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Darksiders 3 im Test - Zwischen Himmel und Hölle

Nach Krieg und Tod kommt Fury. Ob der apokalyptischen Reiterin wie ihren beiden Brüdern der Aufstieg in den Action Adventure-Olymp gelingt, erfahrt ihr in unserem ausführlichen Test zu Darksiders 3.

von Dennis Michel,
26.11.2018 15:33 Uhr

Darksiders 3 - Test-Video: Ist weniger wirklich mehr? 11:31 Darksiders 3 - Test-Video: Ist weniger wirklich mehr?

Über sechs Jahre sind seit dem Tod der Reihe vergangen. Dass wir mit der peitschenschwingenden Fury in Darksiders 3 die Auferstehung des gefeierten Action-Adventures miterleben dürfen, hätte nach der Insolvenz von Publisher THQ im Jahr 2013 wohl kaum jemand erwartet.

Wer allerdings nach Jahren des Wartens auf eine Fortsetzung der postapokalyptischen Geschichte hofft, für den haben wir eine schlechte Nachricht. Die Handlung des dritten Teils spielt erneut parallel zu den Ereignissen rund um Krieg und dessen Bruder Tod. Im Auftrag des Feurigen Rats werdet ihr auf die Erde geschickt. Eure Aufgabe: Die Sieben Todsünden aufspüren und besiegen, um so das Gleichgewicht zwischen Himmel und Hölle in Einklang zu bringen.

Setzte Darksiders 2 noch auf eine weitläufige Welt mit Rollenspiel-Elementen inklusive Diablo-Beutesystem und Dialogoptionen, entschlackt Entwickler Gunfire Games Teil 3 deutlich. Anspruchsvolle Kämpfe abseits von Monsterhorden, die lediglich als Kanonenfutter dienen, und eine zusammenhängende Welt im Metroidvania-Stil, die sich dem Spieler Stück für Stück erschließt, stehen im Vordergrund.

Aus Zelda wird Dark Souls

Die Kämpfe in Darksiders 3 sind nicht ohne und erfordern all euer Können. Die Kämpfe in Darksiders 3 sind nicht ohne und erfordern all euer Können.

Wollte man Freunden von den Darksiders-Spielen erzählen, nahm man am besten den Vergleich zu Nintendos The Legend of Zelda. Eine große Welt voller mit Rätseln gespickter Dungeons, die oft nur durch den Einsatz bestimmter Fähigkeiten gelöst werden können. Darksiders war aufgrund der härteren Action als "Zelda für Erwachsene" keinesfalls ein billiger Klon, sondern ein echtes Meisterwerk, wie auch Tobis Test zum zweiten Teil zeigt. Damit ist klar: Fury tritt in verdammt große Fußstapfen.

Worte wie "wollte" und "war" haben euch bereits einen entscheidenden Hinweis gegeben, der Vergleich zu Zelda gehört ab sofort der Vergangenheit an. Für Teil 3 bedienen sich die Entwickler eines der beliebtesten Subgenres des letzten Jahrzehnts. Nein, keine Sorge, ihr begebt euch mit Fury nicht in Battle Royale-Matches. Vielmehr greift das Spiel unverhohlen Teile der Dark Souls-Formel auf und sorgt so für frischen Wind.

Habt ihr euch zuvor mit Krieg und Tod durch Monsterhorden geschnetzelt, stehen euch fortan einzelne, dafür umso härtere Schergen aus Himmel und Hölle im Weg. Bereits der erste Bosskampf gegen Todsünde Neid nach wenigen Spielminuten macht deutlich, wer locker mit zwei Fingern am Pad zehnmal die gleiche Taste spamt, hat keine Chance. So findet ihr euch schneller am Rücksetzpunkt wieder, als ihr Nephilim sagen könnt, wo wir auch gleich beim nächsten Souls-Merkmal währen.

Eine manuelle Speicherfunktion gibt es nicht, dafür erscheint der altbekannte Dämon Vulgrim an fair platzierten Punkten in der Welt. Sterbt ihr den Antihelden-Tod, geht es hier samt auferstandener Gegner von vorne los. Eure erkämpften Seelen, die ihr bei Vulgrim gegen Items und Merkmalspunkte (die braucht ihr für für Level-ups) eintauscht, bleiben, na klar, an Ort und Stelle eures Ablebens liegen. Ein erneuter Tod lässt die Seelen nicht verschwinden. Das senkt zwar den Schwierigkeitsgrad, wirkt allerdings ein wenig inkonsequent.

