Elden Ring: Hart, härter, Annika - und dann kam Godrick

In Teil 3 ihres Elden Ring-Tagebuchs traut sich Annika endlich an harte Gegner und besiegt sogar ihre ersten Bosse. Aber wie heißt es so schön: Hochmut kommt vor dem Fall!

von Annika Bavendiek,
10.04.2022 14:00 Uhr

Die Feinde von Annika werden immer stärker, sie aber auch. Die Feinde von Annika werden immer stärker, sie aber auch.

Meine ersten Spielstunden in Elden Ring wurden klar von zwei Gefühlen dominiert: Panik und Angst, denn das unbarmherzige Souls-Image schüchterte mich zu Beginn allzu sehr ein. Aber unzählige Schafe und die ersten Tode später, hatte ich das System soweit verstanden, dass ich sogar etwas lebensmüde in die Gegnerhorden stürmte – bereit, es zu riskieren und womöglich unterzugehen, aber dafür mit Würde. Zu meiner Überraschung kam es aber ganz anders, denn plötzlich spürte ich diese befriedigende Macht, von der ich schon so viel gehört habe.

Annika Bavendiek
@annika908

Über die Kolumnenreihe
Elden Ring ist das erste Souls-Spiel für Annika überhaupt. Dark Souls & Co. empfindet sie als zu melancholisch, zu kryptisch und zu hart, was eigentlich nicht ihren Geschmack trifft. Um aber trotz allem ein Gefühl dafür zu bekommen, was den Reiz dieser Spiele ausmacht, und um herauszufinden, ob sie als Noob überhaupt den Hauch einer Chance hat, wagt sie ihre ersten Souls-Gehversuche in Elden Ring. In ihren Tagebuchartikeln hält sie fest, wie sie sich als absoluter Neuling durch das unerbittliche Zwischenland kämpft.

Hier findet ihr die vorangegangenen Tagebuchartikel:

Das ängstliche Küken mutiert zum Schlächter

Manche Dinge brauchen Zeit. Und so dauerte es auch, bis ich meinen Mut fand, in Elden Ring mal richtig auszuteilen, statt nur ängstlich in Büschen zu hocken. Nachdem ich meine ersten Tode erlebt, das Haushalten mit den Runen verstanden und dadurch die Scheu vor dem Ableben verloren habe, begann endlich mein glorreicher Aufstieg – zumindest nach meinem eigenen Empfinden.

Ohne Furcht pflügte ich also einen Gegner nach dem anderen weg – darunter auch große Brocken wie Trolle, aber Größe ist ja bekanntermaßen nicht alles. Ich bin eigentlich kein Fan von Grind, aber die Duelle mit den vielen "kleinen" Gegnern zahlten sich so aus. Und oh Gott ja, es fühlte sich so befriedigend an, in meinem ersten Souls-Spiel etwas zu erreichen und das ganz ohne Exploits, Glitches oder andere Tricks. Denn wenn mir eines wichtig ist, dann, dass ich mir selbst den Erfolg erarbeite. Einen kleinen Blick in unsere Guides genehmige ich mir zwar mal, aber das war es dann auch schon. Was eine "Scheiß drauf, ich mach es jetzt einfach!"-Haltung doch positiv bewirken kann!

Mein erster Souls-Boss - Halleluja!

Als ich dann noch herausfand, dass ich die ganzen gesammelten Goldenen Runen einsetzen kann, um daraus Runen zu erhalten, kletterte mein Level ruckzuck nach oben. Dadurch war es mir auch relativ schnell möglich, meinen allerersten Souls-Boss überhaupt zu erledigen: den Tibiaseefahrer im Totenwasser-Dorf (Limgrave).

Tibiaseefahrer Der Tibiaseefahrer ist der erste Boss, an den ich mich rangetraut habe.

Sieg! Und den ich sogar mit etwas Geduld und Taktik recht schnell besiegt habe.

Während dieser auf seinem Bötchen herumschippert und Untote zur Verstärkung ruft – die eher nervig als stark sind – schlenderte ich geduldig durch den Tümpel, hetzte meine Geisterwuffis auf ihn und passe meine Angriffe punktgenau ab. Et voilá, nach nur wenigen Versuchen schaffte ich es tatsächlich, den Tibiaseefahrer zu besiegen. Und das fühlte sich so gut an, dass ich meinen Triumph direkt mit einer Nachricht Kollege und Souls-Experte Dennis unter die Nase rieb.

