehr und mehr vom Boden entfernten. Ähnlich wie auch bei Cryteks The Climb wurde Schwindelfreiheit von mir verlangt, während ich immer höher kletterte. Anders als bei dem Oculus-Titel, den Dom für uns anspielte, steuerte ich meine Bewegungen allerdings mit einem PlayStation-Controller. Interessant war dabei vor allem die Bewegung meines Ingame-Körpers über den rechten Stick. Während ich von Demos wie Resident Evil 7: Beginning Hour einen flüssigen Übergang gewohnt war oder aus Batman Arkahm VR einen Beam-Mechanismus kenne, konnte ich mich bei Robinson: The Journey nur auf Raten im 30-Grad-Winkel drehen.

Persönlich fühlte sich das für mich seltsam und alles andere als natürlich an, allerdings verriet mir Fatih Özbayram, dass sie bei rund 100 Personen verschiedene Arten der Drehung getestet hätten und diese Methode als klarer Sieger hervorgegangen wäre. Allerdings, so merkte er an, wird es im endgültigen Spiel einige Anpassungsmöglichkeiten geben, um euch die VR-Erfahrung so angenehm wie möglich zu machen. Denn ganz offenbar scheint jeder allein die kurze Demo von Robinson: The Journey ein wenig anders zu spielen.

Das liegt weniger an der (nicht vorhandenen) Freiheit des Levels, sondern eher daran, dass es selbst für VR-Verhältnisse eine besondere Erfahrung ist. Mittlerweile konnte ich schon einige Virtual-Reality-Spiele spielen, allerdings gehört Robinson bisher zu meinen Favoriten. Es war eine der seltenen Erfahrungen, die sich weniger wie ein Minigame und vielmehr wie der Vorgeschmack auf ein richtiges Spiel angefühlt hat.

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Mein Roboter-Begleiter führte mich in die Baumspitzen, ließ mich dabei an Pilzen nach oben klettern und mit Hilfe von Kopfbewegungen kleine Rätsel lösen. Auf meinem Weg begegnete ich einem Diplodocus, dessen Kopf mir den Durchgang verwehrte und ihn erst freigab, nachdem ich eine Möglichkeit gefunden hatte, ihn abzulenken und zu füttern. Dies hat mich stark an jene Szene im ersten Teil der Jurassic Park-Reihe erinnert, in der die Kinder und Dr. Grant die Nacht im Baum verbringen und von friedlichen Dinosauriern geweckt werden. Es war die Art von Moment, die ich mir als Kind erträumt hatte und von der ich nie geglaubt hatte, sie jemals zu erleben.

Auf die Frage, wie lang Robinson: The Journey sein würde, konnte mir Fatih Özbayram keine definitive Antwort geben. Das läge allem voran daran, dass jeder das Spiel anders wahrnehmen und sich anders Zeit lassen würde. Während ich für den reduzierten Level rund 20 Minuten gebraucht habe, gibt es durchaus Spieler, die über eine Stunde damit verbracht haben, sich einfach umzusehen. Allerdings soll Robinson kein Minispiel werden, sondern wie eine AAA-Erfahrung behandelt. Ihr dürft daher damit rechnen, dass der PlayStation-VR-Titel euch auf jeden Fall länger als nur zwei oder drei Stunden beschäftigen wird. Je nachdem, wie lange ihr damit verbringt, einfach nur gigantische Dinosaurier anzustarren und euch wieder wie ein kleines Kind zu fühlen, für das solche Momente noch im Bereich des Möglichen lagen.

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