Das große Ganze mit "Aha-Effekt"

Die Postapokalypse auf Erden könnt ihr im Metroidvania-Stil erkunden. Die Postapokalypse auf Erden könnt ihr im Metroidvania-Stil erkunden.

Habt ihr euch in Darksiders 2 noch recht linear mit eurem Ross "Verzweiflung" auf der großen Spielwelt bewegt, seid von Mission zu Mission geritten und habt Stück für Stück neue Dungeons freigeschaltet, wartet in Darksiders 3 der Großteil der zusammenhängenden Welt von Beginn an darauf, von euch frei erkundet zu werden. Sogar die Reihenfolge, in der ihr die Erde von den Sieben Todsünden befreit, ist nicht strikt festgelegt.

Keine Lust auf "Völlerei"? Dann schaut ihr mal eben schnell auf die Kompass-Anzeige am oberen Bildrand, die euch mit einem Totenkopf-Symbol anzeigt, in welcher Richtung der nächste Boss auf euch lauert. Eine Map, um den genauen Standpunkt zu sehen, gibt es nämlich nicht. Lediglich die Rücksetzpunkte bei Händler Vulgrim sind in Regionen eingeteilt und dienen zudem als nützliches Schnellreisesystem.

Mit Fury geht es durch die nahezu menschenleere und atmosphärische Großstadt-Postapokalypse mit allerhand hübschen Schauplätzen. Klar, Darksiders 3 ist grafisch kein God of War, will das aber auch gar nicht sein: Gunfire Games versteht es, mit relativ begrenzten Mitteln abseits der AAA-Blockbuster durch stimmige Comic-Optik im Stil der Vorgänger zu überzeugen. So fehlt zwar der "Wow-Effekt", dafür entsteht durch nützliche Abkürzungen, die zuvor bereiste Orte geschickt miteinander verbinden, ein "Aha-Effekt". Habt ihr euch lange durch ein Gebiet gekämpft, kommt es nicht selten vor, dass eine kleine Abzweigung euer Interesse weckt. Geht ihr der Spur nach, entdeckt ihr einen Hebel. Zack, öffnet sich ein zuvor versperrtes Tor, und wie aus dem Nichts landet ihr in einem Gebiet, das ihr vor Stunden bereits erforscht habt.

Im Lauf der Reise erhält Fury zudem neue Fähigkeiten, auch Hollows genannt, mit deren Hilfe ihr zuvor versperrte Wege passiert. Hat das glühend heiße Lavabecken zuvor beim Betreten den sofortigen Tod bedeutet, stapft ihr mit aktivierter Flammen-Fähigkeit mühelos hindurch. Das Metroidvania-Prinzip ist hervorragend umgesetzt und motiviert auch nach Stunden, neue Gebiete zu erforschen. Wer weiß, vielleicht findet sich ein nützliches Item oder sogar ein versteckter Boss.

Einen Abstrich muss die Welt jedoch in Sachen Rätseldesign machen. Habt ihr es in den Vorgängern noch mit verzwickten Mechanismen zu tun bekommen, die oftmals all euren Grips erforderten, sind sie in Darksiders 3 in die Welt eingebunden und deutlich zu leicht. Das ist schade, da sich das Spiel so einer seiner größten Stärken beraubt.

Ohne Zuckerbrot, mit Peitsche

Mit den Hollows verfügt Fury über spezielle Kräfte und Waffen. Mit den Hollows verfügt Fury über spezielle Kräfte und Waffen.

Erhaltet ihr einen Hollow, bedeutet das auch, dass Fury ihre Gegner fortan neben der Peitsche mit einer neuen Waffe aufmischen darf. Zwar gibt es davon bis Spielende lediglich eine Handvoll, aber Qualität steht in Darksiders 3 in diesem Punkt klar vor Quantität. So spielen sich alle Waffen unterschiedlich und sorgen im actiongeladenen Kampfsystem für ausreichend Abwechslung.

Abwechslung bieten auch die Kampffähigkeiten der Hollows. Besiegt ihr Gegner, füllt sich nach und nach Furys Zornleiste. Komplett aufgefüllt könnt ihr Fury für kurze Zeit buffen, löst so beispielsweise eine starke Attacke aus oder schützt die Reiterin mit einem Abwehrschild. Neben den normalen Angriffen und Zornfähigkeiten, kann sich Fury wie bereits Krieg und Tod in ihre Chaosgestalt verwandeln und so für kurze Zeit großen Schaden austeilen. Mit dieser mächtigen Kraft solltet ihr jedoch klug haushalten. Habt ihr sie verbraucht, dauert es eine ganze Weile, bis sie wieder einsatzbereit ist.

