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Brasilianische Fans machen ihre eigene Direct, weil Nintendo sie ignoriert

Was tun, wenn sich deine liebste Videospiel-Firma komplett aus deinem Land zurückzieht? Du nimmst die Dinge selbst in die Hand. Genau das haben Fans in Brasilien gemacht.

von Hannes Rossow,
19.07.2019 12:20 Uhr

Nintendo Direct - selbst gemacht. Fans aus Brasilien lassen sich etwas einfallen. Nintendo Direct - selbst gemacht. Fans aus Brasilien lassen sich etwas einfallen.

Nintendo gehört zu den ganz großen Namen in der Videospielindustrie und ist daher auf der ganzen Welt aktiv. Aber nicht alle Regionen werden auf dieselbe Art und Weise beachtet und es gibt auch Länder wie Brasilien, aus denen sich Nintendo schon vor Jahren zurückgezogen hat. Sehr zum Leidwesen der dortigen Fans, die aus der Not aber eine Tugend machen.

Nintendo Direct in Eigenregie

Rodrigo Coelho ist ein brasilianischer Nintendo-Fan, der zwar zurzeit in Japan lebt, aber dennoch weiß, wie schwer es ist, in Brasilien sein Gaming-Hobby auszuleben. Hohe Importzölle haben dazu geführt, dass sich Nintendo im Jahr 2015 aus dem Markt zurückgezogen hat und seitdem sind Spieler darauf angewiesen, selbst zu importieren und hohe Preise zu zahlen:

"In Brasilien fühlen wir uns von Nintendo etwas verlassen. In den 90ern waren sie ganz offiziell hier und es gibt tausende Fans. Aber wenn du heute in Brasilien Nintendo spielen willst, musst du die Spiele importieren. Und das zu einem hohen Preis. Es ist nicht gerade billig, ein Nintendo-Fan in Brasilien zu sein."

Aus dieser Frustration ist dann eine kleine Fan-Bewegung namens "Fãs de Nintendo do Brasil" entstanden, zu deutsch: Nintendo-Fans von Brasilien. Damit soll ein Signal gesendet werden, um Nintendo zu zeigen, dass sich der Markt noch immer lohnt. Im Zuge dessen gab es dann sogar die Idee, eine eigene Nintendo Direct zu veranstalten. (via USgamer)

In dem Video, das klar an der Original-Vorlage angelehnt ist, moderiert Coelho selbst und stellt Spiele brasilianischer Studios und Entwickler mit brasilianischen Wurzeln vor. Unter anderem zeigt er den Switch-Port von Chroma Squad, das beim brasilianischen Studio Behold Studios entstand.

Falls ihr euch die Direct anschauen wollt, könnt ihr einfach die Untertitel einschalten.

Die Forderungen von Coelho sind klar:

  • First Party-Spiele wie Zelda und Pokémon sollen auch auf portugiesisch übersetzt werden
  • ein eigener Nintendo-YouTube-Kanal für Brasilien
  • Präsentation in brasilianisch-portugiesischer Sprache
  • offizielle Nintendo-Events in Brasilien

Ob das klappt, bleibt abzusehen. Die Direct wurde jedenfalls gut aufgenommen und zur Live-Ausstrahlung am 16. Juli schalteten immerhin 2300 Leute gleichzeitig ein.

Was sagt ihr zur Nintendo-Aktion aus Brasilien?


Kommentare(7)

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