Vor 13 Jahren machte Sony sich über die DRM-Maßnahmen von Xbox lustig - und scheint jetzt selbst ins Fettnäpfchen zu treten

Die scheinbare neue DRM-Regelung auf PS5 und PS4 sorgt gerade für reichlich Unmut. Das erinnert an den Reveal der Xbox One - und wie Sony damals reagierte.

Die aktuelle DRM-Kontroverse lässt daran zurückdenken, wie Sony sich hier einst positionierte. Die aktuelle DRM-Kontroverse lässt daran zurückdenken, wie Sony sich hier einst positionierte.

Ein PlayStation-Update schlägt aktuell ordentlich Wellen in der Community. Grund ist ein neues DRM-Feature, das auf PS5 und PS4 implementiert wurde und dazu führt, das eure Konsole die Lizenzen eurer digital gekauften Spiele online prüfen muss, damit ihr sie überhaupt starten könnt. Selbst wenn es sich um Singleplayer-Titel handelt.

Aktuell gibt es noch widersprüchliche Aussagen dazu, ob das gewollt oder ein Versehen ist. Erinnert man sich aber ein paar Jahre zurück – nämlich an das DRM-Drama zur Enthüllung der Xbox One –, wirkt die Situation so oder so absurd.

Update, 7:28 Uhr - Statement von Sony:

Wie die Seite GameSpot berichtet, hat sich Sony soeben zur DRM-Thematik geäußert und folgendes bestätigt:

"Spieler können weiterhin wie gewohnt auf ihre gekauften Spiele zugreifen und diese spielen. Zur Bestätigung der Spielelizenz ist eine einmalige Online-Überprüfung erforderlich. Danach sind keine weiteren Überprüfungen mehr nötig."

Damals hat Sony noch Seitenhiebe verteilt

Gehen wir einmal zurück in die ferne Vergangenheit, genauer das Jahr 2013: Microsoft hatte frisch die Xbox One bei der E3 vorgestellt und danach massenweise Kritik für das geplante DRM-System der Konsole geernet.

Die Xbox One sollte sich nämlich mindestens alle 24 Stunden mit dem Internet verbinden müssen, um die Lizenzen eurer Spiele zu prüfen. Sonst hättet ihr sie nicht starten können.

Video starten 41:55 Neue Spiele im April - Vorschau-Video für PC und Konsolen

Obendrein sollten selbst physisch gekaufte Spiele an den Account der User gebunden werden. Um sie weiterverkaufen zu können, hätte ein registrierter Händler diese Verknüpfung erst einmal aufheben müssen.

Wenig überraschend hagelte es für diese geplanten Neuerungen massive Kritik und Microsoft ruderte einige Tage später zurück – allerdings nicht, bevor Sony die Gunst der Stunde nutzte.

Bei Sonys E3-Showcase, das kurz nach dem von Microsoft stattfand, wurde nämlich nicht nur die kommende PlayStation 4 genauer vorgestellt, sondern auch indirekt ordentlich gegen die Xbox gefeuert:

"Neben einer großartigen Bibliothek aus neuen Spielen, die wir für die PlayStation 4 erschaffen, sind wir genauso darauf fokussiert, das abzuliefern, was Spieler am meisten wollen: Ohne Einschränkungen aufzuerlegen oder ihre Käufe zu entwerten. Beispielsweise wird die PlayStation 4 keine neuen Restriktionen auf gebrauchte Spiele verhängen. [...]

Zusätzlich müssen physische PS4-Spiele nicht mit dem Internet verbunden sein, um gespielt zu werden. Wenn ihr Singleplayer-Spiele offline zocken wollt, fordert die PS4 nicht, dass ihr regelmäßig eincheckt."

Und dann wäre da auch noch der berühmte Werbespot mit einer "Anleitung" zum Teilen von Spielen auf PS4 (der sich laut dem ehemaligen SIE-President Shuhei Yoshida übrigens nicht explizit über Xbox lustig machen wollte):

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Für Sony dürfte es damals aus Marketing-Sicht durchaus smart gewesen sein, auf den DRM-Aufschrei aufzuspringen. Der Applaus aus dem Publikum bei der E3-Show spricht für sich.

Seitdem hat sich die Situation aber etwas geändert: Aktuell müsst ihr binnen 30 Tagen eure PS5 oder PS4 mit dem Internet verbinden und die Lizenz prüfen lassen, um neu gekaufte digitale Spiele überhaupt zocken zu können.

Noch viel Verwirrung um das DRM-Update

Aktuell ist noch vieles um die neue DRM-Regelung unklar. Laut X-User Does it Play? soll es sich bei der Lizenzabfrage um ein Versehen handeln, das so nicht implementiert werden sollte. Zusätzlich gibt es Berichte, dass der Onlinezwang nur temporär sei und die Spielelizenz nach 30 Tagen zu einer permanenten Lizenz wird, die keine Anmeldung benötigt.

Andere User posten wiederum im Netz Screenshots ihrer Korrespondenz mit dem PlayStation Chatbot, der das Ganze wie ein offizielles Feature zu behandeln scheint.

Ein Statement von Sony liegt uns aktuell noch nicht vor. Wir hoffen einfach, dass Sony die Verwirrung um dieses Thema bald aus der Welt schafft und wir endlich Klarheit haben.


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