Pokémon Pokopia erscheint am 5. März 2026 für die Nintendo Switch 2 und ließ im Vorfeld bereits die Herzen vieler Cozy-Fans höher schlagen. Kein Wunder, immerhin lässt uns die Lebenssimulation friedlich zusammen mit den bunten Taschenmonstern leben und verspricht ein kreativer Baukasten für die perfekte Poké-Welt zu sein. Ich konnte es vorab spielen und finde, das Experiment ist geglückt! Auf ein paar Probleme solltet ihr euch aber trotzdem einstellen.
Worum geht’s in Pokopia?
Das Spiel steckt mich in die Haut eines Dittos, das auf einer heruntergekommenen Insel strandet. Dort fehlt von Menschen jede Spur und es leben nur noch wenige Pokémon in den kargen und vertrockneten Landschaften – mein Ditto will das natürlich ändern!
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Pokémon Pokopia ist ein neues Spin-Off bei dem ihr ein menschliches Ditto spielt
Gemeinsam mit Professor Tangoloss erkunde ich die aus Minecraft-artigen Blöcken bestehende Welt, sammle Ressourcen und treffe dabei auf immer mehr Pokémon, die sich in meinem Dorf ansiedeln. Allerdings nur, wenn die Umgebung auch zu ihnen passt und ich ihre Lebensräume nachbaue. Denn das Wohlbefinden der Monster ist einer der wichtigsten Gameplay-Faktoren in Pokopia.
Ähnlich wie in Animal Crossing und Co. füllt sich die Spielwelt also nach und nach mit den bunten Monstern, mit denen ich mich anfreunde und mithilfe ihrer Fähigkeiten die Insel zu einem idyllischen und lebenswerten Ort erweitere. Konfrontation sucht ihr hier vergeblich, stattdessen steht das friedliche Miteinander im Vordergrund.
Pokémon sind lebenswichtig
Direkt zu Beginn treffe ich auf Bisasam, Glumanda und Schiggy. Damit sich die originalen Starter auf der anfangs leeren Insel wohl fühlen, bringen sie mir ihre Fähigkeiten bei, denn mein Ditto kann – typisch Ditto – Eigenschaften befreundeter Pokémon nachahmen.
Mit Bisasams Blattwerk lasse ich so Gras oder Moos wachsen und Schiggys Aquaknarre lässt vertrocknete Böden und Pflanzen wieder grün werden. Glumanda kümmert sich darum, dass das erste Lagerfeuer in der neuen Heimat knistert.
Die Lebensräume der drei sind noch ganz simpel: Eine kleine grüne Wiese reicht den Startern für den Anfang vollkommen aus. Wenn sich mehr Pokémon ansiedeln sollen, wird es aber schon bald spezifischer.
Sichlor schaut etwa vorbei, wenn ich eine Wiese unter einem Baum anlege und bringt mir Zerschneider bei, womit ich Holzstämme zersäbeln kann. Wadribie fühlt sich in einem Blumenfeld wohl und sammelt dafür Honig für mich und Nockchan braucht Trainingsgeräte, um sich meiner Sache anzuschließen. Von ihm lerne ich mit Zertrümmerer etwa, wie ich Geländeblöcke mit bloßen Fäusten zerschlage.
Diese Habitate lassen sich entweder durch Experimentieren oder im Laufe der Story-Quests freischalten, wobei ihr “Story” in Pokopia in Anführungszeichen setzen solltet, denn die Geschichte läuft selten über die “Wir müssen die Welt wieder schön machen”-Erzählung hinaus.
Stattdessen ist sie anfangs eher ein Leitfaden, um neue Mechaniken und Features kennenzulernen, bevor Pokopia immer weiter zur offenen Sandbox im Stil von Minecraft oder Dragon Quest Builders 2 wird. Letzteres stammt übrigens vom selben Entwicklerteam Omega Force, das auch bei Pokopia kräftig mit angepackt hat.
Eine Insel, viele Gebiete
Anders als in Minecraft und Co. starten alle Pokopia-Spieler*innen auf der gleichen Insel. Hier sind die groben Züge der Umgebung etwa durch unzerstörbare Berge vorgegeben. Dafür kann ich im Laufe der Zeit versperrte Tore öffnen, um neue Gebiete zu betreten.
