Seite 2: Call of Duty: Ghosts - Auf den Hund gekommen

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Unter Wasser nichts Neues

»Into the Deep«, der zweite Demo-Level, ist schneller abgehandelt: Wir tauchen (natürlich)einem anderen Typen hinterher und verstecken uns (natürlich) vor feindlichen Tauchern. Dabei beobachten wir etwas, das als Klassiker in die Geschichte der nach hinten losgegangenen Spiele-Ankündigungen eingehen dürfte: die Fisch-KI.

Ja, die Fische haben eine eigene Künstliche Intelligenz. Und weichen den Tauchern aus. Das ist genau das, was wir von Call of Duty erwartet haben! Würden wir sagen, wenn die Serie keine anderen Probleme hätte (Linearität, sich abnutzende Krawallmomente etc.). So aber steht die Fisch-KI allenfalls auf einem vierstelligen Platz unserer Call of Duty-Wunschliste, irgendwo zwischen »mehr Bier« und »lizenzierte Original-Kloschüsseln in Badezimmer-Levels«. Wobei »mehr Bier« bei genauerem Nachdenken weiter vorne ...

Abgetaucht - während die Fische sich freiwillig verziehen, sollten wir uns vor feindlichen Tauchern in Acht nehmen. Abgetaucht - während die Fische sich freiwillig verziehen, sollten wir uns vor feindlichen Tauchern in Acht nehmen.

Okay, Entschuldigung, das war gehässig. Immerhin sieht der Unterwasser-Level gut aus, stimmungsvoll ausgeleuchtet und detailliert. Umschwärmt von Fischen tauchen wir durch ein Riff und in ein Wrack, um schließlich ein feindliches Kriegsschiff mit einer Art Torpedo-Bazooka zu durchlöchern. Allerdings, während wir direkt UNTER diesem Boot herum tauchen.

Dass das Ding uns buchstäblich auf den Kopf fallen, uns unter Trümmern einklemmen, unseren Kameraden zu einer hektischen Rettungsaktion zwingen und uns schließlich im Spießrutenlauf durch herab gluckernde Rumpfbrocken paddeln lassen würde - das kann man als Elitesoldat natürlich nicht vorausahnen. Zumindest dann nicht, wenn man den Physik-Kurs für Vollpfosten geschwänzt hat (»Schiffe sinken nicht nach oben, sondern nach unten!«).

Nun gut, vielleicht hat die Unterwasser-Bazooka eine geringe Reichweite. Und dass Call of Duty nicht immer den Vorreiter in Sachen Logik und Glaubwürdigkeit gibt, kann kaum noch jemanden überraschen - man denke nur an die rückwärts reitenden Pferde in Black Ops 2.

Call of Duty: Ghosts - Gameplay-Trailer: »Into the Deep« Video starten 6:09 Call of Duty: Ghosts - Gameplay-Trailer: »Into the Deep«

Hoch hinaus in Caracas

Während uns »Into the Deep« mit dem Gefühl zurücklässt, nichts weltbewegend Neues erlebt zu haben (»No Man's Land« hatte wenigstens Riley), stellt »Federation Day« den Level-Höhenmesser einfach auf den Kopf. Statt auf den Meeresgrund geht's nun hoch hinaus, aufs Dach eines Wolkenkratzers in der venezolanischen Hauptstadt Caracas. Oder in eine alternative Version davon, mit ihren verspiegelten Glastürmen wirkt die Metropole deutlich reicher als in der Realität.

Ich hätte gern ein dickeres Seil! Während wir an einer Fassade hinabklettern, blicken wir in die Straßenschluchten von Caracas. Ich hätte gern ein dickeres Seil! Während wir an einer Fassade hinabklettern, blicken wir in die Straßenschluchten von Caracas.

Um uns herum zerplatzen bunte Raketen, Venezuela feiert den »Tag der Föderation«, einen echten Bürgerkriegs-Gedenktag. An einem Gebäude flattert dabei eine Flagge, die an eine Mischung aus EU-Banner und venezolanischer Nationalfahne erinnert: ein gelber Sternenkreis auf schwarz-rotem Grund. Hat sich etwa eine antiamerikanische Koalition gebildet, die den USA den Atomkrieg den erklärt hat?

Steckt gar die böse EU mit drin? Wohl kaum, da das vereinte Europa im wahren Leben schon mehrwöchige Kongresse abhalten muss, um den Putzplan fürs Parlamentsklo festzulegen. Bis da die Formulare für einen Atomkrieg ausgefüllt sind, ist das radioaktive Material in den Bomben längst zerfallen.

Egal, vom Dach des Hochhauses geht's erst mal - auf ein anderes Hochhaus. Und zwar per Seilhaken-Kanone, mit dem die Ghosts (wir sind wieder mit KI-Kameraden unterwegs) einen Seilhaken auf ein anderes Dach schießen. Dann rutschen wir am Seil rüber, knallen gegen ein Fenster und seilen uns ab. Stockwerk für Stockwerk gleiten wir in die Tiefe und schießen immer wieder durch die Scheiben hindurch auf Gegner, bis wir schließlich ein Loch in ein Fenster schneiden.

Schon wieder Schleichen. Da heißts im Dunkeln bleiben und Gegner unbemerkt ausschalten. Schon wieder Schleichen. Da heißts im Dunkeln bleiben und Gegner unbemerkt ausschalten.

Drinnen wird ein bisschen geschlichen, vor einer Patrouille darf man sich im Schatten verbergen. Schließlich hacken die Ghosts einen Generator, kappen den Strom - und seilen sich weiter an der Gebäudewand ab. Diesmal aber nicht mit Blick nach oben, sondern indem sie senkrecht hinab laufen, die Augen nach unten.

Das erzeugt eine krasse Perspektive: Man läuft die eigentlich senkrechte, aber horizontal wirkende Wolkenkratzer-Wand entlang, während »vor« (also tief unter) einem kleine Autos durch die belebten Straßen von Caracas brausen. Das ist die einzige Szene, die uns bei der Präsentation wirklich beeindruckt, hier sieht Ghosts endlich wie ein Next-Generation-Call of Duty aus.

Nach dem traditionellen Präsentations-Zeitsprung (»In the interest of time ...«) gibt's zum Abschluss eine weitere Passage im Gebäude, das gerade vorrangig damit beschäftigt ist, zu explodieren. Während sich die Ghosts durch die üblichen Gegnermassen schießen, bebt der Boden, der Wolkenkratzer kippt, Möbel, Ghosts und Gegner rutschen Richtung Fenster, krachen hindurch und stürzen dem immer noch fernen Asphalt entgegen. Und damit endet die Ghosts-Demo.

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