Titanfall - Test zum Expedition-DLC - Müder Dschungeltrip

Mit dem Expedition-DLC ist die erste von drei Map-Erweiterungen für den Multiplayer-Shooter Titanfall erschienen. Im DLC-Test verraten wir, ob das Karten-Addon seine zehn Euro wert ist?

von Stefan Köhler,
17.05.2014 13:54 Uhr

Titanfall - Gameplay-Trailer zeigt den DLC »Expedition« 2:30 Titanfall - Gameplay-Trailer zeigt den DLC »Expedition«

Der Karten-DLC Expedition für den Multiplayer-Shooter Titanfall gewinnt preislich mit zehn Euro gegenüber den Download-Konkurrenten von Battlefield 4 und Call of Duty: Ghosts. Dafür bietet die Erweiterung aber auch nur drei Multiplayer-Karten - keine neuen Waffen, keine neuen Perks, keine neuen Titanen.

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Abfluss

Wen man nur drei Karten liefert, müssen die richtig krachen. Das ist beim Expedition-DLC nicht durchweg der Fall. Denn Abfluss (Runoff) ist grau in braun und spielt sich wie eine Mischung aus Corporate und Rise: Lange Korridore und das Art-Design aus Rise, viele Sprünge und verwinkelte Fabrik-Innenräume von Corporate.

Grundsätzlich geht das Kartenlayout in Ordnung, allerdings ist der namensgebende Abflussgraben eine Todeszone - geht ein Sprung daneben, fällt man hinunter und wird zur Zielscheibe für alle Feinde. Da retten auch die spärlich verteilten Eingänge zu den Gebäuden nicht, die als letzte Rettung dienen sollen. Verpasste Chance und - neben dem bereits bekannten Design - daher die schwächste der drei neuen Karten.

Abfluss Abfluss (Runoff) spielt in einem Abwasserwerk - durch die Mitte der Karte zieht sich ein langer Graben.

Wie Rise und optisch genauso öde Die Gebäude und das Design kennt man schon irgendwo her. Tatsächlich erinnert die Karte sehr an die Map Rise aus dem Hauptspiel.

Grabenkampf im Abfluss Links können Piloten durch einen langen Tunnel marschieren, rechts ist das Hauptgebäude und vor uns der namensgebende Abfluss.

Sumpfland

Na bitte, geht doch: Mit Sumpfland (Swampland) hat der Entwickler Respawn eine spannende, weil optisch ungewöhnliche Karte in petto. Der Sumpf erinnert mit seinen Ruinen und riesigen Bäumen an Star-Wars-Planet wie Kashyyyk oder den Mond Endor.

Spielerisch ist Sumpfland locker die anspruchsvollste Karte im Spiel - zumindest für Piloten. Die haben nämlich kaum Deckung oder eine offensichtliche zweite Höhenebene, auf der sie vor Titanen relativ sicher sind. Den einzigen Schutz bieten die Bäume, die das volle Spektrum an Wallrun-Skills erfordern.

Wir können von Stamm zu Stamm springen und müssen dabei in Achter-Schleifen laufen: Links am ersten Baum vorbeilaufen, auf den zweiten Baum springen und rechts rum laufen, beim nächsten Baum wieder links entlang und so weiter. Dabei muss nicht nur der Rhythmus perfekt sitzen, sondern auch jeder Absprung punktgenau sein - fallen wir vom Baum, stehen wir direkt zu den Füßen der feindlichen Titanen und sind damit Kanonenfutter.

Sumpfland Sumpfland (Swampland) punktet mit der coolen Star Wars Optik und den kniffligen Sprungpassagen

Ruinen und Deckung Ruinen bieten Piloten Deckung, allerdings auf derselben Höhenstufe wie Titanen - das ist naturgemäß lebensgefährlich.

Auf Holzweg zum Erfolg Wer zeigen will, wie gut er durch die Levels springen kann, versucht sich an den Bäumen entlang zu hangeln. Verdammt schwierig.

Kriegsspiele

Eine Bitte an Respawn: Macht alle zukünftigen Karten so interessant wie Kriegspiele (War Games). Denn hier merkt man, dass sich die Entwickler etwas Neues überlegt haben: Statt auf dem normalen Schlachtfeld befinden wir uns in einem Simulator wie im Tutorial des Hauptspiels. Deshalb beginnt die Runde auch nicht mit dem Eintreffen per Landungsschiff, sondern dem Einschalten unseres Simulators - und dem Laden der Karte Kriegsspiele.

Die mischt verschiedene Grafikstile und bietet neben der aus dem Tutorial bekannten blau-orangen Holo-Lichtwelt auch Versatzstücke richtiger Gebäude, die auf die Karte projiziert werden. Gefallene Gegner sterben auch nicht einfach nur, sondern lösen sich mit einem Digital-Filter langsam auf - was an das Wiederbeleben in Borderlands 2 erinnert.

Spielerisch bietet Kriegsspiele keine völlig neuen Welten oder abgedrehten Kniffe - hier hätten wir uns Zonen mit umgekehrter Schwerkraft oder etwas Vergleichbares gewünscht. Das Layout erinnert dagegen an Demeter: Halbhohe Gebäude stehen um den zentralen Kartenbereich, der als riesiges Gebäude über den Rest hinausragt.

Kriegsspiele (War Games) spielt in einer der Simulatoren, die im Tutorial gezeigt werden.

Rundenstart im Simulator Anders als üblich starten wir die Runde im Simulator, nicht per Transportflugzeug.

Coole Optik dank Lichtfelder Krieggspiele sieht tatsächlich so aus, wie man die Tutorial-Sequenz kennt: Holofelder wechseln sich mit projizierten Gebäuden ab.

Fazit

Stefan Köhler:Ich hoffe, dass Expedition nur eine Fingerübung für die Designer von Respawn war. Denn wenn man schon nichts außer drei Karten liefert, sollten die doch immerhin bestes Design und ungewöhnliche Ideen bieten.

Doch »Abfluss« wirkt wir eine Fortsetzung zu Rise. Sumpfland punktet zumindest mit dem bisher schwierigsten Parkour-Layout und Kriegsspiele? Die hätte die Idee des Simulators viel konsequenter nutzen sollen und witzige Dinge wie Anti-Schwerkraft-Zonen oder ein sich stetig veränderndes Map-Design bringen müssen.

Expedition lohnt sich damit - abgesehen vom Preis - nur für Titanfall-Profis und Spieler, denen die alten Karten bereits langweilig geworden sind. Okay, der DLC ist günstiger als die Mappacks für Call of Duty: Ghosts oder Battlefield 4. Aber da bekommt man dann eben doch deutlich mehr geboten. Neben Multiplayer-Maps wird bei Ghosts beispielsweise die Koop-Kampagne fortgesetzt, bei den neuen Titanfall-Maps wurden die Story-Elemente des Hauptspiels einfach wegrationalisiert.

Titanfall - Screenshots aus dem DLC »Expedition« ansehen


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