Nach der ersten Umgebung “Welkwüstia” reist mein Ditto etwa in Trübküstia ans Meer oder in die Bergwerkregion Kargbergia. Bei allen Gebieten handelt es sich um kleine, offene Areale, in denen mir die dort ansässigen Pokémon neue Mechaniken beibringen.
In Trübküstia ist etwa anfangs Nacht, weswegen ich dort lerne, wie ich Elektrizität und Lampen zu meinem Vorteil nutze. Die tiefen Höhlen und Minen in Kargbergia sind dagegen der perfekte Ort um zu verstehen, wie ich mit Erzen und Schmelzöfen nützliche Items an Werkbänken crafte.
Während ich am Anfang etwa mit Schiggys Aquaknarre mühselig jedes Fleckchen Erde per Hand befeuchten muss, lasse ich es später mit einem kleinen Ritual regnen oder sause auf selbstgebauten Schienen in einem Lore-Wagen viel flotter von A nach B.
Der Einstieg ins Spiel war für mich daher motivierend, weil neue Pokémon und Gebiete regelmäßig nützliche Features mitbringen, die mir das Leben teilweise deutlich erleichtern und ich immer gespannt war, welche Überraschungen Pokopia hinter dem nächsten Tor für mich bereithält.
Jedem Tierchen sein Pläsierchen
Wie sich schon in meiner Preview angedeutet hat, liegt ein großer Reiz von Pokopia im Erschaffen und Sammeln der Lebensräume, bzw. Habitate. Anfangs sind diese noch sehr simpel, etwa wenn Bisasam vier Felder Gras für seine Wiese möchte.
Später wird es aber komplizierter und manche Pokémon haben sehr genaue Vorstellungen davon, was sie brauchen. Zu den hunderten Habitaten gehören neben “Gras am Wasser” oder “Moos in einer Höhle” auch bestimmte Anordnungen von Möbeln – etwa zwei Stühle und ein Tisch mit Blumenvase – oder seltene Objekte, die ich erst freischalten muss.
Dabei spielen auch Landschaften, Höhenunterschiede, Lichtverhältnisse und Gewässer eine Rolle. Das Maulwurfspokémon Rotomurf will etwa in einer dunklen Umgebung leben, die ich entweder für ihn finden oder selbst bauen muss. Onix kann es dagegen gar nicht leiden, wenn es zu feucht ist und Mauzi braucht genug Licht, um sich wohlzufühlen.
Das Tüfteln an der Spielwelt, um immer mehr Pokémon ins eigene Dorf zu locken, erweitert den ohnehin schon spaßigen Sammeltrieb des Franchises um eine spannende neue Facette, die mir sehr gut gefallen hat.
Dazu trägt auch bei, dass es schön war zu entdecken, welche Wesen sich in meinen angelegten Habitaten ansiedeln, denn oft teilen sich verschiedene Monster ein Wunschgebiet. Ein gewisser Überraschungsfaktor ist daher immer wieder spürbar und hat mir Spaß gemacht.
Das liegt auch daran, dass Habitate das größte spielerische Alleinstellungsmerkmal im Vergleich zur Cozy-Konkurrenz wie Animal Crossing, Disney Dreamlight Valley, Dragon Quest Builders und Co. sind. Den Großteil meiner Spielzeit fühlte sich der Mix aus Crafting, Sammeln und Gestalten gut, aber auch sehr vertraut an – diesmal eben mit Pokémon, die über den Bildschirm wuseln.
Lokaler- und Online-Koop
Ihr könnt Pokopia offline spielen. Optional könnt ihr über die PCs an Pokémon-Centern die Kreationen anderer besuchen oder sogar einen Online-Server für bis zu vier Leute erstellen.
Das Besuchen entspricht in etwa dem, was wir aus Animal Crossing: New Horizons kennen. Hier könnt ihr euch eure Inseln präsentieren und gemeinsam Spaß haben. Dieses Feature könnt ihr sowohl lokal als auch online nutzen.
Die Cloud-Inseln funktionieren wie private Server, auf denen ihr tun und lassen könnt, was ihr wollt. Der Vorteil ist, dass eure gemeinsamen Fortschritte auf Wunsch gespeichert werden und kein Host online sein muss.