Und noch eine Besonderheit soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben. Die knackigen Kämpfe haben wir bereits angesprochen. Um diese effektiver zu gestalten, kann Fury ihre Gegner auskontern. Weicht ihr im richtigen Moment aus, könnt ihr einen starken Gegenangriff auf eure Feinde starten. Auf das richtige Timing kommt es an, und speziell in besonders schweren Kämpfen machen Konter den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage aus.

Insgesamt macht das auf wenige Waffen limitierte Kampfsystem mit dem Einsatz der Hollows und der Chaosgestalt Furys einfach eine Menge Spaß, lässt euch coole Kombos auf den Bildschirm zaubern und wird durch die fordernden Kämpfe bis zum Schluss nicht langweilig.

Ich wünschte, ich wäre Tod

Fury und ihre Beobachterin konnten uns nicht überzeugen. Fury und ihre Beobachterin konnten uns nicht überzeugen.

Die Erkundung der Welt konnte uns überzeugen und auch der Kampf macht Laune, doch wie steht es um die Reiterin selbst und ihre Geschichte im Darksiders-Universum? Hier zieht Fury im Vergleich mit ihren Brüdern ganz klar den Kürzeren. Zwar waren zuvor auch Krieg und Tod keine Frohnaturen, boten jedoch vom Charakter deutlich mehr Facetten als die einzig weibliche Nephilim.

Ihr kennt das, man wacht am Montagmorgen auf, blickt gedanklich auf eine stressige Arbeitswoche, stolpert aus dem Bett und schüttet zu guter Letzt den heißen Kaffee über Bluse oder Hemd. Die Laune ist im Keller. In diesem Zustand müsst ihr euch Fury über weite Strecken der Handlung vorstellen. Zwar gibt es einen kurzen Moment, in dem sie ein wenig hinter ihre eindimensionale Art blicken lässt, und auch das Ende macht die Antiheldin interessanter, für einen wirklichen Bezug zur Figur reicht das jedoch nicht. Im Endeffekt dient sie als Mordwaffe, um nach und nach das Übel von der Erde zu tilgen. Das war's.

Darksiders 3 - Testvideo
Ist weniger wirklich mehr?

Begleitet wird Fury genau wie seinerzeit Krieg von einer Beobachterin des Feurigen Rats, die als (nerviger) Sidekick fungiert und ab und an im Dialog die flache Geschichte vorantreibt.

Apropos flache Geschichte: Zwar endet das Spiel in einem furiosen Finale und bietet mit den Sieben Todsünden interessante Figuren, so richtig kreativ und spannend ist das Ganze jedoch zu keinem Zeitpunkt. So bewegt ihr euch von Sünde zu Sünde und fragt euch, warum der Fokus nicht mehr auf die Rahmenhandlung um den Kampf zwischen Himmel und Hölle gelegt wurde, der auf dem Rücken der Menschheit ausgetragen wird. Hier hat man eine Chance vertan, die epische Darksiders-Hintergrundgeschichte näher zu beleuchten.

Furys größter Gegner

Ja, Technik, du bist gemeint. Ja, Technik, du bist gemeint.

Kommen wir zur Technik, dem großen Sorgenkind von Darksiders 3. Wir haben das Spiel auf der PS4 Pro getestet - und die Liste an Mängeln ist lang. An oberster Stelle steht die deutlich schwankende Framerate, die nicht nur bei viel Betrieb auf dem Bildschirm in die Knie geht. Speziell in der dritten Region, die wir an dieser Stelle nicht spoilern wollen, hat das Spiel stark zu kämpfen. Da wären außerdem die einen Tick zu langen Ladezeiten, die Spieler nach dem Bildschirmtod doppelt bestrafen und auf Dauer frustrieren können. Hinzu gesellen sich flackernde Lichtquellen, gelegentliche Pop-ups, Soundaussetzer, verschmerzbare drei Spielabstürze und zu guter Letzt ein sich überlagerndes Untermenü.

Ist Darksiders 3 dadurch unspielbar? Nein, absolut nicht. Leidet das schnelle Gameplay auf weiten Strecken massiv unter der Technik? Auch hier ein klares "Nein". Bleibt durch die unsaubere Technik, speziell durch die schwankende Framerate, ein wenig Spielspaß auf der Strecke? Leider ja. Man kann an dieser Stelle nur hoffen, dass diese Punkte noch via Patch verbessert werden. Das Spiel hätte es verdient.

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