Vor 25 Jahren erschien ein Pokémon-Spiel, das nach dem Abspann plötzlich seine Spielwelt "verdoppelte" - und meine eigene Welt damit auf den Kopf stellte

Pokémon Silber überraschte mich nach dem Ende der Pokémon-Liga komplett und sorgte so für einen der denkwürdigsten Momente meiner Gaming-Karriere.

Pokémon Gold und Silber lassen uns eine viel größere Spielwelt erkunden, als ich damals dachte. Pokémon Gold und Silber lassen uns eine viel größere Spielwelt erkunden, als ich damals dachte.

Pokémon Silber gehört bis heute zu meinen liebsten Pokémon-Editionen überhaupt. Das liegt nicht nur an den fantastisch designten Gen 2-Monstern, sondern auch an einem ganz bestimmten Moment, der mir bis heute im Kopf geblieben ist.

Denn als ich dachte, das Spiel wäre vorbei, führte mich Professor Lind mit einem verheißungsvollen Bootsticket völlig unverhofft dahin zurück, wo alles angefangen hatte.

Nach Johto kommt Kanto

Wie viele andere Kinder dachte ich damals, dass mein Abenteuer in Pokémon Silber nach dem Sieg gegen Champ Siegfried in der Pokémon Liga einfach enden würde.

Video starten 1:36 Pokémon Silber und Gold - Launch-Trailer lässt euch mindestens musikalisch in Nostalgie versinken - Launch-Trailer lässt euch mindestens musikalisch in Nostalgie versinken

Schließlich behielten die 2001 veröffentlichten Editionen der zweiten Pokémon-Generation die generelle Spielstruktur von Rot und Blau bei: Ich stapfe durch die Welt, sammle alle acht Orden, indem ich der Reihe nach alle Arenaleiter bezwinge, schlage mich anschließend durch die Top 4 der Pokémon-Liga und kröne mich schließlich zum Champ.

In Rot und Blau war dann Schluss: Abspann, Abenteuer vorbei. Pokémon Gold und Silber hatten danach allerdings noch eine gewaltige Überraschung parat.

Im Gegensatz zu Rot und Blau markierten die Credits in Gold und Silber nicht das Ende der Story. Das Abenteuer ging nach dem Abspann noch weiter. Ich durfte nach dem Sieg in der Pokémon-Liga eine weitere Region erkunden – und zwar Kanto. Die Region, die ich in der ersten Edition bis zum letzten Grasbüschel erkundet hatte.

Und das haute mich damals komplett aus den Socken: "Ich kann nach Kanto zurück? Die Region aus Rot und Blau steckt noch einmal in meinem Silber-Modul?", dachte ich damals fast schon ungläubig. Zuvor hatte ich weder auf dem Schulhof davon Wind bekommen, noch in einem Magazin davon gelesen. Wohlbehütete Geheimnisse dieser Art gibt es in der heutigen von Leaks und Spoilern durchfluteten Netzwelt nur noch selten.

Wie geht's nach dem Abspann von Gold und Silber also konkret weiter? Wer Siegfried bezwungen hat, findet sich nach dem Ablauf der Credits in Neuborkia, der "Anfangsstadt" der Johto-Region, wieder. Dort bekommen wir vom guten alten Prof. Lind ein Bootsticket ausgehändigt, mit dem wir von Oliviana City aus mit der M.S. Aqua nach Orania City reisen können.

Als ich damals nach Orania City zurückkehrte, realisierte ich erst richtig, dass tatsächlich noch einmal die gesamte Kanto-Region vor mir liegt. Ich konnte sogar noch einmal alle acht Arenaleiter Kantos bezwingen und deren Orden einsacken, jedoch in einer anderen Reihenfolge als zuvor in Rot und Blau.

Nach dem Erreichen von Orania City war es möglich, sich direkt mit dem Elektroexperten Major Bob anzulegen und den Donnerorden einzusacken. In den Vorgängern ist Bob erst unsere dritte Station. Danach geht es weiter nach Prismania und Saffronia City, wo wir erneut gegen Erika und Sabrina antreten.

Cooler Story-Fakt an dieser Stelle: Da Pokémon Gold und Silber drei Jahre nach den Ereignissen aus Rot und Blau spielen, haben sich natürlich auch einige Dinge verändert. So wird die Arena von Fuchsania City nicht mehr Koga geleitet, sondern von seiner Tochter Janina, die wir in Gen 2 bezwingen müssen, um den Sumpforden zu ergattern.

Der Kampf gegen Rot war damals eine echte Hausnummer. Der Endgegner schickte unter anderem Turtok, Bisaflor und Glurak (allesamt auf Level 77) in den Ring. Sein Relaxo auf Level 75 war ein besonders harter Brocken. Der Kampf gegen Rot war damals eine echte Hausnummer. Der Endgegner schickte unter anderem Turtok, Bisaflor und Glurak (allesamt auf Level 77) in den Ring. Sein Relaxo auf Level 75 war ein besonders harter Brocken.

Azuria City, Marmoria City und Alabastia, die einstige Anfangsstadt von Rot und Blau, besuchen wir in Gold/Silber übrigens erst am Ende unseres Kanto-Trips. Und eine weitere Überraschung: Am wirklichen Ende des Abenteuers treten wir auf dem Silberberg gegen keinen Geringeren als Rot an, dem Protagonisten aus den Gen 1-Editionen.

Rot ist als Endgegner der stärkste reguläre Trainer im Spiel und schickt unter anderem Turtok, Bisaflor und Glurak auf Level 77 in den Ring. Gegen mein "früheres Ich" anzutreten zu dürfen, überraschte mich als Kind ebenso sehr wie der Fakt, dass sich die Spielwelt nach dem vermeintlichen Abspann schließlich erweiterte. Und genau wegen solchen Momenten bleiben die Editionen der zweiten Generation für mich bis heute unvergesslich.

Pokémon Gold und Silber wurden hierzulande am 06. April 2001 veröffentlicht.


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