Illegale Downloads - Online-Piraterie kann Umsatz von Videospielen sogar steigern, sagt EU-Kommission

Einem Bericht der EU-Kommission zufolge sind illegale Online-Aktivitäten wahrscheinlich förderlich für den Umsatz von Videospielen. Lange Zeit wurden Teile der Studie vor der Öffentlichkeit geheim gehalten.

von Nastassja Scherling,
25.09.2017 20:00 Uhr

Machinarium wurde so oft raubkopiert, dass die Entwickler Piraten irgendwann Amnestie in Form eines Rabattes anboten. Machinarium wurde so oft raubkopiert, dass die Entwickler Piraten irgendwann Amnestie in Form eines Rabattes anboten.

Illegale Downloads sind entgegen allgemeiner Einschätzung nicht schädlich für den Umsatz der Videospielindustrie - sondern das genaue Gegenteil.

Wie das Online-Portal Netzpolitik berichtet, wurde die im Jahr 2013 ausgeschriebene Piraterie-Studie der EU-Kommission bereits 2015 beendet und anschließend nur selektiv veröffentlicht. Erst auf Nachforschung der EU-Abgeordneten Julia Reda wurde der vollständige Bericht kürzlich an die Öffentlichkeit getragen.

Piraterie erhöht legalen Verkauf von Spielen vermutlich um 24%

Der Studie zufolge steigert Piraterie den Verkauf von Videospielen um 24 Prozent. Ein Auszug aus dem Bericht erklärt die überraschende Erkenntnis:

"Für Videospiele ist die geschätzte Auswirkung von illegalen Online-Transaktionen auf den Verkauf positiv - implizierend, dass illegaler Konsum zu mehr legalem Konsum führt. Dieser positive Effekt von illegalen Downloads und Streams auf die Verkäufe von Spielen könnte durch die Industrie erklärt werden, die illegale Nutzer erfolgreich zu zahlenden Usern umwandelt. Taktiken, die die Industrie verwendet, sind beispielsweise das Angebot von Gameplay mit extra Boni oder extra Level für zahlende Konsumenten."

Mehr: Illegales Filesharing - EuGH urteilt gegen Pirate Bay, Gefahr für YouTube?

Publisher haben sich in den vergangenen Jahren immer neue Kniffe ausgedacht, um der illegalen Download-Szene Herr zu werden - so wie beispielsweise den Denuvo-Kopierschutz. Es bleibt abzuwarten, ob und wie die Industrie auf das Ergebnis der Studie reagiert.

Überrascht euch das Ergebnis der Studie?

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