Viele PC-Spielende werden darauf gehofft haben, dass die PS5-Version von GTA 6 wenige Tage nach Release im Netz landet, um sie dann am Rechner zu emulieren oder per Dekompilierung zu portieren. Auch wenn es sich dabei rein rechtlich logischerweise um Raubkopien handeln würde. So weit dürfte es aber aller Voraussicht nach nicht kommen, da ein dafür notwendiger Hack vor kurzem von Sony verhindert wurde.
Exploit wird wenige Wochen vor GTA 6-Release an Sony gemeldet
KI-unterstützte Coding-Agenten sorgen gerade für einen Durchbruch nach dem anderen bei PC-Portierungen von exklusiven Konsolen-Spielen, der Emulation von komplexen Systemen wie der PS4 und PS5 sowie beim Finden von Sicherheitslücken.
49:18
Chaos und Größenwahn: So ist GTA 6 entstanden
Eine dieser Lücken ist auch ein Hypervisor-Exploit für die PS5. Der Hypervisor verwaltet bei der Current Gen-PlayStation die unterschiedlichen, voneinander abgegrenzten Systemebenen und stellt sicher, dass DRM-Maßnahmen greifen.
Exploits, die den Hypervisor aushebeln, sind extrem selten, da er unter anderem durch Speicherbereiche abgesichert wird, die sich nicht auslesen oder umschreiben lassen. Eine Möglichkeit, den Hypervisor zu überlisten, wurde jedoch von dem bekannten Google-Sicherheitsexperten Andy "TheFlow" Nguyen gefunden und über mehrere Jahre hinweg geheim gehalten.
Der Plan war, die Lücke erst nach dem Release von GTA 6 zu veröffentlichen, damit der Titel auf PS5-Konsolen über einen Jailbreak gemoddet werden kann und sich Cheats aktivieren lassen. In den vergangenen Monaten sind noch weitere Hacker auf den Hypervisor-Exploit aufmerksam geworden, zum Teil unter Zuhilfenahme von KI. Es wurden jedoch auch zwischen ihnen Absprachen getroffen, den GTA 6-Release abzuwarten.
KI sollte aber all ihre Pläne letztendlich zunichtemachen: Nicht nur langjährige Hacker sind auf die Hypervisor-Lücke gestoßen, sondern auch Neulinge, die die Systemsoftware der PS5 mit KI-Agenten wie Claude Code abgegrast haben, um sie bei Sonys Kopfgeldprogramm einzureichen und daran zu verdienen.
Einer der langjährigen Hacker, die zuvor den Hypervisor-Exploit fanden, hat daraufhin aus Panik die Lücke selbst bei Sony eingereicht, um noch ein Belohnung für seine Entdeckung zu erhalten. Ein Preisgeld von 50.000 Dollar konnte er somit einstreichen.
Die Lücke wurde dann in einem der jüngsten Firmware-Updates für die PS5 gepatcht. Laut Andy Nguyen handelte es sich dabei um den "letzten" bekannten Hypervisor-Exploit:
Link zum Twitter-Inhalt
Sony hat damit das Schlimmste abgewendet
Da ein Hypervisor-Exploit dafür benötigt wird, PS5-Spiele auf der Konsole zu entschlüsseln, ist es nach derzeitigem Wissensstand unmöglich, das Spiel zu vervielfältigen oder auf den PC zu bringen. Es ist zwar bereits bekanntgeworden, dass sich ein neuer Jailbreak auf dem Weg befindet, der auf allen Konsolen mit der aktuellen Firmware 14.20 genutzt werden kann, dieser würde ohne einen entsprechenden Hypervisor-Exploit aber nicht mächtig genug sein.
Was ist ein Jailbreak?
Bei einem Jailbreak wird eine Lücke in der Software eines technischen Geräts ausgenutzt, um eigenen Code einzuschleusen und die Hardware somit von den Sicherheitsmaßnahmen des Herstellers zu "befreien".
Ist ein Jailbreak legal?
Ein Jailbreak an sich ist nach deutschem Recht legal, wie auch der Jurist Christian Solmecke in einem Video bestätigt. Sony steht es aber frei, eine Konsole vom PSN zu bannen, sollte sie sich in modifiziertem Zustand mit den Servern des Online-Dienstes verbinden.
Wird die Konsole für Raubkopien genutzt, wird der rechtlich legale Rahmen wenig überraschend verlassen, da ihr euch mit der Beschaffung, Anfertigung und/oder Verbreitung strafbar macht.
Was ist mit einem Jailbreak möglich?
Bei einer PlayStation wird ein Jailbreak beispielsweise genutzt, um:
- Singleplayer-Spiele zu modifizieren, damit sie in höheren Framerates laufen
- Cheats in Singleplayer-Spielen zu aktivieren
- eigene Programme wie Medien-Player oder selbstentwickelte Spiele zu starten
- verschollene Apps und Spiele wie die von Konami entfernte P. T.-Demo zu spielen
- Linux als alternatives Betriebssystem zu installieren
Droht mir Gefahr durch einen Jailbreak?
Mit einer alten Firmware ist es nicht möglich, sich beim PlayStation Network anzumelden, Schmutzfinken können euch also nicht gefährlich werden. Funktionen innerhalb des Online-Service sind zudem durch weitere Sicherheitsmaßnahmen geschützt.
Es könnte zwar in der Zwischenzeit noch passieren, dass eine weitere Hypervisor-Sicherheitslücke kurz vor dem Release von GTA 6 oder unmittelbar danach gefunden wird. Da es aber gerade einmal zwei solcher Exploits in der gesamten PS5-Historie gab und der letzte Fund bereits einige Jahre alt ist, stehen die Chancen für Sony ziemlich gut, den GTA 6-Launch durch die geschlossene Sicherheitslücke "gerettet" zu haben.
Wäre GTA 6 nur ein paar Wochen früher herausgekommen oder der Hypervisor-Exploit ein paar Wochen später vollumfänglich bekannt geworden, wäre es ab Sekunde Eins für Raubkopierer ein gefundenes Fressen gewesen. Jetzt droht aber kaum noch Gefahr.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Dein Kommentar wurde nicht gespeichert. Dies kann folgende Ursachen haben:
1. Der Kommentar ist länger als 4000 Zeichen.
2. Du hast versucht, einen Kommentar innerhalb der 10-Sekunden-Schreibsperre zu senden.
3. Dein Kommentar wurde als Spam identifiziert. Bitte beachte unsere Richtlinien zum Erstellen von Kommentaren.
4. Du verfügst nicht über die nötigen Schreibrechte bzw. wurdest gebannt.
Bei Fragen oder Problemen nutze bitte das Kontakt-Formular.
Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.
Nur angemeldete Plus-Mitglieder können Plus-Inhalte kommentieren und bewerten.