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Auf geht's

Super Mario Odyssey - Eine Reise zu neuen Ufern

Auf dem Nintendo Switch-Debüt von Super Mario lastet großer Druck, denn neben The Legend of Zelda: Breath of the Wild muss Super Mario Odyssey als First Party-Flaggschiff weitere Kaufgründe für die Konsole liefern. Und das scheint dem Spiel zu gelingen.

von Hannes Rossow,
20.09.2017 15:00 Uhr

Super Mario Odyssey fühlt sich ein bisschen wie Urlaub an. Aber Urlaube können uns auch vor Herausforderungen stellen. Super Mario Odyssey fühlt sich ein bisschen wie Urlaub an. Aber Urlaube können uns auch vor Herausforderungen stellen.

Schon als die Nintendo Switch das erste Mal der Öffentlichkeit vorgestellt wurde und die neue Hardware mit ihrem originellen Konzept für Aufsehen sorgte, schmuggelte Nintendo ein paar Gameplay-Szenen zu einem neuen Super Mario-Spiel in den Trailer. Es sollte noch drei Monate dauern, bis Super Mario Odyssey endlich offiziell angekündigt wurde, doch die Botschaft war eindeutig: Der schnauzbärtige (Ex-)Klempner soll den endgültigen Beweis liefern, dass der Traditionsentwickler aus Japan mit der Switch wieder auf dem richtigen Weg ist.

Im Rahmen eines Preview-Events durfte ich mich ohne zeitliche Begrenzungen mit Super Mario Odyssey beschäftigen und habe ein Spiel erlebt, das sich ebenso zu neuen Ufern aufmacht wie Nintendo selbst. Das zentrale Thema, mit dem Mario durch die unterschiedlichsten Königreiche hüpft, ist nämlich die Reise um den Globus. Drei dieser Königreiche (Hutland, Küstenland und Schlemmerland), die Mario während seiner Abenteuer besucht, konnte ich ausgiebig anspielen und mich dabei von der neuen, offenen Level-Struktur überraschen lassen.

Super Mario Odyssey - Gameplay-Trailer zeigt neue Welten, Minispiele, “Crazy Cap Stores” & mehr 7:32 Super Mario Odyssey - Gameplay-Trailer zeigt neue Welten, Minispiele, “Crazy Cap Stores” & mehr

Hut ab!

Schon der Name deutet an, dass es uns in Super Mario Odyssey auf eine beschwerliche Reise verschlägt. Doch anders als der tragische Sagenheld Odysseus erinnert Mario auf Weltreise eher wie ein Abenteuer-Tourist, der so viel wie möglich auf seinem Trip erleben möchte. Für jedes Königreich, das er besucht, sammelt er Sticker für sein Raumschiff, orientiert sich mit Reiseführern in der Spielwelt und verschafft sich mit dem nächsten Ausguck einen Überblick über die nähere Umgebung.

Das berühmte Frosch-Kostüm feiert in Super Mario Odyssey ein Comeback.Das berühmte Frosch-Kostüm feiert in Super Mario Odyssey ein Comeback.

Dennoch bleiben die Hintergründe für Marios Reise um die Welt vergleichsweise seriös. Denn eigentlich ist der Hüpfer mit der roten Mütze auf der Jagd nach Bowser, der Prinzessin Peach entführt hat und sie zur Heirat zwingen möchte. Doch dieses Mal ist Mario bei seiner Rettungsaktion nicht allein, denn bei einem unfreiwilligen Zwischenstop im Hutland bekommt er Hilfe von einem sprechenden Zylinder angeboten. Dessen Schwester Tiara wurde nämlich ebenfalls entführt und soll als Kopfschmuck für die Hochzeitsbraut dienen.

Viel tiefer konnte ich in die Story von Super Mario Odyssey zwar nicht hinabsteigen, im Kontext der Reihe gehört die fantasievolle Geschichte aber wohl eher zu den komplexeren Angelegenheiten. Wirklich überzeugen kann das Spiel aber ohnehin erst mit dem Gameplay und hier scheint Nintendo, wie Mario selbst, neue Ufer anzusteuern, die das klassische Mario-Gameplay mit neuen Ideen erweitern sollen.

Erkundung statt Level-Highscores

Anders als noch in Super Mario 3D World, dem letzten Hauptableger der Jump 'n' Run-Reihe, rücken geradlinige Level wieder in den Hintergrund und Nintendo lässt uns offene Spielareale frei erkunden. Anstatt also einfach nur den Levelausgang zu finden und zu erreichen, erledigen wir in Super Mario Odyssey eine Reihe an Aufgaben, bis wir dann endlich die sogenannten Power-Monde in den Händen halten. Letztere brauchen wir als Treibstoff für die Odyssey, das hutförmige Raumschiff, mit dem Mario um die Welt fliegt.

