Turtles: Shredders Revenge im Test: Diese Schildkröten sind wirklich mega stark!

Fortsetzungen zu Retrospielen sind keine leichte Sache und gehen oft schief – im Test zu Shredder's Revenge klären wir, ob die Turtles das gebacken kriegen.

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Aufgepasst, Freunde der Prügelkröten: Wenn ihr euch von Teenage Mutant Ninja Turtles: Shredder’s Revenge ein komplexes Action-Adventure mit Tiefgang und großer Spieldauer erwartet, könnt ihr die Pizza eigentlich gleich wieder in den Karton packen. Seid ihr hingegen auf eine flotte, unkomplizierte Fortsetzung der kurzweiligen (und kurzen) 2D-Kloppereien aus den 90ern aus, dürftet ihr wohl keine einzige störende Anchovi auf dieser Mafiatorte finden.

Das Entwicklerstudio hat einen wahren Liebesbrief an Konamis Arcade-Automaten-Klassiker gezaubert und ist dem Erfolgsrezept dabei bis auf ein paar kleine Modernisierungen und Neuerungen weitgehend treu geblieben. Wenn ihr aus der Tiefe eures Fanherzens jetzt sagt "Pfui! Modernisierungen und Neuerungen will ich nicht!" und die verlockend duftende Pizza mit dem Fäden ziehenden Käse trotzig wegschiebt, ist das euer Verlust.

Denn mal ehrlich: Ist es so schlimm, beispielsweise zu sechst statt nur zu viert durch die Levels zu prügeln? Stimmt also zusammen mit uns die Turtles-Hymne an und lest weiter: "Hey, jetzt kommen die Hero Turtles, superstarke Hero Turtles …"

Hier könnt ihr euch schon mal mit einem Gameplay-Video auf den Titel einstimmen:

Teenage Mutant Ninja Turtles: Shredder’s Revenge - Gameplay aus dem bunten Pixelprügler Video starten 11:21 Teenage Mutant Ninja Turtles: Shredder’s Revenge - Gameplay aus dem bunten Pixelprügler

Unkomplizierter Retrospaß

Aufhänger der Prügelei ist Shredders Plan, den auseinandergesprengten Androidenkörper des glibberigen Aliens Krang neu zusammenzusetzen und nebenbei die Freiheitsstatue mal wieder zu modifizieren. Die Turtles können das natürlich nicht zulassen und stürzen sich in den Kampf durch 15 Levels voller bunter Roboter-Ninjas des Footclan und anderem extrem schildkrötenfeindlich eingestelltem Gesocks. Je nachdem welchen der Helden ihr als Spielfigur auswählt, schwingt ihr dabei Katanas, Bo-Stab, Nunchakus, Sai-Dolche, Spazierstock, Reportermikrofon oder gar ein ganzes Arsenal von Sportgeräten.

In Shredder’s Revenge prügelt ihr euch klassisch durch die 2D-Levels. In Shredder’s Revenge prügelt ihr euch klassisch durch die 2D-Levels.

Einen wirklich entscheidenden Unterschied macht die Bewaffnung von Leonardo, Donatello, Michelangelo, Raphael, Splinter, April O’Neill und Casey Jones aber zum Glück nicht aus. Mit jedem Charakter prügelt es sich ähnlich durch die 2D-Levels, die nach klassischem Double-Dragon-Prinzip aufgebaut sind und euch jeweils etwa zehn Minuten lang beschäftigen sollten.

Ihr lauft also meist von links nach rechts und könnt euch dabei über die schräg von oben dargestellte Spielfläche bewegen. Zur Auflockerung gibt’s wie in den Klassikern auch einige Abschnitte auf Düsen-Skateboards.

Es gibt einen Angriffs-Button, eine Taste zum Ausweichen, eine zum Hüpfen, eine für die Spezialattacke sowie einen Knopf zum Taunten. Jede Taste tut genau das, was sie soll. Überkomplizierte Kombos sucht ihr hier vergebens, das höchste der Gefühle sind in dieser Hinsicht ein Angriff aus der Luft oder eine Ausweichrolle mit anschließender Attacke. Greifen könnt ihr Gegner einfach, indem ihr euch über sie bewegt. Dann könnt ihr einen seitlichen Ausklopfer oder den klassischen Frontalwurf aus dem Bildschirm heraus folgen lassen. Letzteres wird genau wie in Turtles in Time sogar in einem Bosskampf angewendet.

Zur Auflockerung nehmt ihr zwischendurch auf Düsen-Skateboards Platz. Zur Auflockerung nehmt ihr zwischendurch auf Düsen-Skateboards Platz.

