GamePro wird 20 - Bernd blickt zurück: Wundertüte GamePro

Bernd stieß knapp ein Jahr nach Launch des Heftes dazu und wurde zum unentbehrlichen Teil der Redaktion. Rückblickend meint er: Viele Verrückte formten das perfekte Team.

Auf der Games Convention testet Bernd gewissenhaft, ob die Stullen am Stand nach der richtigen Anleitung geschmiert wurden. Auf der Games Convention testet Bernd gewissenhaft, ob die Stullen am Stand nach der richtigen Anleitung geschmiert wurden.

Als mir Gunnar am 1. Oktober 2003 das Testmuster zu Whiteout für PS2 in die Hand drückt, dämmert es mir allmählich: Ich bin Teil der GamePro! Teil des Magazins, von dem ich zuvor ein Jahr lang jede Ausgabe und jedes Video zuhause verschlungen habe. Teil des Teams, dessen Charaktere und Persönlichkeiten mir schon längst ans Herz gewachsen waren.

Und auf einmal sitze ich mit Kai Schmidt und Henry Ernst zusammen in einem Büro, wir reden über Herr der Ringe, Final Fantasy 7, Dolby Digital ... und das soll ab jetzt mein Job sein? Unfassbar. Von da an war jeder Tag wie eine riesige, bunte Wundertüte: Der erste Redaktionsbesuch eines PR-Vertreters (Mafia für Xbox), der erste größere Test, die erste Titelgeschichte, die erste Pressereise, die erste Reise überhaupt in die USA (zum Captivate nach Las Vegas), nach Japan, die erste berufliche gamescom (und der Kontakt mit euch Lesern!) – das alles in einem solchen Tempo, dass ich manchmal erst mit etwas Abstand verstanden habe, welche Fahrt mein Leben aufgenommen hatte.

Bernd Fischer

Bernd ist ein Multitalent: Redakteur, Kameramann, Video-Cutter, Vielflieger, Familienvater, Jessica-Biel-Bewunderer und Herrchen von Mops Otto. Oh, und Schlagzeuger ist er. Freestyle-Trommelfeuer auf jeder Fläche, wie die leidgeprüften Kollegen bestätigen können. Im Testvideo zu 187: Ride or Die prägte er zudem den Spruch "Tight wie ein Mäusepopo".

Das Team als Schlüsselfaktor

Das Besondere am Team damals: Jeder hatte seine feste Rolle, jeder seine kreativen Freiheiten. Wann immer eine gute Idee um die Ecke kam, wurde die umgesetzt. Multiplayer-Session mit Steel Battalion und den absurd großen Joysticks? Machen wir! Mitfahrzentrale zur Gamescom mit Semmel-Schmieranleitung? Legt los! Alles wurde durchgewunken, was cool und realistisch umzusetzen war.

So habe ich das wahrgenommen, so habe ich das geliebt und so hat sich das auch in der Außenwahrnehmung bemerkbar gemacht – zumindest bin ich fest davon überzeugt. Dabei war es sicher auch nicht immer leicht, unseren Haufen zusammenzuhalten, aber die lange Team-Leine war schließlich genau der richtige Weg, um am Ende jedes Monats ein Heft in der Hand zu halten, auf das wir alle stolz waren.

Bernd in seinem Element: auf Messetour mit tonnenschwerem Kamera-Equipment im Gepäck. Bernd in seinem Element: auf Messetour mit tonnenschwerem Kamera-Equipment im Gepäck.

Prädikat: wertvoll

Sicher ist: Ohne die GamePro wäre mein Leben anders verlaufen. Wie genau, kann ich natürlich nicht sagen, aber ich wäre um unzählige einzigartige Erfahrungen, wunderschöne Erlebnisse ärmer. Das betrifft vor allem die vielen (teils sehr engen!) Freundschaften, die ich in dieser Zeit geschlossen habe und die sich bis heute halten. Nicht vorstellbar, dass es die in meinem Leben nicht gegeben hätte!

Klar, vieles hat sich seitdem auch geändert, aber eines kann ich mit Bestimmtheit sagen: Die Begeisterung, die Vorfreude, endlich selbst an ein neues heißerwartetes Spiel Hand anzulegen, ist immer noch da. Und wird wahrscheinlich auch noch da sein, wenn ich meinen Pflegern im Altersheim mit den Anekdoten aus der guten, alten Branchenzeit auf die Nerven gehe.

Henry hat mal versucht, für das Video von SSX3 den perfekten Lauf vom Gipfel bis ins Tal aufzunehmen. Einen kompletten Tag lang. Ich weiß nicht, wie oft er es probiert hat, wie oft er fluchend aus dem Raum gestürmt ist, in dem wir die Spiele gecaptured haben. Aber er hat es probiert. Immer und immer wieder. Bis es geklappt hat und die Aufnahme im Kasten war. Auch wenn ein ganzer Tag dafür drauf ging.

So waren wir damals.

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