Margit an die Kette legen

Nachdem mich Dennis aber mit den Worten "Omg, wo läufst du rum? Husch, husch, zurück ins erste Gebiet!" zurück Richtung Schloss Sturmschleier schickte, traute ich mich an Margit, das Grausame Mal, heran. Eigentlich wollte ich diesen Kampf möglichst lange vor mir herschieben, aber der vorsichtige Grind zu Beginn meines Elden Ring-Abenteuers spielte mir auch hier in die Karten.

Bei den ersten Versuchen bekam ich zwar trotz Geisterasche und der Hilfe von NPC Rogier zu viel auf den Deckel, bis zum Sieg fehlte aber stets nicht viel. Den letzten Funken Leben konnte ich Margit aber auch in weiteren 20 Versuchen nicht austreiben. Um das zu schaffen, musste ich also entweder leveln, oder mir anderweitig aushelfen. Nach einem kurzen Blick in unseren Margit-Guide wusste ich dann auch, was zu tun ist: mir fehlte das Item Margits Kette, mit dem ich den Boss kurzzeitig in Ketten legen kann.

Margit Margit war eigentlich recht einfach zu besiegen. Man muss nur wissen wie.

Nerijus Um an Margits Kette ranzukommen, musste ich allerdings erst die Invasion durch Nerijus überleben.

Verpflanzter Spross Nachdem ich Margit in die Jagdgründe geschickt habe, war so ein verpflanzter Spross im Schloss doch ein Leichtes, vor allem aus sicherer Entfernung mit der Armbrust.

Also ging es ab in die Trübflusshöhle, um mir das Item zu besorgen. Das Problem hierbei: Die Invasion durch Nerijus kam mir in die Quere. Aber auch dieser Feind unterlag kurzerhand meinen Katanahieben. 5000 Runen später, die ich in der Höhle bei NPC Patches für das Item zahlen musste, schritt ich mit der Kette optimistisch zurück zu Margit und erlegte ihn so tatsächlich ohne große Mühen.

Direkt danach stellte ich mir die Frage: War das echt alles? Ja, Margit war stärker als der Tibiaseefahrer, aber der war zu meiner Überraschung ebenfalls gut schaffbar. Und auch im Anschluss hatte ich vergleichsweise wenig Probleme, mich durch Schloss Sturmschleier zu kämpfen. Selbst der verpflanzte Spross war schnell besiegt, musste ich doch nur vom Nebenraum aus entspannt mit der Armbrust auf ihn schießen.

Bin ich also vielleicht gar keine so schlechte Souls-Spielerin wie gedacht? Oder hatte ich mich wirklich nur durch die vielen einfachen Opfer zu Beginn unbewusst so stark hochgelevelt, dass es mir daher nun so leicht fiel?

Und dann kam Godrick

Durch die unerwartet angenehmen Bosskämpfe und weiteren schnellen Erfolge fühlte ich mich einerseits befriedigend mächtig, andererseits aber auch überraschend wenig gefordert. Allerdings soll man ja bekanntermaßen den Mund nicht zu voll nehmen, was mir aber genau passierte. Denn als ich im Schloss endlich auf Godrick traf und mich in Gewissheit eines vermeintlich schnellen Triumphes in die Schlacht stürzte, lehrte Elden Ring mich, was es heißt, im Souls-Genre jämmerlich zu versagen.

In Godrick habe ich meinen Meister gefunden - vorerst?! In Godrick habe ich meinen Meister gefunden - vorerst?!

Egal wie häufig ich es versuchte, egal welche Taktik ich anwendete, Godrick und seine unzähligen Arme ließen mir keine Chance. Es war, als wollte mir das Spiel vorab bewusst ein Gefühl von Hochmut einbläuen, um mich danach so richtig tief fallen und auf dem Boden zerschmettern zu lassen. Bravo Elden Ring, das hast du wirklich geschafft. Mein hart erarbeitetes Selbstbewusstsein wurde durch Godrick in wenigen Sekunden in seine Einzelteile zerfetzt - was aber nicht bedeutet, dass ich mich geschlagen geben werde.

Denn hiermit schwöre ich hoch und heilig: Godrick, der Verpflanzte, ich kriege dich! Und wenn es mich hunderte Stunden an Grind in Elden Ring kostet!

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