Das Schlemmerland bietet kulinarische Abenteuer und experimentelle Grafik-Designs. Das Schlemmerland bietet kulinarische Abenteuer und experimentelle Grafik-Designs.

Die einzelnen Level unterscheiden sich nicht nur in ihrem Setting, sondern greifen auch mal zu eigenwilligen Designs. Während das idyllische Küstenland an das maritime Flair von Super Mario Sunshine einfängt, erinnert das Schlemmerland an Low-Poly-Experimente wie Grow Home. Teilweise sind die Welten an reale Orte angelehnt und wir hüpfen in New Donk City durch die Mario-Version von New York oder die Königreiche bleiben gänzlich fantastisch, so wie das Hutland, in dem lebendige Hüte in Hüten wohnen.

Wir benötigen immer mehrere Power-Monde, um den Zugang zu neuen Welten freizuschalten. Das bedeutet aber nicht, dass wir alle Monde entdecken müssen, die ein Level zu bieten hat. In der Regel gibt es in den unterschiedlichen Königreichen weit über 50 dieser Sternkörper zu finden. Wer wirklich alle einheimsen möchte, muss erfinderisch sein. Jedes Königreich ist größer und verwinkelter als es auf den ersten Blick scheint. Wer genau hinschaut, kann sogar ein Comeback der betretbaren Gemälde aus Super Mario 64 entdecken.

Mario, der Gestaltenwandler

Viele Monde verstecken sich hinter Rätseln, nicht einsehbaren Orten oder Levelabschnitten, die nur mit Hilfe neuer Fähigkeiten erreicht werden können. Hier kommt dann die wichtigste Neuerung von Super Mario Odyssey zum Einsatz: Mit einem gezielten Mützwurf kann Mario seine Gegner "capern" und die Kontrolle über sie erlangen. Erst durch die neu erlangten Fertigkeiten, kann Mario dann die entsprechenden Hindernisse überwinden.

Sich als Goomba zu verkleiden, hat viele Vorteile.Sich als Goomba zu verkleiden, hat viele Vorteile.

So kann Mario zwar auch tauchen, dies aber nur eine begrenzte Zeit und mit eingeschränkter Bewegungsfreiheit. Doch wenn er den Cheep-Cheep-Fischen in der Küstenwelt seinen Hut aufsetzt, kann er schnell und geschmeidig den großen Meeresboden nach Monden absuchen. In der Schlemmerwelt hingegen kann er das Äußere eines Goomba annehmen und sich dann so an eine schreckhafte Artgenossin heranschleichen, die einen Power-Mond versteckt hält.

Andere Länder, andere Sitten

Aber die Mütze aus Super Mario Odyssey dient nicht nur als Gedankenkontroll-Gerät, das es Mario ermöglicht, sich die Fähigkeiten seiner Gegner à la Kirby zu Eigen zu machen. Darüber hinaus lässt sich die Kopfbedeckung auch als Werkzeug, Waffe oder Trampolin einsetzen. Dadurch wirkt die Mütze nicht wie ein zusätzliches Feature, das die Entwickler Mario an die Hand geben, sondern sie ergänzt das Move-Set von Mario und dessen Interaktionsmöglichkeiten mit der Spielwelt auf gleich mehrere Weisen.

So modern und irgendwie auch anders Super Mario Odyssey durch die offenen Areale und die neuen Spielmechaniken aber auch wirkt, so sehr ist das Spiel von der 30-jährigen Geschichte der Reihe durchwoben. Am deutlichsten dürften das vor allem Fans von Super Mario 64 merken. Denn die verschiedenen Sprungmanöver, die wir in Super Mario Odyssey ausführen können, sind an die Hüpfeinlagen angelehnt, die Mario im N64-Klassiker von 1996 zur Verfügung stehen.

Aber auch sonst weiß Super Mario Odyssey zu jeder Zeit um die eigene Tradition. So kann Mario beispielsweise in den diversen Shops neue Outfits kaufen, die an viele bekannte und unbekannte Auftritte des Nintendo-Maskottchens erinnern.

Der angenehme Mix aus neuen Ideen und vielen Wiedererkennungsmerkmalen aus älteren Teilen lässt Super Mario Odyssey wie eine gelungene Modernisierung der Reihe wirken. Mit derselben Methode hat Nintendo schon in Breath of the Wild dafür gesorgt, The Legend of Zelda zum Game of the Year-Kandidaten zu erheben. Vielleicht gelingt dies hier ja ebenso.

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