Dungeons & Dragons: Daggerdale im Test - D&D zum Abgewöhnen

Der PSN Store ist noch immer nicht online und am Xbox Marktplatz gibt es nur diese Gurke. Wahrlich keine gute Woche.

von Patrick Mittler,
26.05.2011 20:45 Uhr

Nahaufnahme: Daggerdale sieht nett aus, der Grafikaufbau ist aber immer mies.Nahaufnahme: Daggerdale sieht nett aus, der Grafikaufbau ist aber immer mies.

Und wieder eine Woche ohne den PlayStation Store. Warum das für das Review von Dungeons & Dragons: Daggerdale eine Rolle spielt? Weil wir uns langsam wieder neue PSN-Downloadgames wünschen, denn diese Woche gibt es am Xbox Marktplatz außer dem D&D-Dungeon-Crawler kein neues Spielefutter. Und auf Daggerdale können selbst hartgesottene Dungeons & Dragons-Fans getrost verzichten. Aus der D&D-Lizenz kann man tolle Rollenspiele basteln, Daggerdale zeigt aber eher auf, wie das nicht geht.

Goblins zu braten macht nur zwischen den zahlreichen Bugs und Glitches Spaß.Goblins zu braten macht nur zwischen den zahlreichen Bugs und Glitches Spaß.

Über den augenscheinlichsten Makel stolpert unser frischgebackener Held (wahlweise Menschenkrieger, Elfenschütze, Zwergenkleriker oder Halblingzauberer) schon nach wenigen Spielminuten. Eigentlich sind wir ja auf einer Quest gegen Daggerdales Erzbösewicht Rezlon, doch ein viel größerer Feind ist der bärtige Zwerg in den Minen von Desertsmouth, von dem wir unsere erste Aufgabe im Spiel erhalten. Denn als der Kerl aufhört zu quatschen, bleibt die Kamera einfach auf Großaufnahme. Wir laufen minutenlang außerhalb des Bildes im Kreis (man sieht die Bewegungen anhand der kleinen Minimap) und uns dämmert eine hässliche Erkenntnis, die sich im Laufe der Plackerei… äh… im Laufe des Abenteuer immer weiter erhärtet: Daggerdale ist von vorne bis hinten voller Bugs. Die Spielfigur läuft durch Felsen, Goblins ploppen plötzlich vor uns auf oder verschwinden manchmal spurlos, die Kamera hängt wie gesagt je nach Lust und Laune in der Gegend herum und zwischendurch legt der Held gerne sein Equipment ab und ins Inventar. Im Mehrspielermodus (bis zu vier mutige Recken dürfen online ran) kann es passieren, dass Spieler auf einen Ladebildschirm geworfen werden, während der Kampf einfach rund um den Charakter weiterläuft. Ergo führt das meist zum Spielertod.

Allein kein Problem, aber zu mehrt versagt das Balancing in Bossfights total.Allein kein Problem, aber zu mehrt versagt das Balancing in Bossfights total.

Schade drum, denn man sieht Daggerdale schon an, dass die Ambitionen von Entwickler Bedlam Games hoch waren. Alle Zutaten eines zünftigen Hack-and-Slash sind vorhanden: Nette Grafik, actionreicher Spielfluss sowie die Jagd nach besserer Ausrüstung und dem nächsten Level (siehe etwa Torchlight oder Dungeon Hunter: Alliance – die funktionieren nach dem gleichen Prinzip). Aber Daggerdale rumpelt auf dem Weg zum guten Spiel durch so viele Schlaglöcher, dass der Karren schließlich liegenbleibt. Die an sich detaillierte Grafik (abgesehen von einigen klumpigen Charaktermodellen) wird durch den grottigen Bildaufbau komplett zunichte gemacht. Pop-Ups, Tearing und Ruckeln – Daggerdale hat alles. Die Story kommt über das klischeehafte »Töte den Oberschurken und alle Schergen auf dem Weg« nicht hinaus und ist trotzdem sehr textlastig. Der Schwierigkeitsgrad ist kaum ausbalanciert. Solo sind viele Kämpfe kein Problem, zu mehrt in der Gruppe werden Bossfights oft frustig schwer. Für einen Titel um 15 Euro ist zudem erstens der Charakterausbau etwas dürftig (eine Handvoll Spezialkräfte pro Charakter) und zweitens die Spielzeit mit sechs Stunden auch nicht gerade episch. Dazwischen ist es schwer, wirklich gelungene Elemente raus zu filtern. Fairerweise sei aber gesagt: Die Jagd nach Loot an sich motiviert auch nicht weniger als in anderen Dungeon-Crawlern und die vier Charaktere spielen sich angenehm unterschiedlich. Zumindest bis zum nächsten Bug, Grafikfehler oder Frustmoment.

Dungeons & Dragons: Daggerdale

Preis:

ca. 15 Euro (1200 Punkte)

Spieler:

1 bis 2 (lokal), 1 bis 4 (online)

HD optimiert:

ja

Speicherplatz:

1,79 GB

Entwickler:

Bedlam Games

Hersteller:

Atari

USK:

ab 16 Jahren

Wertung:

30 %


Kommentare(3)

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