Turtle Power mit Story?

Trotz der übersichtlichen Steuerung ist das Meistern des Kampfsystems keine wirklich einfache Sache. Ihr müsst in den richtigen Flow aus zuhauen, ausweichen, zuhauen kommen, um die Angriffsketten wirklich groß werden zu lassen. Shredder’s Revenge hat ähnlich wie Streets of Rage 4 einen Kombozähler, der so lange hochzählt, bis ihr einen Treffer einsteckt. Wer also die für eine Trophäe nötigen 250 oder mehr erreichen will, muss sich tatsächlich tiefer mit dem Spiel befassen, als einfach nur irgendwie bis zum Ende eines Levels zu kommen.

Aber das kann ja bis nach dem ersten Durchlauf warten, der entgegen dem halbstündigen Vergnügen von Turtles in Time durchaus zwei Stunden in Anspruch nehmen kann und euch zur Belohnung Casey Jones als Spielfigur freischaltet.

Im Hauptmenü habt ihr die Wahl zwischen Arcade-Modus und Story-Modus. Ersteres ist wie erwartet eine Aneinanderreihung der Levels, durch die ihr euch mit begrenzter Anzahl von Leben und Continues durchkämpfen müsst. Sozusagen die klassische Turtles-Erfahrung.

Auch Bosskämpfe mit vielen bekannten Figuren dürfen nicht fehlen. Auch Bosskämpfe mit vielen bekannten Figuren dürfen nicht fehlen.

Beim Story-Modus bewegt ihr euch zwischen den Abschnitten hingegen über eine Karte von New York und euer Spielstand wird in der Story im Gegensatz zum Arcade-Modus gespeichert. Außerdem könnt ihr in bereits erledigte Levels zurückkehren und Bonusziele für bestimmte Nebenfiguren erledigen, was mit dem Finden versteckter Gegenstände in den Abschnitten verbunden ist. Das klingt aber interessanter als es ist, müsst ihr doch lediglich die zerstörbaren Objekte … nun ja, zerstören, um mal über eine VHS-Kassette oder einen Kristall zu stolpern.

Zur Belohnung gibt’s Erfahrungspunkte, die ihr für ein rudimentäres Charakterlevelsystem braucht, das ebenfalls exklusiv im Story-Modus existiert. Dabei wird eure Schildkröte/Ratte/Reporterin oder euer Hockeymaskenträger in acht Stufen aufgelevelt, was sich in Bonusleben, Gesundheit und Spezialattacken bemerkbar macht.

Gelungene Hommage

Egal ob Arcade- oder Story-Modus: Macht nicht den Fehler, auf der niedrigsten Schwierigkeitsstufe zu spielen. Dann ist Shredder’s Revenge nämlich tatsächlich ein Klacks, und ihr werdet vermutlich durchpflügen ohne einmal den Game-over-Screen gesehen zu haben. Ab der mittleren Schwierigkeit wird das Spiel erst interessant, denn dann werdet ihr gezwungen, das (wie erwähnt nicht sehr komplexe) Kampfsystem zu lernen und wirklich auszunutzen.

Auf Knopfdruck lasst ihr einen verheerenden Spezialangriff auf die Gegner los. Auf Knopfdruck lasst ihr einen verheerenden Spezialangriff auf die Gegner los.

Außerdem solltet ihr mindestens einen weiteren Schildkröten-Fan dazuholen – entweder im Vierer-Couch-Koop oder zu sechst online steigern Mit-Turtles das Vergnügen gewaltig. Allerdings solltet ihr nicht gleich im Sechsspieler-Modus loslegen, denn das kann gerade zu Anfang ziemlich chaotisch wirken.

Alles in allem ist Teenage Mutant Ninja Turtles: Shredder’s Revenge ein traumhafter Prügler der alten Schule, den sich nicht nur pixelgestählte Fans der Kampfschildkröten geben sollten. Wer auch nur etwas Liebe für klassische Prügler empfindet, macht mit dem spaßigen 2D-Klopper nichts falsch.

Im Gegensatz zu vielen anderen "Pixel-Art"-Werken zeigen die Entwickler, dass sie die Kunst der traditionellen 2D-Grafik verstanden haben. Hier gibt es nicht nur Pixel um der Pixel Willen, sondern sie gehören mit den liebevoll-witzigen Animationen zum Gesamtkonzept einfach dazu und erfüllen das Spiel mit Leben. Hätte Konami selbst einen weiteren Teil veröffentlicht, würde das Spiel wohl ziemlich genau so aussehen wie Shredder’s Revenge.

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