Baldur’s Gate: Enhanced Edition im Test
Immer auf die Augen, Boo!
Fazit der Redaktion
Wie habe ich mich auf die Enhanced Edition von Baldur’s Gate gefreut. Sicher, dem PC-Spiel widmet sich schon seit Jahren eine aktive Mod-Community, die mehr auf die Beine gestellt hat, als hier an zusätzlichen Inhalten und Verbesserungen geboten wird. Nur sind die iOS-Systeme leider keine offene Plattform und ich bin über die Möglichkeit, den Klassiker mobil zu spielen, mehr als glücklich.
Was also sollte davon abhalten, sich die Enhanced Edition zuzulegen? Nun, die Art der Steuerung an Tablets & Co beißt sich mit dem Mikromanagement, das ein klassisches Rollenspiel voraussetzt. Wenn ich für jede Attacke, jeden Zauber und jede Bewegung meine Finger kreisen lassen muss, ziehen sich selbst unterfordernde Kämpfe gegen Kobolde und Konsorten in die Länge. Von den bereits erwähnten Unzulänglichkeiten und fehlenden Features der Umsetzung abgesehen: Der Zahn der Zeit hat auch an diesem Klassiker seine Spuren hinterlassen und verschleiert nicht, dass Baldur’s Gate eben nur Wegbereiter für die Wiederbelebung klassischer RPGs war. Die Charaktere wirken allesamt deutlich blasser als im Nachfolger, die Geschichte nimmt zu langsam Fahrt auf.
Baldur’s Gate EE ist wie der Hamster Boo: Die Backentaschen sind tief, doch der Inhalt unansehnlich und schwerlich steuerbar - und doch fällt es schwer, ihn nicht ins Herz zu schließen.
Jan Knoop
Freier Autor