NeverDead - Armabgeddon!

Besser Arm ab als Arm dran! Bei NeverDead für PlayStation 3 und Xbox 360 sind abgetrennte Gliedmaßen das Salz in der Suppe. Macht der Titel auch Spaß?

von Tobias Veltin,
08.12.2011 11:42 Uhr

Bryce Boltzmann hat allen Grund sauer zu sein. Ein fieser Dämonenkönig hat seine Frau vor 500 Jahren dahingerafft. Als wäre das nicht schon genug, straft ihn der dunkle Fürst auch noch mit ewiger Trauer und verwandelt ihn ebenfalls in einen rastlosen und unsterblichen Dämonen. Für Bryce gibt es jetzt nur ein Ziel: Grausame Rache für den Tod seiner Frau. Also schließt er sich einem Dämonenjägertrupp an, zu dem auch die bildhübsche Arcadia gehört. Zusammen mit den beiden macht ihr euch in NeverDeadfür PlayStation 3 und Xbox 360 auf einen ungewöhnlichen Rachefeldzug.

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Ungewöhnlich? Klingt bisher doch alles ziemlich generisch und altbacken? Das mag zwar auf den ersten Blick so sein, entscheidend ist aber, wie Bryce und Arcadia dem Gegnergesocks beikommen. Grundsätzlich funktioniert NeverDead nach altbekannten Schemata. In der Third-Person-Perspektive steuert ihr Bryce durch diverse Level (wie zum Beispiel ein heruntergekommenes Herrenhaus) und räumt mit Waffengewalt (und einem riesigen Schwert) in den Reihen der Fantasy-Gegner auf. Das Besondere an der Geschichte: Bryce kann wegen seines Dämonendaseins nichts sterben, sich für den Erfolg seiner Mission aber im wahrsten Sinne des Wortes ein Bein (oder andere Gliedmaßen) ausreißen.

Diese ungewöhnliche Spielidee ist aber nicht nur nettes Beiwerk sondern wird auch explizit in den Spielverlauf eingebunden. So müssen wir zum Beispiel mit einem abgetrennten Arm einen Schalter hinter einem kleinen Durchgang betätigen oder mit unserem Kopf durch einen Lüftungsschacht rollen, um weiterzukommen.

NeverDead - Preview-Video 2:36 NeverDead - Preview-Video

Das Zusammensetzen funktioniert ebenfalls sehr simpel – einfach mit einer Rolle über das fehlende Körperteil hechten und schon ist der Arm im wahrsten Sinne des Wortes wieder dran. Auch Rätsel funktionieren mit der Amputationstechnik, außerdem kann Bryce neue Fähigkeiten mit Erfahrungspunkten kaufen (zum Beispiel einen explodierenden Arm). Doch welchen Reiz hat ein Spiel, in dem der Hauptcharakter nicht sterben kann? Ein Spielende gibt es trotzdem; nämlich dann, wenn eure Begleiterin Arcadia ins Gras beißt. Die verfügt nämlich über keinerlei außergewöhnliche Fähigkeiten ihres menschlichen Begleiters.

Verbesserungsbedarf

Bryce kann in jeder Hand verschiedene Waffen tragen - beidhändiges Schießen inklusive. Bryce kann in jeder Hand verschiedene Waffen tragen - beidhändiges Schießen inklusive.

Der Zwei-Spieler-Ansatz ist allerdings rein virtuell – vor der Konsole kann lediglich ein Spieler Platz nehmen, denn einen Koop-Modus hat NeverDead unverständlicherweise nicht zu bieten. Die Technik des Titels wirkte in unserer Vorschauversion eher durchschnittlich, einige Abschnitte wie zum Beispiel Außenbereiche sehen zwar bereits sehr schick aus, andere (vor allem Innenbereiche) könnten noch ein bisschen mehr Abwechslung vertragen. Nett ist auch die (teilweise) zerstörbare Umgebung, mit denen ihr an manchen Stellen sogar taktisch geschickt Gegner aus dem Weg räumen könnt. Die Entwickler sollten auch noch an der Steuerung feilen, denn die wirkte beim Anspielen noch ungenau und etwas hektisch. Bis zum Release ist es nicht mehr lange hin, ein Erscheinen in Deutschland trotz der Thematik sichergestellt. Für ein Verbot ist Bryces Amputationsorgie schlicht zu abgedreht.

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