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Auf geht's

Ys 8: Lacrimosa of Dana im Test - Lost auf Japanisch

Als Schiffbrüchiger auf einer unbekannten Insel zu stranden ist schlimm. Wenn diese Insel voller Monster und mysteriöser Gefahren steckt, ist das sogar noch schlimmer. Aus solch einer Situation kommt man nur mit Zusammenhalt und Vertrauen.

von Michael Cherdchupan,
11.09.2017 15:00 Uhr

Ys 8: Lacrimosa of Dana im Test für PS4 und Vita.Ys 8: Lacrimosa of Dana im Test für PS4 und Vita.

Ewig lange, rundenbasierte Kämpfe. Zwischensequenzen, die einfach nicht aufhören wollen, uns mit elend viel Exposition zu bewerfen. Und gefühlt tausendfach verschachtelte, extrem komplexe Spielregeln. Das kann manchmal ganz geil sein, doch andererseits lieben es japanische Rollenspiele vielleicht einen klitzekleinen Tick zu sehr, unsere Geduld zu beanspruchen.

Wer lieber ein hohes Tempo bevorzugt, wird seit einigen Jahren ganz wunderbar von der Ys-Reihe versorgt: Die Action-Rollenspiele setzen auf Kämpfe in Echtzeit und sind rasend schnell. Schadensanzeigen purzeln im Sekundentakt über den Schirm. Mit Ys 8: Lacrimosa of Dana feiert die Reihe ihr 30. Jubiläum.

Tentakel! Überall Tentakel!

Adol Christie ist seit jeher der Held der Ys-Reihe. Ein sanftmütiger Abenteurer, der ganz exzellent mit dem Schwert umgehen kann. Das bewahrt ihn leider nicht davor, des Öfteren mit dickem Schädel am Strand aufzuwachen.

Diesmal sind gigantische Tentakel schuld, die ein opulentes Segelschiff während einer Überfahrt in die Tiefen des Meeres gerissen haben. Adol findet sich mit anderen Überlebenden auf einer mysteriösen Insel wieder, die ein großes Geheimnis rund um eine längst vergangene Kultur birgt. Und dann ist da noch das wundersame Mädchen Dana, das Adol in seinen Träumen verfolgt.

Ys 8: Lacrimosa of Dana - Screenshots ansehen

Die Handlung von Ys 8 mischt den Kampf ums nackte Überleben mit den typischen Versatzstücken eines JRPGs. In der ersten Hälfte des Spiels können wir uns relativ frei über die Insel bewegen und nach Überlebenden suchen, die wir zum Schutz in eine provisorische Basis bringen. Jede Person bringt ein eigenes Talent mit.

Wir gabeln zum Beispiel einen Arzt, eine Schmiedin oder eine Schneiderin auf, die daraufhin die Anlaufstelle für entsprechende Ressourcen bilden. Das fühlt sich an, wie Geschäfte in vergleichbaren Spielen, nur dass hier nicht mit Geld, sondern mit Naturalien gehandelt wird. Generell werden die typischen Mechanismen des Genres plausibel auf das Survival-Szenario gemünzt. Neues Abenteurer-Equipment findet man zum Beispiel bei Skeletten gestrandeter Piraten. Ja, sogar eine Art Horde-Modus hat man passend eingebaut, wenn Gegnerwellen das Dorf der Gestrandeten angreifen.

Die größte Stärke von Ys 8 ist sein superschnelles, direktes, sehr befriedigendes Kampfsystem. 2 KI-Mitstreiter kämpfen immer mit, und es ist eine Wonne, durch die Landschaften zu fegen.Die größte Stärke von Ys 8 ist sein superschnelles, direktes, sehr befriedigendes Kampfsystem. 2 KI-Mitstreiter kämpfen immer mit, und es ist eine Wonne, durch die Landschaften zu fegen.

Allerdings stolpert die eigentliche Handlung. Nicht, was ihren superspannenden Hauptplot oder die klugen Perspektivwechsel betrifft. So manche Nebenhandlung hat sogar den ein oder anderen coolen Twist. Aber der Erzählrhythmus ist unstet und kommt vor allem zu Beginn nur langsam in Fahrt. Die erste Hälfte des Spiels ist mit vielen redundanten Szenen gespickt, die wie Lückenfüller wirken.

Die Zweite kippt die freie Erkundung fast komplett; es wird plötzlich linearer. Fluch und Segen zugleich sind zudem die stereotypen Charaktere. Manchmal überrascht Ys 8 mit herzerwärmenden Dialogen über Freundschaft und Vertrauen, die im Gedächtnis bleiben, nur um im nächsten Moment von überflüssig umfangreichen, klischeebeladenen Gesprächen überschattet zu werden.

Einsame Insel, gemeinsame Aufgaben

In einem Aspekt bleibt Ys 8 allerdings ungeschlagen: In den pfeilschnellen, verdammt gut spielbaren Kämpfen! Die Steuerung reagiert auf den Punkt, es greifen etliche Gegner gleichzeitig an, und das Trefferfeedback ist knackig. Das eigentliche Geheimnis ist allerdings die einfache Zugänglichkeit. Ihr müsst nicht Dreihunderzweiundachtzigtausend verschiedene Eingabeketten auswendig lernen, denn das ganze System kommt in seiner Basis mit zwei Tasten aus.

Neben Adol gesellen sich im Lauf des Abenteuers fünf weitere Mitstreiter zur Party, von denen drei auf dem Schlachtfeld aktiv sein können, während die anderen beiden auf die Ersatzbank wandern.Neben Adol gesellen sich im Lauf des Abenteuers fünf weitere Mitstreiter zur Party, von denen drei auf dem Schlachtfeld aktiv sein können, während die anderen beiden auf die Ersatzbank wandern.

Richtig gelesen. Die Kampfsteuerung beschränkt sich auf Schlagen und Ausweichen. Ergänzend kommen Skills hinzu, die sich ebenso simpel auslösen lassen. Die Herausforderung kommt durch das nötige Timing ins Spiel. Gegner sind in einem klitzekleinen Zeitfenster besonders verwundbar. Manche haben eine besondere Panzerung, die erst mit den richtigen Waffen oder Skills geknackt werden muss. Und weicht ihr im richtigen Moment aus, verlangsamt sich die Zeit - außer für eure Spielfigur selbst. Der Vorgänger Ys: Memories of Celceta oder Bayonetta lassen grüßen.

In der zweiten Hälfte des Spiels kann man in einigen Abschnitten auch Dana spielen. Dabei wird nicht nur ihre Verbindung mit Adol erklärt, sondern sie bereichern das Spiel auch mit einigen rätsellastigen Dungeons. Spätestens da haben wir festgestellt, dass Ys 8 nicht mit Abwechslung geizt. Ständig gibt es etwas Neues zu entdecken oder zu tun. Mit jeder neuen Herausforderung wachsen auch unsere Spielfiguren spürbar mit. Trotz holpriger Geschichte wurden wir bis zum Schluss gut unterhalten. Aber in dem Spiel steckt deutlich mehr Potenzial, als letztlich genutzt wurde.

Für einen Titel auf der Playstation Vita sieht Ys 8 verdammt ordentlich aus. Der PS4-Port profitiert von Kantenglättung und höherer Framerate. Den Handheld-Ursprung verbirgt das Art Design auf der großen Konsole leider nicht. Für einen Titel auf der Playstation Vita sieht Ys 8 verdammt ordentlich aus. Der PS4-Port profitiert von Kantenglättung und höherer Framerate. Den Handheld-Ursprung verbirgt das Art Design auf der großen Konsole leider nicht.

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