Im Ofen lassen sich viele leckere Gerichte zaubern: Pizza, Lasagne, aber auch... Grafikkarten? Das hat zumindest dieser Spieler hinbekommen. Er griff auf einen seltsamen Reparaturkniff zurück, nachdem die GPU in seinem Rechner immer mehr Probleme machte. Und es hat wohl tatsächlich funktioniert!
GPU-Reparatur im Backofen
Der User WilczeQSS hat sich ordentlich ins Zeug gelegt, um seine altehrwürde Geforce GTX 1080 wieder zum Laufen zu bringen. Sie zeigte laut seinen Aussagen immer mehr nervige Grafikartefakte und schaltete irgendwann nur noch auf Schwarz.
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Der Spieler hat daraufhin die dazugehörigen Grafiktreiber von Nvidia neu installiert, aber da das nichts gebracht hat, wurde sie aufgeschraubt, der Grafikchip mit neuer Wärmeleitpaste bestrichen, Wärmleitpads auf Speicher und Spannungsreglern getauscht und eine gründliche Reinigung mit Isopropylalkohol durchgeführt.
Gebracht hat das alles aber nichts, weshalb er schlussendlich zu einer "verbotenen" Technik gegriffen hat: Er hat die Grafikkarte vom Kühler befreit, in Aluminiumfolie gehüllt, bei knapp 200 Grad Celsius gebacken und gebetet, dass alles gut geht.
Und tatsächlich – Die GTX 1080 läuft wieder, der Rechner springt also ganz normal an und zeigt ein Bild, wie in seinem Beitrag zu sehen ist:
Link zum Reddit-Inhalt
Aber Moment, wie kann das funktionieren?
Der Redditor hat sich im Grunde einen sogenannten Reflow-Ofen selbstgebaut. Eingewickelt in der Alufolie wird Lötzinn durch die Hitze wieder verflüssigt und beim Abkühlen ausgehärtet. Der GPU-Chip liegt beispielsweise auf kleinen Lötbällchen, die bei mangelhaftem Kontakt zu einem Defekt führen.
Aber auch alle anderen Komponenten wie Speichermodule, Widerstände und Anschlüsse sind angelötet. Durch den 'Reflow' schließen sich mikroskopisch kleine Lücken im Zinn, der Stromfluss wird durch das Verfahren also wiederhergestellt.
Allerdings ist der hausgemachte Fix meist nur von kurzer Dauer: Da die gesamte Platine beim Backen erhitzt wird und somit alle Bauteile während des Vorgangs gelockert werden, können an anderen Stellen schlechte Lötpunkte entstehen, die dann auf lange Sicht Probleme machen.
Zudem werden die Komponenten der GPU kurzweilig einer extremen Hitze ausgesetzt, obwohl nicht alle dafür ausgelegt sind. Die Wärme kann zum Beispiel bei Elektrolytkondensatoren zu einer rapiden Alterung führen, unter Umständen können die kleinen Metallzylinder sogar platzen.
Unter den Kommentaren finden sich daher auch noch ein paar Tipps, wie es besser geht: So sollte man die GPU in Alufolie wickeln und punktuell beispielsweise über ein stabförmiges Thermalelement oder einen leistungsfähigen Heizstab erhitzen.
Dabei hält man sich am besten zusätzlich auch noch an ein sogenanntes Reflow-Profil, denn das gibt einen optimalen Temperaturverlauf bei dem Vorgang vor. Somit seien die Erfolgschancen höher und die Defektwahrscheinlichkeit geringer, da die Platine weniger stark beansprucht wird.
Durch den Verzicht auf den Backofen werden auch mögliche gesundheitliche Folgen so gut wie ausgeschlossen, denn Flussmittelrückstände auf der Platine sowie ausweichende Oxide sind giftig und können sich als Partikel im Ofen sammeln. Sie würden dann über euer Essen in euren Körper gelangen.
Wir raten daher auch vehement von einem Backselbstversuch ab. Eine kaputte Grafikkarte und auch andere technische Geräte solltet ihr in die Hände von Reparaturprofis geben.
Für WilczeQSS ging wohl soweit alles gut, allerdings rechnet der User nicht mit einem langfristigen Erfolg. Dafür sei der DIY-Ansatz einfach nicht ausgelegt. Er plant daher, sich in einigen Monaten einen neuen PC zu kaufen und möchte sich die GTX 1080 dann am liebsten einrahmen. Nach solch einer Wiederbelebung ist das wahrscheinlich auch mehr als verdient.
Habt ihr schon einmal von dem Ofen-Trick gehört? Was macht ihr mit defekten Gerätschaften?
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