Kena: Bridge of Spirits ist ein PlayStation-exklusives Pikmin-Abenteuer

Im PlayStation-exklusiven Kena: Bridge of Spritis führen wir eine Horde an süßen Fell-Geistern an- und das könnte ziemlich interessant werden.

von Hannes Rossow,
20.01.2021 12:00 Uhr

Kena: Bridge of Spirits erscheint im März 2021. Kena: Bridge of Spirits erscheint im März 2021.

Genre: Action-Adventure Entwickler: Ember Lab Plattform: PS4, PS5, PC Release: März 2021

Das kommende Jahr hält für PlayStation-Fans ein paar spannende Titel bereit. Doch es muss nicht immer Horizon Forbidden West oder das nächste Gran Turismo sein - eines der interessantesten Spiele für PS4 und PS5 wirkt auf dem ersten Blick sogar recht unscheinbar. Doch hinter Kena: Bridge of Spirits versteckt sich ein charmantes Abenteuer, das sowohl Herz als auch Köpfchen ansprechen möchte.

Kena, die agile Heldin des Spiels, ist eine sogenannte Seelenführerin und kümmert sich um die traumatisierten Seelen von Verstorbenen, die aus allerlei Gründen nicht in die Geisterwelt gelangen können. Auf der Suche nach dem heiligen Bergschrein, gelangt sie in ein vergessenes Dorf, umwuchert von einem düsteren Wald. Dieser Ort hat ein Geheimnis, das es zu aufzuklären gilt - während uns die Geisterbevölkerung der Gemeinschaft zu schaffen macht.

Was macht Kena: Bridge of Spirits so besonders?

Kena: Bridge of Spirits ist in erster Linie ein story-basiertes Action-Adventure, das auf einen linearen Spielverlauf setzt und (zum Glück) nicht die nächste Open World bieten will. Den besonderen Kniff, den die Entwickler von Ember Lab einbauen wollen, hat etwas mit den kleinen, pechschwarzen Knuffelmonstern zu tun, die schon im ersten Trailer prominent vorgestellt wurden. Diese kleinen Geister bilden die sogenannte "Fäulnis" und sorgen für das Gleichgewicht in der Welt, indem sie tote (und verfaulte) Materie zersetzen und umwandeln.

Erster Trailer zu Kena: Bridge of Spirits zeigt eine Fantasy-Welt zum Verlieben 2:15 Erster Trailer zu Kena: Bridge of Spirits zeigt eine Fantasy-Welt zum Verlieben

Schnapp sie dir alle: Insgesamt gibt es 100 verschiedene Versionen dieser kleinen, scheuen Racker und Kena kann sie alle in der Spielwelt entdecken, rekrutieren und dem eigenen Fäulnis-Team hinzufügen. Mit dieser Garde an vielseitig einsetzbaren Helferlein strahlt Kena: Bridge of Spirits schnell Gameplay-Vibes aus, die an die Pikmin-Reihe erinnern. Ähnlich wie in Pikmin können wir auch als Kena Befehle erteilen, die unsere Fäulnis-Tierchen pflichtbewusst erledigen. Mal bewegen sie Gegenstände, mal lenken sie Gegner ab und manchmal schalten sie sogar neue Abschnitte in der Spielwelt frei.

Neben dem allgemeinen Sammeltrieb, alle Fäulnis-Geister zu finden, soll es zudem auch möglich sein, ihre Fertigkeiten aufzuwerten. Ob das automatisch passiert oder eine bestimmte Ressource zum Einsatz kommt, ist aber unklar. Was wir hingegen wissen, ist, dass sich die Geister mit Hüten auch optisch anpassen lassen - und auch wenn Deko-Gegenstände immer etwas danach klingt: Nein, Kena: Bridge of Spirits wird keine Mikrotransaktionen enthalten. Allerdings könnten zusätzliche Fäulnis-Geister mit neuen Fähigkeiten als DLC erscheinen.

Wie stark die Fäulnis-Geister in die Spielrätsel eingebunden werden, ist noch schwer zu sagen. Wie stark die Fäulnis-Geister in die Spielrätsel eingebunden werden, ist noch schwer zu sagen.

Ein spannendes Abenteuer für "zwischendurch"

In der Theorie greifen unsere Geister auch in die actionreichen Kämpfe ein, die wir als Kena zu bestreiten haben. Allerdings erst dann, wenn die Gegner ausreichend geschwächt sind - vorher ist die Angst dann doch etwas zu groß. Also liegt es in erster Linie an Kena, den Feinden auf die Mütze zu geben. Glücklicherweise ist sie da sehr versiert und teilt ordentlich mit ihrem Stab aus, der sich auf Wunsch auch in einen Bogen verwandeln lässt und Fernkampf-Attacken ermöglicht.

Kampfsystem mit ordentlich Action: Neben den leichten und schweren Nahkampf-Angriffen kann sich Kena aber auch gut verteidigen. Auf Knopfdruck hechtet sie für einen Ausweichsprung zur Seite und kann ein pulsierendes Schild heraufbeschwören, das sie schützt und eine eigene Trefferpunkte-Leiste hat. Der Puls, der hinter Kenas Schild steckt, lässt sich aber auch zum Finden von Hinweisen in der Spielwelt einsetzen. Zwar soll das Abenteuer recht geradlinig werden, dennoch aber Raum für Erkundungen bieten - und da kommt so eine Hilfestellung gerade recht.

