Die beliebteste Playmobil-Figur basiert auf einem echten Menschen - und der hat seinerzeit ganz Europa geprägt

Zum 500. Jubiläum der Reformation bringt Playmobil eine eigene Martin Luther-Figur heraus. Die erweist sich nun als fast schon so kontrovers wie ihr Vorbild.

Da sieht man ihn in seiner gewohnten Umgebung. Luther mag hier klein wirken, war seinerzeit aber in der Lage, die Säulen der Kirche gehörig ins Wanken zu bringen. (Bild: playmorama.de) Da sieht man ihn in seiner gewohnten Umgebung. Luther mag hier klein wirken, war seinerzeit aber in der Lage, die Säulen der Kirche gehörig ins Wanken zu bringen. (Bild: playmorama.de)

Egal, welcher Religion ihr angehört, ob ihr Agnostiker oder Atheisten seid, von dem habt ihr zumindest mal gehört: Vor 500 Jahren brachte Dr. Martin Luther die Grundfesten der katholischen Kirche ins Wanken – und das mit weitreichenden Folgen. Schließlich entstand aus der Schneise, die er mit seinen 95 Thesen in die Glaubenslandschaft schlug, eine ganz neue Interpretation des christlichen Glaubens. Und aus ihm eine Playmobil-Figur.

Großer Reformer ganz klein

Martin Luther ist hierzulande, wie auch international einer der berühmtesten Deutschen. Wichtiger noch: er ist einer von denen, die weitestgehend positiv in die Geschichte eingegangen sind. Am 31. Oktober 1517 nagelte Luther 95 Thesen an die Schlosskirche von Wittenberg. In ihnen prangerte er den Umgang der katholischen Kirche mit den Gläubigen an. Unter anderem verurteilte er den Ablasshandel und die Korruption der Kirchen-"Diener". Seine Botschaft: Vergebung sollte nicht käuflich sein.

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Der damals skandalöse Vorfall schlug heftige Wellen und beeinflusst bis heute das Leben und Denken von Christen überall auf der Welt. Wie viele Menschen können schon von sich behaupten, solch einen Einfluss auf die Geschichte gehabt zu haben? Das dachte sich vermutlich auch Spielzeughersteller Playmobil, als er das Jubiläum der Reformation näherrücken sah.

Dass die Figur sich zur beliebtesten des ganzen Playmobil-Sortiments mausern würde, dürften die meisten dagegen nicht erwartet haben.

Heiliger oder Häretiker?

Die erste Auflage der Figur aus dem Jahr 2015 war 34.000 Exemplare stark und war trotzdem innerhalb von drei Tagen restlos ausverkauft. Das steigerte den Weiterverkaufswert natürlich enorm und nicht wenige Luthers wechselten zu absoluten Rekordpreisen den Besitzer oder die Besitzerin.

Geobra Brandstätter, der Hersteller der Playmobil-Marke, reagierte sofort und erhöhte die Auflage. Bis heute hat sich der Playmobil-Luther über eine Million mal verkauft.

Doch kein Luther ohne Skandal: Ein Aufschrei hallte durch die Kirchengemeinde, als festgestellt wurde, dass der Text "Bücher des Alten Testaments Ende", wie er bei einer frühen Version der mitgelieferten Bibel noch lautete, als Ausradierung jener Texte gewertet werden könnte.

Dass es irgendwie logisch klingt, dass bei einer in der Mitte aufgeschlagenen Bibel, deren rechte Seite den Beginn des Neuen Testaments verkündet, auf der linken Seite das Ende des Alten steht, war im Schatten von Antisemitismus-Vorwürfen von nachrangiger Bedeutung. Seitdem gibt es zwei Versionen der Figur.

Seid ihr Playmobil-Fans? Wie viel wärt ihr bereit, für euren Luther zu zahlen und in welche Sets würdet ihr ihn hineinstellen?


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