Auch wenn die LEGO Pokémon Spiel-Sets ohne den Smart Brick einige Funktionen bieten, bringt der digitale Stein eine neue Ebene ins Spiel und erweitert das Spielerlebnis mit den Klotz-Taschenmonstern. So zumindest die Idee. Wie gut LEGO das umgesetzt hat, durfte ich bereits bei einem Event herausfinden.
So laufen die Kämpfe mit dem Smart Brick ab
Um wirklich kämpfen zu können, werden mindestens zwei der smarten Steine sowie wenig überraschend zwei Pokémon benötigt. Um den Brick zu nutzen, wird je nach Modell die Brust, der Kopf oder der Bauch entfernt. Dahinter verbirgt sich nämlich Platz für einen Smart Tag, der dem Stein sagt, dass er jetzt zum Beispiel ein Pikachu ist.
Danach kann ich das Stück wieder anbringen und es schauen nur noch ein bis zwei Lichter heraus, die als Lebensanzeige dienen. Um den Kampf zu starten, nehme ich jetzt die zwei Pokémon, die per Brick “zum Leben erwacht sind”, wackel kurz mit ihnen und schon startet der Kampf-Modus.
Drei Bewegungen und wildes Schütteln: Sobald die Kampf-Musik ertönt, greife ich mit schnellen, zum Gegner gerichteten Bewegungen an. Halte ich das Pokémon hingegen nach hinten und wedel mit der Figur hin und her, dann wird bei einer darauffolgenden Vorwärtsbewegung ein aufgeladener Angriff ausgeführt.
Die dritte Bewegungsmöglichkeit ist, das Pokémon wegzubewegen und so auszuweichen. Dadurch ergibt sich ein sehr schneller Kampf, der einfach zu verstehen ist und erstmal sehr wild ausfällt.Dank der Geräuschkulisse wird aber vor allem Kindern das Gefühl gegeben, dass ihr Pokémon wirklich am fighten ist.
Wie so ein Kampf aussehen kann, zeige ich euch hier im Video direkt vom Launch-Event:
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LEGO Pokémon: So laufen die Kämpfe zwischen den Baustein-Monstern mit Smart Brick ab
Die Kämpfe bieten viel mehr als es den Anschein hat
Klingt alles vielleicht erstmal nicht sonderlich tiefgängig und durchdacht, zum Glück gibt es aber einige interessante Elemente, die den Kämpfen mehr taktische Würze und eine gewisse Unvorhersehbarkeit geben.
Jedes Pokémon hat zum Beispiel einen Standard-Wert für KP (Kraftpunkte/Leben) sowie einen Stärke-Wert für Attacken. Hinzu kommen, wie auch in den Spielen, unterschiedliche Typen, die das Kampfglück beeinflussen. So ist Pikachu als Elektro-Pokémon stark gegen Schiggy, aber schwach gegen Kleinstein. Trotzdem könnt ihr durch geschicktes Ausweichen auch mit einem Typen-Nachteil gewinnen – etwas, das in den “echten” Spielen nur sehr schwer möglich ist.
Durch Training könnt ihr zudem direkt Einfluss auf die Werte nehmen. Dafür scannt ihr vor dem Kampf einen der Trainings-Tags und startet dann mit besonderer Musik in den Trainings-Modus. Mit jeder darin getätigten Bewegung sammelt euer Pokémon Erfahrungspunkte, und wenn ihr fertig seid, könnt ihr euer Modell abstellen und durch die Geräusche hören, ob euer Klötzchen-Monster im Level gestiegen ist. Dabei werden dessen Werte allerdings zufällig erhöht, weshalb ihr auch nicht wirklich wisst, wie sehr das Training den nächsten Kampf beeinflussen wird.
Übrigens wird nichts auf den Smart Bricks gespeichert, ihr müsst also immer wieder von vorn starten. Das Training, die Items und die KP werden sofort zurückgesetzt, sobald der Smart Brick einmal entfernt wurde oder der Akku leer ist.
Zudem sind die Launen der Pokémon immer etwas unterschiedlich. Manchmal nehmen sie bestimmte Gegenstände, wie ein Sandwich, außerhalb von Kämpfen gar nicht an, manchmal muss man es einfach öfters probieren. Es sind die kleinen Dinge, die die Taschenmonster per Smart Brick dann doch etwas lebendiger wirken lassen, als ich es zunächst vermutet hatte.
Das sind die Geräusche der Pokémon-Sets
Einer der ganz großen Kritikpunkte beim Smart Brick sind für viele Klemmbaustein-Interessierte die Geräusche, die die Steine und damit indirekt dann die Modelle von sich geben. Bei LEGO Star Wars wurden zum Beispiel keine echten Stimmen verwendet, stattdessen wurden die Stimmen von Darth Vader und Co. über einen eingebauten Synthesizer erzeugt. Mehr als ein paar blecherne Geräusche kommen dabei jedoch nicht heraus und das klingt dann doch stellenweise etwas befremdlich.
Für Pokémon wird das gleiche System verwendet, was dafür sorgt, dass auch dieses Mal die Geräusche absolut nicht so klingen, wie ihr es aus den Spielen oder dem Anime kennt.
Es wurde mittels unterschiedlicher Höhen und Tiefen der Geräusche zwar grundsätzlich darauf geachtet, die Persönlichkeiten der einzelnen Pokémon zu treffen, aber am Ende gleichen sich die Laute, die die putzigen Viecher von sich geben, dann doch sehr in ihrer monoton-blechernen Art. Beispielsweise hätte ich mir von den Sounds gewünscht, dass ich auch mit geschlossenen Augen ein Schiggy oder ein Quaks voneinander unterscheiden kann – leider ist das nicht der Fall.
Die Musik hingegen ist durchaus gelungen. Auch wenn sie sich nicht unmittelbar an das kultige Original hält, zum Beispiel ruft die Kampfmusik direkt ein sehr antreibendes und motivierendes Gefühl hervor. Wie das Ganze klingt, könnt ihr euch ebenfalls im oberen Video anhören.
Was die Sets auch ohne den Smart Brick alles so drauf haben, erfahrt ihr in einem eigenen Artikel:
Kämpfe sind ein netter Bonus, aber nicht mehr
Mit den Pokémon-Sets löst LEGO das Versprechen des Smart Bricks deutlich besser ein als noch bei Star Wars gemacht wurde. Es handelt sich um eine sinnvolle Erweiterung des Spielens durch Sound und Lichter sowie cleveren Spielmechaniken.
Es ist aus meiner Sicht der nächste wichtige Schritt für das System, um deutlich zu machen, was der Stein kann. Denn mit jeder neuen Funktion können Kinder diese auch untereinander mischen, in eigenen Bauten verwenden und so ganz neue Wege finden, die Technik anzuwenden.
Für sich betrachtet, sind die Kämpfe nicht großartig ausgeklügelt, aber vor allem für Kinder kurzweilig und interaktiv. Und wenn sie eben irgendwann öde werden, dann haben die Sets auch noch genug Spielwert, um nicht vom Brick abhängig zu sein, was vor allem in Anbetracht der kurzen Akkulaufzeit sehr hilfreich ist. Genau so könnte es dann gern mit anderen Reihen wie Marvel oder Harry Potter weitergehen!
Könnt ihr euch vorstellen, mit euren LEGO Pokémon und dem Smart Brick in den Kampf zu ziehen?
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