Die Gegner in Kena: Bridge of Spirits wirken furchteinflößend, aber Kena weiß sich zu wehren. Die Gegner in Kena: Bridge of Spirits wirken furchteinflößend, aber Kena weiß sich zu wehren.

Laut des Entwicklungsteams soll Kena: Bridge of Spirits kein überladenes Mammutwerk werden, dass Spieler*innen mit Füller-Inhalten unzählige Stunden vor den Bildschirm lockt. Zwar wird es durchaus auch Nebenaktivitäten geben, wie versteckte Spielabschnitte, die erst die Fäulnis-Geistern für uns öffnen, dennoch soll sich Kena: Bridge of Spirits "an einem Wochenende" durchspielen lassen.

Technisch vielversprechend, vor allem auf PS5

Zwar gibt es von Kena: Bridge of Spirits bisher zwar nur einen Trailer und eine Reihe an Screenshots zu sehen, doch optisch macht das PlayStation-Exclusive einen starken Eindruck. Der charmante Look wirkt bislang recht polished und die von östlichen Regionen wie Japan und Bali inspirierte Spielwelt lädt zum Erkunden ein. Wirklich "hübsch" wird es aber nicht immer sein, geht es doch gerade darum, dass die Spielwelt teilweise zerfallen ist und erst von Kena wiederhergestellt und in ihren Ursprungszustand zurückversetzt werden muss.

Jeder der kleinen Plagegeister hat ganz eigene Fertigkeiten. Jeder der kleinen Plagegeister hat ganz eigene Fertigkeiten.

Next-Gen-Verbesserungen: Das geheimnisvolle Dorf, das ich eingangs erwähnt hatte, dient auch als Hub-Bereich und hier werden wir unseren Spielfortschritt wohl am deutlichsten sehen können. Aus morschen Baumstämmen und fauligem Unterholz wird dann eine farbenprächtige Umgebung, die "geheilt" wieder lebendig wirkt. Auf der PS5 soll die eingebaute SSD-Festplatte zudem dafür sorgen, dass diese Übergänge geschmeidig vonstatten gehen. Sogar der Spielstart soll innerhalb von zwei Sekunden erledigt sein - Ladebildschirme soll es keine geben.

Wer auf der PS5 spielt, soll in Kena: Bridge of Spirits aber auch allgemein die grafisch bessere Variante des Spiels bekommen. So soll die Vegetation viel dichter sein und es lassen sich auch mehr Fäulnis-Geister gleichzeitig auf dem Bildschirm darstellen. Zudem werden auch die besonderen DualSense-Funktionen eine Rolle spielen - der Bogen von Kena wird sich durch die adaptiven Trigger des PS5-Controllers authentisch mit dem Finger spannen lassen.

Für wen ist Kena: Bridge of Spirits interessant?

Um das Dorf und die Spielwelt "heilen" zu können, muss Kena viel Vergangenheitsbewältigung betreiben. Um das Dorf und die Spielwelt "heilen" zu können, muss Kena viel Vergangenheitsbewältigung betreiben.

Actionreiches Abenteuer mit Rätsel-Kniff: Durch den Einsatz der Fäulnis-Geister verspricht Kena: Bridge of Spirits clevere Rätsel aber auch ein gewisses strategisches Element in den Kämpfen bieten zu können. Falls es euch gefällt, eine kleine "Armee" zu befehligen, bekommt hier also vielleicht ein wunderschönes Action-Adventure, das zu Teilen an The Legend of Zelda und Pikmin erinnert.

Allerdings dürfte auch die Story des Spiels interessant werden, zumindest lässt die Grundthematik von Verlust, Abschied und Trauer ein emotionales Abenteuer erhoffen. Gerade Kena selbst scheint ein persönliches Schicksal zu tragen, das im Spielverlauf aufgedeckt wird - die große Narbe an ihrem Körper soll nämlich eine Erinnerung an eine traumatische Erfahrung mit ihrem Vater symbolisieren.

GamePro-Einschätzung

Hannes Rossow
@Treibhausaffekt

Schon bei der Enthüllung im letzten Jahr machte Kena: Bridge of Spirits einen sehr guten Eindruck auf mich. Nicht nur, dass hier offenbar ein Action-Adventure auf uns wartet, das eine gesunde Einstellung zum Thema Umfang hat, das Spiel sieht dabei auch noch wirklich schön aus. Ich wünsche mir eine persönliche, melancholische Geschichte, die kompakt erzählt wird und mich dabei durch eine beeindruckende Spielwelt führt.

Auch an die Fäulnis-Geister habe ich hohe Erwartungen. Ich mag die Vielfältigkeit der Einsatzmöglichkeiten, die Kena: Bridge of Spirits bieten will. Bleibt nur zu hoffen, dass das Rätsel-Potenzial der Geister auch ausgereizt wird - einfach nur Gegenstände hin und her schieben könnte schnell eintönig werden. Mit einem kreativen Blick auf die Pikmin-Reihe sollte aber ausreichend Inspiration vorhanden sein, das Feature auf die gesamte Spieldauer sinnvoll einbinden zu können.

zu den Kommentaren (120)

Kommentare(120)

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.