Attack on Titan-Schöpfer gesteht, dass sich das Ende seiner Serie für ihn selbst "unehrlich" anfühlt

Im Museum seiner Heimatstadt überrascht Attack on Titan-Mangaka Hajime Isayama mit einem Eingeständnis zum Finale seines Werks.

Eren Yeager ist einer der kontroversesten Protagonisten der Anime-Neuzeit – was für seinen Schöpfer auch zum Problem wurde. (© Hajime Isayama MAPPA) Eren Yeager ist einer der kontroversesten Protagonisten der Anime-Neuzeit – was für seinen Schöpfer auch zum Problem wurde. (© Hajime Isayama / MAPPA)

Das Ende von Attack on Titan ist mittlerweile fast fünf Jahre her, wird aber noch immer kontrovers diskutiert. Das ist aktuell mal wieder am frisch aktualisierten "Attack on Titan in HITA"-Museum (via TOS Online) zu sehen – und zwar an Hajime Isayama selbst, dem Autoren hinter dem Manga.

Die Ausstellung, die in Isayamas Geburtstadt Hita stattfindet, wurde jüngst um 26 neu ausgewählte Mangaseiten erweitert, die jeweils mit Kommentaren des Autors versehen sind. Eine dieser Plaketten enthält ein Statement, das die Diskussionen um das Ende weiter anheizen dürfte: Isayama gibt hier zu, dass das Ende für ihn ein "Gefühl der Unehrlichkeit" hinterlässt.

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Erens Entwicklung birgt weiter Zündstoff

Das Herzstück des Statements dreht sich um Eren Yeager und Isayamas eigene Rolle bei seiner Entwicklung. Isayama beschreibt Eren als Protagonisten, der "Massenmord in einem Ausmaß begangen hat, das in anderen Werken der Fiktion selten zu sehen ist."

Das war auch sein erklärtes Ziel bei der Konzeption von Attack on Titan – eine Geschichte in der das Opfer zum Täter wird.

An dieser Stelle gibt Isayama jedoch zu, dass ein "wesentlicher Teil dieser Idee seiner eigenen Unreife und Dummheit in seinen frühen Zwanzigern" entstammt.

  • Eren wurde demnach zu einem Charakter, der von sich aus Böses will – und nicht jemand, der von seiner Geschichte zu solchhen Taten gezwungen wird.
  • Aber Attack on Titan war für Isayama längst seinen Fängen entwachsen: Eren "wurde ein Charakter, der von vielen Leser*innen geliebt wurde".
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Und genau das ist das Problem: Weil Eren so tief in den Herzen der Leserschaft verankert war, konnte Isayama sich nicht vollständig dazu durchringen, ihn wie ursprünglich geplant als "verachtenswerte Figur" darzustellen.

Stattdessen näherte er sich eigenen Angaben zufolge dem Charakter mit einer Sympathie an, die Eren wesentlich entschuldbarer dastehen lassen. Und diese Annäherung an seinen Protagonisten war laut Isayama ein entscheidender Grund, wieso das Finale doch nicht so ausfiel, wie er es ursprünglich im Sinn hatte.

"Ich glaube, es bleibt eine gewisse Unehrlickeit im Ende der Geschichte – zumindest in meiner eigenen Beurteilung."

In eine ähnliche Kerbe schlug Isayama bereits in einem Interview, das er vor rund drei Jahren mit der New York Times führte und ebenfalls immer mal wieder von Attack on Titan-Fans zur Diskussion hochgeholt wird.

Der Kern der damaligen Aussagen: Er habe das Ende ändern wollen, aber sei an seine ursprüngliche Vision gebunden gewesen – "ähnlich wie die enormen Kräfte, die Eren erworben hat, ihn am Ende eingeschränkt haben."

Was war euer Fazit zum Attack on Titan-Finale – und ändern Isayamas Aussagen daran etwas?


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