Neben Infinity Nikki, Aniimo oder Petit Planet versucht auch Animula Nook den Hut in den Ring für kostenlose Cozy-Games zu werfen. Das chinesische Studio Lillilandia Games und der Publisher-Konzern Tencent schrumpfen uns in der kommenden Lebenssimulation auf Spielzeuggröße, sodass wir auf Schreibtischen und im Garten unser Unwesen treiben können.
Ich habe einen Blick auf eine aktuelle Vorabversion geworfen und mit Bauklötzen, flauschigen Katzen und Werkzeugen aus Süßigkeiten gespielt. Dass Animula Nook spielerisch dabei einen soliden Eindruck macht, ist die gute Seite der Medaille. Ob das Free-to-Play-Modell aber jedem gefallen wird, ist die andere Frage.
Süße Grafik und eine kleine Welt
Nachdem ich darüber gegrübelt habe, ob es wirklich nötig war, den Titel des Spiels so offensichtlich an das Genre-verwandte Animal Crossing und dessen Posterboy Tom Nook anzulehnen, beginne ich das Spiel im übersichtlichen Charaktereditor.
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Animula Nook: Erster Trailer der neuen Lifesim zeigt die Spielwelt aus riesigen Schreibtischen und Kaffeetassen
Hier kann ich einige Basis-Einstellungen für meine Spielfigur festlegen. Die meiste Auswahl an Items folgt aber erst später mit freigeschalteten Kleidungsstücken und anderen Accessoires. Zudem kann ich jederzeit in den Editor zurückkehren.
Schon bald turne ich über meine Tastatur, räume Bausteine beiseite oder nutze ein kleines Fingerskateboard, um mich auf dem Schreibtisch und dem naheliegenden Balkon zu bewegen.
Ein normales Zimmer aus der kleinen Perspektive zu erkunden, ist durchaus ein netter Kniff, zumal Animula Nook optisch einen guten Eindruck macht. Leider ist das Zimmer aber keine Open World. Die Couch an der gegenüberliegenden Wand kann ich zwar sehen, durch eine unsichtbare Wand aber nicht erreichen. Dafür gibt es aber verschiedene Gebiete, die ich per Schnellreise erreichen kann.
In meiner Vorabversion habe ich etwa noch dem Gartenreich Wuruville einen Besuch abgestattet. Hier springe ich über riesige Gänseblümchen und erkunde satte grüne Wiesen. Im fertigen Spiel soll es noch wesentlich mehr Areale geben.
Ein großer Lolli ist mein erstes Werkzeug und funktioniert dabei wie die Genre-typische Spitzhacke. Ich kann herumliegende Objekte zerschlagen und sie als Materialien einsammeln.
Später bekomme ich andere Hilfsmittel wie eine Wasserpistole oder eine Steinschleuder dazu, die wiederum den Weg zu mehr Materialien freimachen.
Bauen und Dekorieren im Mini-Format
Wenn ich etwa einen großen Haufen Bauklötze weghaue, kann ich die Blöcke danach im Baumodus frei in der Welt platzieren oder an einer Werkbank zu Holz verarbeiten, was wiederum für Crafting-Anleitungen benötigt wird.
Dank vieler Dekorationen wie Sofas, Lampen, Pflanzen oder Spielzeug steht eurem perfekt dekorierten Mini-Reich also nichts mehr im Weg.
Allerdings muss ich auch zum Erkunden bauen. Recht früh lerne ich etwa, mir selbst Treppen und Wege aus gesammelten Items zu basteln, um so einen hohen Bücherstapel erklimmen zu können.
Außerdem begegne ich anderen NPC-Charakteren, die mir Quests geben und die Grundlagen des Spiels erklären. Genre-typisch könnt ihr auch eure Zuneigung zu einzelnen Figuren stärken, um Freundschaften aufzubauen.
Alle Dialoge sind unvertont und geprägt von bemerkenswertem Optimismus, der vor guter Laune und Glückseligkeit nahezu überschäumt.
Das spiegelt sich auch in den Figurendesigns wider. Alle Charaktere sind mit runden, kindlichen Gesichtern und großen Augen ausgestattet – das mir persönlich zu plump, aber trotzdem effektiv. Fans dieser sehr niedlichen Darstellungen werden auf ihre Kosten kommen.
Der Baumodus funktioniert gut und ist recht übersichtlich. Objekte platziere ich in einem Schachbrettmuster und erschaffe so mit gesammelten Gegenständen nette kleine Szenerien oder Häuschen.
