Im Versus-Modus von Call of Duty: Modern Warfare 4 hätte ich mir von einer Sache deutlich weniger und von einer viel mehr gewünscht

Der kompetitive Multiplayer von Modern Warfare 4 stößt Chris mit seinem harten SBMM-Balancing sauer auf, genau wie mit seiner Formelhaftigkeit.

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Ghost mischt natürlich auch wieder im Mehrspielermodus mit. Ghost mischt natürlich auch wieder im Mehrspielermodus mit.

Es hat eigentlich nicht lang gedauert, bis ich mich im Versus-Multiplayer von Modern Warfare 4 heimisch gefühlt habe. Nicht nur, weil ich mich köstlich über Usernamen wie Santa_auf_Koks, Tripperflipper und LederTaube amüsieren kann, sondern auch, weil sich der neue Ableger stark auf die Franchise-Basics konzentriert. Ihr wisst schon, Boots on the Ground und so.

Ich hetze also im 6 gegen 6 über 13 Karten, werte 23 Waffen von der Shotgun bis zum Scharfschützengewehr auf, steige im Rang und versuche meine Win-/Loss-Ratio endlich mal auf ein vorzeigbares Level zu hieven. Das mag in diesem Jahr aber einfach nicht so recht klappen, da mir die Feinde, die ich zugewiesen bekomme, ganz schön die Hölle heiß machen.

Video starten 9:57 Die Kampagne von CoD: Modern Warfare 4 bricht mit wirklich allem!

Das Serien-typische Skill-Based Matchmaking sorgt nämlich dafür, dass ich quasi jede Runde wie ein Weltmeister performen muss, um mich in der oberen Scoreboard-Hälfte zu halten. Und diese Spielform über einige Stunden am Abend zu halten, empfinde ich eher als anstrengend und frustig statt als spaßig.

Ihr wohl auch, denn auf Plattformen wie Steam wird vor allem SBMM als großer Kritik- und Frustrationspunkt in den Rezensionen genannt. Die Steam-Bewertung ist daher auch kurz nach Release in den Keller gekracht, wobei dazu gesagt sein muss, dass das auch schon bei den Vorgängern aufgrund von SBMM der Fall war.

Ich laufe derzeit nicht selten einem Rückstand hinterher oder weiche gegnerischen Killstreaks, wie hier dem automatisch ballernden Wheelson-Gefährt, aus. Ich laufe derzeit nicht selten einem Rückstand hinterher oder weiche gegnerischen Killstreaks, wie hier dem automatisch ballernden Wheelson-Gefährt, aus.

Meinen Mitspieler*innen erging es allerdings auch nicht sonderlich gut: Während ich kompetitiv mit einem eSport-Background antrete, spielen meine Online-Bekanntschaften vor allem aus Spaß. Ihnen ist es zum Teil enorm schwer gefallen, in den Lobbys Anschluss zu halten, weil uns das Matchmaking konstant Gegner mit hohem Skill vor die Nase gesetzt hat.

Das System scheint sich offenbar eher nach oben zu orientieren, statt nach unten, was für gemischte Gruppen wie unsere ziemliches Gift sein kann – denn wirkliche Spielfreude kommt dabei eher selten auf. An der SBMM-Stellschraube sollte Activision definitiv noch drehen und sie meiner Ansicht nach nach unten hin etwas lockern.

Das Gameplay macht wieder einen Schritt zurück zu den Anfängen - für mich sogar zu weit

Mangels Wandlauf spielt sich der neue Call of Duty-Ableger im Vergleich zu Black Ops 7 wieder eine Nummer klassischer und belohnt positionstreues Ballern. Wer als Team Laufwege abschneidet und sich strategisch clever aufstellt, macht einen großen Schritt hin zum Rundenerfolg. Wer schon länger dabei ist und einen langsameren Spielstil bevorzugt, kommt somit ganz klar auf seine Kosten.

Bei einer explosiven Spielweise, wie ich sie mit der SMG und durchgedrücktem Gaspedal bevorzuge, wird es hingegen problematisch. Zuerst mussten die notwendigen Perks freigeschaltet werden, die mich halbwegs vor dem Radar, dem Gehör und den Waffenaufsätzen meiner Gegner verbergen. Man kann mittlerweile auf ganz schön viele Arten und Weisen entdeckt werden!

