Redfall: So will Arkanes Koop-Vampir-Shooter unser Blut in Wallung bringen

Open World, Vampire, Koop: Redfall bietet vieles, wofür Entwickler Arkane bislang nicht wirklich bekannt war. Doch was erwartet uns genau im Shooter? Wir haben im Interview nachgefragt.

von Tobias Veltin,
12.06.2022 20:35 Uhr

WIr konnten schon vor dem Xbox-Showcase Infos zu Redfall sammeln. WIr konnten schon vor dem Xbox-Showcase Infos zu Redfall sammeln.

Nach seiner Enthüllung auf der letztjährigen E3 war es ruhig um Bethesdas Redfall, den neuen Shooter aus dem Hause Arkane. Die Release-Verschiebung auf das Jahr 2023 überraschte dementsprechend nur wenige, wer aber geglaubt hatte, dass der Titel  deshalb nicht auf dem Xbox & Bethesda-Showcase 2022 auftauchen würde, sollte sich irren.

Denn dort wurden erstmals Gameplay-Szenen aus dem Spiel gezeigt, den kompletten fünfminütigen Trailer könnt ihr euch gleich hier anschauen:

Redfall-Trailer lässt euch durch erstes Gameplay zum Open World-Shooter ballern 5:52 Redfall-Trailer lässt euch durch erstes Gameplay zum Open World-Shooter ballern

Wir hatten bereits in der Woche vor dem Showcase die Gelegenheit, einen Blick auf das Ingame-Material zu werfen und konnten zudem Arkanes Austins Studio Director Harvey Smith sowie dem Co-Creative Director Ricardo Bare einige Fragen zum Spiel stellen. 

Hier noch einmal fix die Grundlagen des Spiels: Redfall ist ein Open World-Koop-Shooter, der in namensgebenden Stadt im US-Bundesstaat Massachusetts angesiedelt ist. Redfall wurde von mächtigen Vampiren überrannt, die mal eben die Sonne verdunkelt und das gesamte Areal von der Außenwelt abgeschnitten haben. In der Rolle eines Vampirjägers müssen wir nun herausfinden, was in der Stadt vor sich geht und sie zurückzuerobern - und bekommen es dabei natürlich mit jeder Menge Blutsauger zu tun.

Eine Open World im Arkane-Stil 

Die Open World gehört zu den spannendsten Aspekten des Spiels, schließlich ist es für die Dishonored-Macher die erste offene Spielwelt überhaupt. Auf die Frage nach den Besonderheiten erwähnt Harvey Smith in unserem Gespräch den “Arkane-Touch”: Man habe die Spielwelt ähnlich angegangen wie Dunwall in Dishonored oder Talos in Prey und lege auch in Redfall sehr viel Wert darauf, dass Orte eigene Geschichten erzählen und Aufmerksamkeit auf sich ziehen sollen.

Die mächtigen Vampire in Redfall haben die Sonne verdunkelt. Die mächtigen Vampire in Redfall haben die Sonne verdunkelt.

Generell ist die Spielwelt in zwei größere Gebiete aufgeteilt – District 1 und District 2. Während ersterer eher touristisch angehaucht ist und unter anderem einen Fischerhafen zu bieten hat, ist District eher ländlich gehalten, hier sollen wir unter anderem Farmgebäude finden. Wir kämpfen uns zunächst durch den ersten Teil, dann durch den zweiten, in beiden Gebieten wird es laut Harvey Smith ein System geben, in dem ihr bestimmte Bereiche von Feinden einschließlich eines Obervampires säubern könnt, um dann etwas sicherer durch Redfall navigieren zu können. 

Für die Progression im Spiel ist das allerdings offenbar nicht essentiell, denn vorangetrieben wird die Geschichte dabei durch einzelne Story-Missionen in der Spielwelt, Details dazu gab es aber nicht. Dafür aber die Aussage, dass es ausschließlich zu Fuß durch die Stadt geht, Fahrzeuge oder Reittiere gibt es nicht.

Solo ist hier wirklich solo

Redfall kann dabei sowohl natürlich im Koop, aber auch alleine gespielt werden. Die Storyline ist dann genau dieselbe, allerdings sind Solo-Spieler*innen auch tatsächlich auf sich alleine gestellt. Denn einen Support durch KI-Bots gibt es nicht, auch der Wechsel zu einem anderen Charakter im Laufe der Kampagne wird nicht möglich sein. 