Für alle Online-Features wird wie immer eine kostenpflichtige Mitgliedschaft bei Nintendo Switch Online vorausgesetzt.
Umgebungslevel und Dailyquests
Je mehr Pokémon sich ansiedeln und desto zufriedener sie sind, desto höher steigt auch das Level der aktuellen Umgebung. Dadurch schalte ich wiederum neue Crafting-Anleitungen frei oder kann mir mehr Deko und Upgrades gegen Münzen im Laden an Pokémon-Centern kaufen.
Um Münzen zu verdienen, muss ich tägliche Challenges und Herausforderungen absolvieren. In Pokopia verläuft die Zeit in Echtzeit und neue Daily-Quests aktualisieren sich in den frühen Morgenstunden.
Wer möglichst effizient sein will, sollte daher regelmäßig reinschauen. Wichtige Fortschritte lassen sich aber an einem Stück angehen, ich musste jedenfalls fast nie auf den täglichen Reset warten oder habe mich eingeschränkt gefühlt – mit einer wichtigen Ausnahme.
Bauen schwer gemacht
Ich kann, wie in Minecraft, Block für Block eigene Gebäude und Strukturen errichten. Es gibt aber auch Bausätze im Laden, also fertige Höhlen, Häuser oder Pokémon-Center. Für diese brauche ich nicht nur viele Ressourcen und Pokémon mit der Baufähigkeit, sondern auch Zeit.
Die Fertigstellung eines größeren Gebäudes dauert nämlich oft bis zum nächsten, realen Tag. Das sorgt einerseits dafür, dass das Spiel entschleunigt und Vorfreude aufbaut – bei mir überwiegt allerdings ein negativer Eindruck. Während des Bauens sind nämlich alle beteiligten Pokémon nicht verfügbar und teilweise arbeiten bis zu acht Monster auf einer Baustelle.
Dazu kommt, dass ich fertige Häuser nicht einfach abreißen oder verschieben kann. Dafür muss ich im Laden erst einmal Abriss- oder Verschiebe-Sets kaufen, die ich platzieren und denen ich auch wieder erst Pokémon zuteilen muss, was umständlich ist und jede Menge Zeit frisst.
Pokopia ist nicht das einzige Spiel, das sich beim Anpassen von Häusern derart ungeschickt anstellt, aber gerade im Vergleich zu Titeln wie Rune Factory: Guardians of Azuma oder Disney Dreamlight Valley, die mich alles ohne Einschränkungen per Drag-and-Drop umgestalten lassen, hat mir das umständliche Management von Gebäuden öfter die Lust am Dekorieren meiner Insel geraubt.
Diese teils ungelenke Bedienung zieht sich auch beim Lagermanagement fort. Wie üblich sammle ich unzählige Ressourcen und Items in meinem Rucksack. Der lässt sich mit der Zeit erweitern, genau wie die Größe meiner Lagerkisten. Werkbänke greifen auf alle Kisten zu, die direkt an ihnen angebaut sind.
Das ist soweit bekannt, allerdings habe ich wichtige Funktionen vermisst. Etwa die Möglichkeit, bereits bestehende Itemstapel in einer Kiste mit den Gegenständen aus meinem Rucksack per Knopfdruck aufzufüllen – was im Genre längst gang und gäbe ist. Vor allem später mit großen Taschen wird sortiertes und organisiertes Lagern so zur Geduldsprobe.
Achtung: Game Key Cards
Die physische Edition von Pokémon Pokopia erscheint auf einer Game Key Card. Es befindet sich also ein Modul in der Packung, auf dem allerdings keine Daten gespeichert sind. Die Cartridge muss trotzdem zum Spielen in der Switch 2 stecken, löst aber im Wesentlichen nur den Download der digitalen Version aus.
Immerhin lassen sich Game Key Cards auf dem Gebrauchtmarkt weiterverkaufen, aber falls ihr Wert auf eine “echte” physische Sammlung legt, sollte euch das vor dem Kauf bewusst sein – auch in Anbetracht des Vollpreises von 70 Euro, den Nintendo für Pokopia verlangt. Als jemand, der selbst gerne noch physische Spiele sammelt, hat sich der Konzern hier in meinen Augen ein Ei gelegt, auf das ich gerne verzichtet hätte.