Ein Flankenlauf wie dieser ist ein eher seltenes Ereignis. Aber gut, der Kollege konzentriert sich auch gerade kaum um seine unmittelbare Umgebung. Ein Flankenlauf wie dieser ist ein eher seltenes Ereignis. Aber gut, der Kollege konzentriert sich auch gerade kaum um seine unmittelbare Umgebung.

Aber selbst dann finde ich es gar nicht so leicht, von einem Eck zum nächsten zu huschen, da die zum Launch verfügbaren Maps ziemlich offen gestaltet sind und sich große Bereiche zumeist problemlos per Sturmgewehr abdecken lassen. Das finde ich ziemlich schade, da Gefechte auf mittlerer bis hoher Distanz derzeit dominieren und sich viele Partien gleich anfühlen.

Das ist aber nur einer von gleich mehreren Gründen, weshalb ich mit den Karten nicht so richtig warm werden mag. Sie …

  • … sind mir außerdem optisch zu abwechslungsarm. Es reiht sich eine graue, braune oder grau-braune Map an die nächste. Abgesehen von den farbenfrohen Straßen Mumbais und einem explodierten Reaktor gibt keine nennenswerten gestalterischen Höhepunkte. Minen, verschneite Militärstützpunkte und Fabriken hatte ich jetzt wirklich schon zu Genüge!
  • … entwickeln häufig keinen wirklichen Flow, da die Spawn-Punkte sehr oft wechseln. Gegner steigen also während der Partien mehrfach in meinem Rücken neu ein oder ich in ihrem. Das System reagiert hochgradig empfindlich auf Vorstöße, weshalb es sich eher lohnt, das gegnerische Team hinter der Frontlinie zu halten, statt sie zu hinterlaufen.

Insgesamt stellt sich somit auf den Karten ein klassisches, aber irgendwo auch gleichbleibendes Spielgefühl quasi unabhängig vom gewählten Modus ein. Befeuert wird das zusätzlich dadurch, das Modern Warfare 4 typisch für die Reihe mich mal wieder nicht zwischen Kill- und Score-Streaks wählen lässt. Zielbasiertes, offensives Vorgehen wird also wieder im Vergleich zu traditionellem Kill-Gesammel abgewertet.

Wie ein Ausbruch aus dem Altbekannten aussehen kann, zeigen für mich jedoch zwei neue Spielmodi: In Hijack muss ich ein Störgerät (Spike genannt) zum Funkmasten des Gegner-Teams tragen oder wie beim Rugby nach vorne passen. Dabei entsteht eine wunderbare Dynamik! Mal wird in den Runden eine ganze Weile um die Mitte gekämpft, bevor es dann zu Flankenläufen kommt und der Störsender unter Zeitdruck angebracht bzw. entschärft wird. Ein erfolgreicher Versuch fühlt sich dann auch richtig belohnend an.

Der Spike ist gelegt, jetzt muss ich ihn nur noch verteidigen, dann gehört der Sieg meinem Team! Der Spike ist gelegt, jetzt muss ich ihn nur noch verteidigen, dann gehört der Sieg meinem Team!

Kurz vor dem Verfassen dieses Artikels ist darüber hinaus Possession als spezieller Halloween-Modus online gegangen. Dort werde ich mit jedem Kill zur Position der erwischten Feinde teleportiert und bekomme ihr Loadout in die Hände gedrückt. Das macht unheimlich viel Laune, da absolut chaotische Situationen und verdammt stylische Kill-Serien entstehen.

Von diesem Spielwitz hätte ich auch bei den Basismodi gern noch viel mehr gesehen!

Activision geht hier einfach sehr auf Nummer sicher, dabei wären ein paar Wagnisse wirklich nicht verkehrt gewesen. So wie es beim Singleplayer gemacht wurde, der Kollege Tobi richtig begeistern konnte und dem wir jetzt mit den Multiplayer-Erkenntnissen eine finale Wertung verpasst haben:

Auf Seite 1 des Artikels findet ihr zudem eine Einschätzung zum verbesserten DMZ-Modus.

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Kommentare(1)
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