Sonys neuer Top-Fernseher ist kein OLED, könnte euch aber die Augen ausbrennen

Mini-LED statt OLED – Sony geht beim kommenden TV-Line-Up einen Schritt bei der Display-Technik zurück, nur um eine beeindruckende Leuchtkraft von 4.000 Nits zu erzeugen.

Mini-LED war im High-End-Segment eigentlich out, jetzt könnte ein Comeback folgen. Mini-LED war im High-End-Segment eigentlich out, jetzt könnte ein Comeback folgen.

Auf der Consumer Electronics Show, die vom 9. bis 13 Januar in Las Vegas abgehalten wird, fehlt Sonys TV-Sparte eigentlich. Dennoch dürften die neuen Fernseher des Unternehmens für Schlagzeilen sorgen, denn mit einem Verzicht auf OLED oder gar QD-OLED richtet sich die Strategie des PlayStation-Unternehmens gegen die versammelte Konkurrenz. Das muss aber gar nicht mal schlecht sein.

Neue LED-Technik auf geheimer Präsentation gezeigt

Bereits im vergangenen November hat Sony einflussreiche TV-Experten eingeladen, um eine neue Backlight-Technik zu zeigen, die OLED-Fernsehern den Kampf ansagen soll. Im Kern soll sie Schwächen der älteren und günstigeren Mini-LED-Technologie beseitigen.

Unter anderem sorgen neuartige LED-Steuerelemente dafür, dass die Hintergrundbeleuchtung der Fernseher in vielen Zonen des Bildes gedimmt werden kann, wodurch ein echtes Schwarz und hohe Kontrastwerte erreicht werden.

Sony hat auf der Präsentation links das eigentliche Bild und rechts die Helligkeitsverteilung eingeschaltet. Aufgrund der präziseren Helligkeitsverteilung sind die Kontraste sehr stark. (Bildquelle: Digital Trends Youtube) Sony hat auf der Präsentation links das eigentliche Bild und rechts die Helligkeitsverteilung eingeschaltet. Aufgrund der präziseren Helligkeitsverteilung sind die Kontraste sehr stark. (Bildquelle: Digital Trends / Youtube)

Die Steuerelemente sollen kleiner als ein Sesamkorn sein und damit in großer Stückzahl verbaut werden können. Hier könnt ihr sie auf der Rückseite eines Backlight-Panels sehen:

Dieser kleine Chip ist eines der LED-Steuerelemente, Treiber genannt. (Bildquelle: HDTVtest Youtube) Dieser kleine Chip ist eines der LED-Steuerelemente, Treiber genannt. (Bildquelle: HDTVtest / Youtube)

Hinzu kommt ein leistungsfähiger, KI-gestützter Bildprozessor, der Farb- und Luminanzwerte analysiert sowie für das Display-Panel optimiert. Außerdem soll er in der Lage sein, die LED-Hintergrundbeleuchtung stufenlos zu regulieren.

Die einzelnen Bildzonen sollen also tatsächlich im klassischen Sinne gedimmt werden können, statt auf vorab festgelegte Zwischenstufen zurückzugreifen. Kontraste und Farbverläufe dürften damit eine viel bessere Wirkung als auf vorherigen Mini-LED-TVs entfalten.

Auch die größte Stärke von LED-Technik wird voll ausgenutzt

LED-TVs haben im Vergleich zu OLED-Fernsehern den Vorteil, bei vergleichbarem Energieverbrauch eine höhere Spitzenhelligkeit zu erzeugen. Typische Helligkeiten im Premium-OLED-Segment liegen bei etwa 1.400 Nits, Sony möchte jedoch einen Bereich von 4.000 Nits erreichen.

Das suggeriert zumindest eine Aussage des Unternehmens, wonach die kommenden Mini-LED-Fernseher vom hauseigenen, knapp 34.000 Euro teuren Referenzmonitor BVM-HX3110 inspiriert wurden.

Dieser wurde entworfen, um HDR-Inhalte in der Filmbranche zu mastern, "ähnliche Helligkeiten", wie Sony sie andeutet, wären also ein ordentlicher Sprung von ungefähr 1650 Nits beim bisherigen Mini-LED-Flaggschiff X95L.

OLED-Fernseher haben beim durchschnittlichen Helligkeits-Level klar die Nachsicht. (Bildquelle: HDTVtest Youtube) OLED-Fernseher haben beim durchschnittlichen Helligkeits-Level klar die Nachsicht. (Bildquelle: HDTVtest / Youtube)

Der Energieverbrauch soll dabei auch weitaus niedriger als in der Vergangenheit sein: Sony hat mit der ZG9-Reihe vor vier Jahren schon 8K-LED-Fernsehr gezeigt, die die 3.000 Nits-Marke geknackt haben.

Der Stromverbrauch war mit über 600 Watt im HDR-Betrieb allerdings exorbitant hoch – so viel schluckt normalerweise ein ganzer Mittelklasse-PC.

Dank der bereits erwähnten Steuerelemente ist der Energiebedarf allerdings deutlich gesunken, er soll sogar weitaus niedriger liegen als bei vergleichbaren OLED-Modellen in ähnlichen Größen und das trotz der extremen Spitzenhelligkeit.

Was sagt die Fachpresse?

In vielen Vergleichen unter Profis aus der Film- und Werbebranche ging der letztjährige A95L-QD-OLED von Sony als deutlicher Sieger hervor, da er mit seiner Farbreinheit und Helligkeitsverteilung ganz klar an der Spitze rangierte.

Der Tech-Riese hat also die Vorteile, die OLED birgt, wie kein ein anderer TV-Hersteller für sich nutzen können.

Der A95L ist schlicht und momentan die Spitze im Hinblick auf Bildqualität, aber auch sehr teuer. Der A95L ist schlicht und momentan die Spitze im Hinblick auf Bildqualität, aber auch sehr teuer.

Ein Vorstoß in Sachen Mini-LED kommt daher überraschend, Branchen-Experten wie Vincent Teoh von HDTVtest und Caleb Denison von DigitalTrends zeigen sich von der Technik jedoch begeistert.

In andere Bereiche überstrahlende Bildartefakte seien deutlich geringer geworden, weshalb die höhere Helligkeit auch viel besser wirken könne

Außerdem hofft Sony auf eine bessere Unterstützung seitens der Industrie: Nun, da bezahlbare Referenzmonitor mit 4.000 Nits am Markt sind, könnten auf den Mini-LED-Fernsehern an hohe Spitzenhelligkeiten angepasste Filme und Spiele am besten dargestellt werden.

Bis wir einen echten Vergleich zu konventionellen OLED-Fernsehern haben, wird es aber noch ein Weilchen dauern, da noch kein echter Vorführtermin kommuniziert wurde.

Könnten 4.000 Nits vielleicht schon zu viel für euch werden? Oder empfindet ihr euren aktuellen Fernseher als viel zu dunkel?

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