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Fazit: Call of Duty: Advanced Warfare im Test - In Zukunft wie früher

Fazit der Redaktion

Christian Fritz Schneider: An den Shooter-Marktführer stelle ich hohe Erwartungen. Und auch wenn die Verkaufszahlen der Call-of-Duty-Serie sinken, der Thron gehört noch immer Activision. Doch Advanced Warfare verdient diese Ehre nicht, zumindest nicht für die Solo-Kampagne. Trotz einem Jahr längerer Entwicklungszeit, trotz Kevin Spacey und trotz Exo-Suit ist das Action-Feuerwerk so schnell vergessen, wie es vorbei ist. Am Ende bleibt nur ein guter, aber sicher kein sehr guter oder gar herausragender Singleplayer-Modus. Da hat mir die letztjährige Ghost-Kampagne mehr Spaß gemacht und die ist ja bei vielen Spielern schon umstritten genug.

Aber zum Glück gibt es den Multiplayer. Denn hier ist der frische Wind dank Supersprüngen und blitzschnellem Ausweichen deutlich spürbar. Die Änderungen werden sicher nicht jedem gefallen, aber für mich rettet das Exoskelett und das Beute-System das ganze Spiel und baut den ohnehin sehr robusten Mehrspieler weiter aus. Etwas mehr Einfallsreichtum beim Kartendesign und beim Koop hätte trotzdem nicht geschadet.

Heiko Klinge:Mal unter uns: Ich mag intelligente Filme, Bücher und Spiele. Solche, die mich zum Nachdenken anregen. Aber es gibt diese Abende, an denen ich mein Hirn auch einfach mal abschalten will. Dann schaue ich Transformers 4, lese einen Thriller von Dan Brown … oder spiele Call of Duty: Advanced Warfare. Und ja, manchmal ist es genau das Richtige. Manchmal will ich keine riesige Spielwelt und Entscheidungsfreiheit, sondern nur, dass alles um mich herum explodiert und ich von einem Bus zum anderen springe. Manchmal will ich nicht über Moral und die Doppelbödigkeit einer Story nachdenken, sondern nur die Bösen in den Hintern treten und mir danach von Kevin Spacey die Hand schütteln lassen. Und anschließend Kevin Spacey in den Hintern treten.

So absurd das klingt: Die Solokampagne von Adavanced Warfare kriegt das mit dem Hirnabschalten besser hin als die der Vorgänger und liefert mir gerade deshalb für manche Abende genau die richtige Unterhaltung. Ganz einfach, weil es so überdreht und vorhersehbar ist, dass mein Hirn erst gar keine Gefahr läuft, wieder eingeschaltet zu werden. Advanced Warfare liefert handwerklich beeindruckend choreographierte Popcorn-Action für zwei bis drei Abende und – ja – das hat mir richtig Spaß gemacht. Unter uns gesagt jedenfalls. Öffentlich zugeben würde ich das natürlich nie.

Petra Schmitz: Advanced Warfare also. Ich frage mich ja, ob man die Kohle, die man Kevin Spacey für seine Rolle gegeben hat, nicht besser in ein paar weitere Game Designer oder Grafikspezialisten investiert hätte. Vielleicht wäre am Ende ein frischeres oder zumindest hübscheres Spiel rausgekommen. Denn auch die Exo-Suits machen aus dem neuen Call of Duty kein fortschrittliches Spiel. Und abgesehen von den grandiosen Rendersequenzen hat sich auf der Grafikseite kaum was getan. Next-Gen ist das in meinen Augen nicht. Der Singleplayer allerdings lässt mich auch vergleichsweise kalt: Die Story kann man sich zu Beginn schon am kleinen Finger ausrechnen, die Figuren bleiben in all ihrer Klischeehaftigkeit blass (selbst Spacey) und an den Schauwert eines Ghosts kommt Advanced Warfare auch nicht ran.

Der Multiplayer hingegen regt mich auf. Denn grundsätzlich macht der mir so viel Spaß wie schon lange kein neues Schießmichtot mehr. Wenn die Partien jedoch laufend zusammenbrechen, weil die Technik nicht hinterherkommt oder wenn gleich am ersten Tag die Cheater ein Freudenfest veranstalten, weil die Mogeleien aus Ghosts fast eins zu eins übernommen werden können, dann ist der Spaß zu schnell wieder vorbei. Ja, Listen Server beziehungsweise Peer2Peer ist preiswert. Aber anständig in Anbetracht all der bestehenden Probleme ist es nicht.

Stefan Köhler:Advanced Warfare ist im Multiplayer etwas besser als Call of Duty: Ghosts, allerdings kann es das fantastische Black Ops 2 nicht schlagen. Dafür ist der Umfang bei den Waffen zu gering, die Balance von Streaks, Perks, Waffen und Equipment ist schwach und auch die Fähigkeiten des Exo-Suits liefern nicht den taktischen Tiefgang, den ich mir erhofft hatte. Wenigstens reißt es der riesige Umfang bei den kosmetischen Items etwas raus, und auch die neuen Spielmodi Momentum und Uplink machen Spaß - da die beiden Modi aber nur exakte Kopien sind und keine Neuentwicklungen, ist das wenig verwunderlich.

Dazu kommen dann noch das unverzeihliche Fehlen von dedizierten Servern, trotz anderslautenden Entwickleraussagen, und die vielen Bugs wie fehlender Schaden trotz eindeutiger Treffer. Die Situation wird noch verschlimmert, da der Netcode leider sehr schlecht programmiert wurde und Lags und Rubberbanding dank Peer2Peer-Verbindung an der Tagesordnung sind. Für das Matchmaking ist ein Maximalping von 800 laut Sledgehammer noch okay, allein für die Aussage trifft mein Kopf die Tischplatte.

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