Gleiches gilt für Feldarbeit, denn natürlich darf ich an vorgegebenen Stellen auch eigene Beete und Saat anlegen, um mit der Ernte an Kochstationen meine gesammelten Rezepte zu kochen.
Das alles spielt und steuert sich absolut solide. Außerdem läuft die Vorabversion bereits ziemlich rund. Große technische Probleme sind mir, abseits von einer manchmal einbrechenden Bildrate, nicht begegnet.
Ab und zu werde ich außerdem von netten Ideen überrascht: Will ich mich auf meinem PC einloggen, muss ich etwa auf die richtigen Tasten der Tastatur springen, um mein Passwort einzugeben.
Neben den Standard-Aktivitäten könnt ihr zudem Instrumente spielen und dabei alle Töne mit der Tastatur selbst anschlagen oder eigene Tänze mit derzeit über 30 Musikstücken kreieren.
Spielerisch hat mich bisher zwar nichts wirklich umgehauen. Die meisten Features sind aus anderen Lebenssimulation bereits wohlbekannt, aber das muss ja nicht zwingend etwas Schlechtes sein. Animula Nook lebt eben auch von seinem Setting.
Die Sache mit dem lieben Geld
Die eigentliche Gefahr schlummert dagegen im Bezahlmodell. Genau wie die oben genannten Free-to-Play-Spiele erinnert auch Animula Nook im Aufbau an ein klassisches Gacha- oder Mobile-Game.
In der Vorabversion habe ich noch keine Möglichkeit gefunden, echtes Geld auszugeben. Ob es tatsächlich Glücksspiel-basierte Shop-Features geben wird, kann ich aktuell nicht bestätigen.
Was die Präsentation der verschachtelten Menüs und die Flut an unübersichtlichen Ingame-Währungen angeht, steht das Spiel Infinity Nikki, Aniimo und Co. allerdings jetzt schon in nichts nach.
Ihr solltet euch auf jeden Fall auf eine Menge “Dripfeeding” gefasst machen – damit sind regelmäßige Mini-Belohnungen durch Quests, tägliche Aufgaben oder sonstige Aktivitäten gemeint.
Währungen wie Münzen, “Emogem”-Sterne oder "Wishweaver EXP” bekomme ich war ständig, aber dafür nur in kleinen Mengen, um den stetigen Strom andauernder Belohnungen aufrechtzuerhalten.
Seltenere Währungen wie "Starside Credit" oder "Artisan's Mark" verstecken sich dagegen in Progressions-Mechaniken wie einem wöchentlichem Battle Pass, der sich gegen Inspiration (also eine Art Erfahrungspunkte) auflädt.
Die damit freischaltbaren Items machen sich mit permanent leuchtenden roten Ausrufezeichen bemerkbar, die an allen möglichen Symbolen verschiedener Menüs aufploppen, um darüber zu informieren, dass ihr euch wieder etwas abholen könnt.
Im folgenden Bild habe ich das Smartphone- (links) und die Smartwatch-Menü (rechts) ausgeschnitten und über einen Screenshot gelegt, um besser zu zeigen, was ich meine:
Schon in der Beta kann ich mich seitenweise durch verschiedene Progressions-Listen und an Battle Passes erinnernde Balken klicken, die mir unterschiedliche Währungen oder XP-Boosts in kleinen Dosierungen versprechen.
Auf mich persönlich wirkt das eher ermüdend und wenig motivierend, aber der Erfolg des Genres zeigt auch, dass viele Menschen deutlich mehr Spaß damit haben.
Inwiefern sich Echtgeld-Käufe am Ende auf das Gameplay auswirken oder sogar für Fortschritte erforderlich sind, müssen wir abwarten – genau wie die Frage, ob es Gacha-Elemente geben wird.
Die Umsetzung des Settings und das allgemeine Gameplay-Gerüst machen jedenfalls einen durchweg soliden Eindruck. Wenn ihr das Genre und das Setting von Animula Nook mögt, kann die Lebenssimulation also durchaus einen Blick wert sein.
Falls ihr von den genannten kostenlosen Spielen aber bisher wegen des Free-to-Play-Modells abgeschreckt wurdet, könnte Tencents kommendes Cozy-Game bei euch noch ins Stolpern geraten.
Wann genau wir alleine oder im Online-Koop loslegen dürfen, ist noch nicht bekannt. Dafür ist das Spiel bereits für PC (Steam, Epic, Mac), PS5 und Nintendo Switch 2 angekündigt.
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