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Auf Kisten in anderen Gebieten gibt es außerdem keinen Zugriff. Wenn ich also bestimmte Materialien in Welkwüstia gebunkert habe, sind sie für meine Bauprojekte in Trübküstia erstmal unzugänglich – und ich muss den mühseligen Gang zurück antreten, um sie zu holen.
Zwar schalte ich im späteren Spielverlauf neue Schnellreisemöglichkeiten und Features frei, die das Lagermanagement erleichtern, aber so richtig warm geworden bin ich damit nicht und hätte mir schon früh im Spiel wenigstens eine einzige, leicht zugängliche Kiste gewünscht, auf die ich in allen Gebieten Zugriff habe – oder noch besser: kompletten Zugriff von Werkbänken auf alle Kisten, egal wo sie stehen.
Viele Inhalte für hunderte Stunden
Trotz dieser Schwächen gilt: Wenn ihr nach der ganzen Sammelei den inneren Antrieb habt, dass alles schön aussehen soll, habe ich keine Zweifel daran, dass ihr hunderte Stunden in Pokopia versenken könnt, um an der perfekten Idylle zu feilen.
Dazu trägt auch bei, dass die Gestaltungsmöglichkeiten erfreulich umfangreich ausfallen. So müsst ihr für elektrische Geräte wie Lampen oder manche Maschinen erst einmal Strom durch Wind- oder Wasserkraft erzeugen – inklusive dem Verlegen von Überlandleitungen – oder erschafft unterirdische Kanäle, um alle wichtigen Orte mit Wasser zu versorgen.
Abseits der Storygebiete, die zu Beginn für alle identisch sind, gibt es noch die Insel “Neulandia”, die sich über eine lange Brücke vom Startgebiet aus erreichen lässt. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um eine leere Spielwiese, auf der lediglich ein paar Berge und Gewässer vorgebaut sind.
Dafür lässt sich hier wirklich alles nach Lust und Laune anpassen und ich kann die Sandbox in vollen Zügen auskosten. Das wird allerdings erst im Endgame so richtig relevant, wenn alle wichtigen Fähigkeiten und Spielmechaniken freigeschaltet sind.
Sympathische Pokémon mit Charakter
Als Pokémon-Fans könnt ihr euch außerdem auf ein paar coole Auftritte legendärer Monster freuen, die im Laufe der Story nett inszeniert sind. Mir ist zudem sehr positiv aufgefallen, dass sich die Persönlichkeiten der Monster, von denen es im Spiel hunderte gibt, selten wiederholen.
In den Gesprächen mit Knofensa, Flegmon und Co. kommen immer wieder kleine Eigenheiten auf, die einzigartig auf die jeweiligen Tiere zugeschnitten sind. Hier steckt viel Liebe zum Detail drin – top!
Technik
Grafisch hinterlässt Pokémon Pokopia einen durchwachsenen Eindruck. Auf der positiven Seite steht ein insgesamt stimmiger Artstyle, der sowohl den Cozy- als auch den Pokémon-Vibe in meinen Augen gut einfängt. Vor allem die sympathischen Animationen der Monster sind teilweise wirklich niedlich und machen Spaß.
Gleichzeitig wirken die Landschaften aber vor allem aus der Nähe sehr detailarm und die flache Beleuchtung wirkt aus der Zeit gefallen. Das trifft auch auf die störend niedrige Sichtweite zu. Schon nach wenigen Metern beginnt ein violetter Nebel, alle Details des Terrains zu verschlucken.
Das erinnert nicht nur an Spiele von 2003, sondern stört auch die Atmosphäre, denn spätestens in der Sandbox von Neulandia kann ich nie meine gesamte Schöpfung in all ihrer Pracht bewundern. Ich bin schon im echten Leben kurzsichtig und kann beim geringen Detailgrad der Pokopia-Grafik nicht wirklich verstehen, warum ich diesem Schicksal auch auf der Switch 2 ausgeliefert sein muss.
Immerhin läuft das Spiel dafür wirklich rund und strebt 60 fps an, die gefühlt auch meistens stabil gehalten werden. Größere Bugs oder Abstürze sind mir außerdem nie begegnet. Bei der Performance gibt es also auf der Switch 2 nichts zu meckern.
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