Seite 2: Ninety-Nine Nights

Eigentlich braucht ihr den Verteidigungsknopf nur bei größeren Brocken: Während sich die gemeinen Fußsoldaten-Orks relativ schnell und unkompliziert in die ewigen Jagdgründe schicken lassen, sind Trolle, Zauberer oder Kommandanten schon schwerer zu bezwingen. Hier solltet ihr auch auf jeden Fall von eurem »Kugelangriff« Gebrauch machen: Für jeden besiegten Feind sammelt ihr rote Punkte, die auf eine Anzeige wandern. Ist diese voll, lasst ihr auf Knopfdruck die Sau raus – für kurze Zeit beherrscht euer Recke dann kräftigere Manöver und spuckt zum Beispiel Feuer- oder Eisblitze aus dem Schwert. Befindet ihr euch in diesem Kampfrausch, sammelt ihr für jeden erledigten Gegner blaue Punkte. Ist die blaue Leiste nach einigen Kämpfen aufgefüllt, tauscht ihr diese bei Bedarf gegen eine übermächtige Attacke ein, die gleich für endgültige Ruhe sorgt: Hier sacken sofort alle Feinde in sich zusammen, die in eurer Nähe stehen.

In keinem der elf Levels seid ihr auf euch allein gestellt: Vor Beginn einer Mission wählt ihr zwei Flankentruppen aus, die ihr mit den Schulterknöpfen kommandiert. Hier gibt es jedoch zwei Knackpunkte: Zum einen sind die Kommandos mit »Stehen bleiben« und »Angreifen« nicht sonderlich vielfältig, zum anderen leiden die Kämpfer unter einer grottigen K.I., die nicht mal dann reagiert, wenn eine feindliche Armee euch direkt gegenübersteht. So stellt die lebende Unterstützung leider mehr Hindernis als Hilfe dar.

Und täglich grüßt das Murmeltier

Lässt man den grafischen Bombast einmal außer Acht, den Ninety-Nine Nights gerade in den Massenschlachten abfackelt, bleibt leider nicht mehr allzu viel Substanz übrig. Ist die Monsterprügelei anfangs noch ziemlich spaßig, verkommt das Ganze relativ schnell zur sturen Knopfhämmerei. Zwar gibt es Kombos zu erlernen, viel schneller voran kommt ihr aber, wenn ihr einfach im Stakkato die Angriffstasten behämmert. Der Schwierigkeitsgrad ist zwar nicht sonderlich hoch, nichtsdestotrotz blasen euch größere Gegner schon mal das Licht aus. Ist dann keine Heilflasche in Sicht, werden die Geduldsfäden beansprucht: Ihr müsst die komplette Mission von vorne beginnen – Rücksetzpunkte sind Fehlanzeige. Da ein Level schon mal eine Stunde dauern kann, nagt der fehlende Abwechslungsreichtum ganz schön an euren Nerven.

Leider bietet die Story auch keine nennenswerten Höhepunkte: Inphyy will zum Beispiel den Tod ihres Vaters rächen, Dwingvatt spielt schon die ganze Zeit mit dem Gedanken, auf die böse Seite zu wechseln, und Vigkvagk ist dort schon längst angekommen. Nach und nach spielt ihr die einzelnen Charaktere frei, allerdings bekommt ihr bei den weiteren Figuren nur ganz selten neue Levels zu Gesicht – oft klappert ihr die bekannten Schlachtfelder noch einmal ab.

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