Dementsprechend muss Arkane in Redfall gleich zwei unterschiedliche Zielgruppen zufrieden stellen: Auf der einen Seite all diejenigen, die im Singleplayer vergleichsweise gemächlich durch das Spiel laufen und jeden Story-Schnipsel aufsaugen wollen. Und auf der anderen Seite die, die im Koop durch das Spiel fetzen und einfach nur eine gute Zeit haben wollen, ohne sich zwangsläufig mit viel Geschichte aufzuhalten. Schon andere Spiele des Genres hatten mit diesem Spagat zu kämpfen. Borderlands 3 beispielsweise meisterte ihn, Anthem dagegen legte sich auf die Nase. 

Die Fähigkeiten der Charaktere sollen sich untereinander ergänzen. Die Fähigkeiten der Charaktere sollen sich untereinander ergänzen.

Arkane ist sich dessen bewusst, sagt Harvey Smith und ergänzt, dass es natürlich gewisse Kompromisse gebe. Statt großer thematischer Set-Pieces wie in Dishonored 2 gebe es nun dafür dynamische Systeme innerhalb der Open World wie zum Beispiel unterschiedliche Feindfraktionen – welche das sind, ist noch offen – die aufeinander losgehen oder ein beständig wachsendes Nest. 

Dementsprechend ändert sich laut Smith auch das Pacing des Spiels, was auch im Gameplay-Trailer bereits gut zu erkennen ist. Wo man alleine möglicherweise noch etwas vorsichtiger vorgeht, kann sich die Action im Koop durch die unterschiedlichen Fähigkeiten der Charaktere deutlich taktischer anfühlen, wenn Skills etwa aufeinander abgestimmt oder durch Buffs verbessert werden können. 

Blutsauger-Jagd mit unterschiedlichen Fähigkeiten

Vier Charaktere stehen in Redfall insgesamt zur Auswahl

  • Jacob Boyer: Der ehemalige Militärscharfschütze hat nicht nur ein mysteriöses Vampirauge, sondern kann auch einen Raben einsetzen, um Gebiete aufzuklären.
  • Remi de La Rosa: Die Ingenieurin wird im Kampf von ihrem kleinen Roboterkumpel Bribón unterstützt, der unter anderem die Aufmerksamkeit der Vampire auf sich ziehen kann.
  • Layla Ellison: Eine Biomedizintechnik-Studentin, bei deren Praktikum in Redfall einiges schief ging und sie mit telekinetischen Fähigkeiten ausstattete.
  • Devinder Crousley: Der britische Kryptidenjäger hat es sich zur Aufgabe gemacht, paranormale Phänomene zu jagen und ist dafür in Redfall an der allerbesten Adresse.

Jede Figur hat unterschiedliche Bewaffnungen und Fähigkeiten, die sich dann teilweise auch Mitspieler*innen zunutze machen können. Im Trailer ist beispielsweise ein Lift von Layla zu sehen, mit dem man auf Dächer gelangen kann, was dann wiederum neue Angriffswege oder Abkürzungen in Redfall ermöglicht. Laut Co-Creative Director Ricardo Bare sollen die Fähigkeiten sowohl im Solo-Modus Spaß machen, als auch nützlich im Spiel mit mehreren sein und sich ergänzen – ein weiterer Spagat, der ähnlich wie die Balance zwischen Stealth- und Action-Elementen trivial klingt, das aber wahrscheinlich nicht ist.

Je nach Spieler*innenzahl wird der Schwierigkeitsgrad skalieren. Je nach Spieler*innenzahl wird der Schwierigkeitsgrad skalieren.

Die Schwierigkeit von Redfall soll je nach Spielerzahl skalieren, sich also dynamisch der Teilnehmerzahl anpassen, ähnlich wie beispielsweise in den Diablo-Spielen. Stealth ist dabei generell zwar immer eine Option, allerdings ist Redfall laut Harvey Smith kein Hardcore-Stealth-Spiel. Stattdessen liegt der Fokus auf der Action, flankiert von einigen Stealth-Elementen, um manchen Kämpfen beispielsweise aus dem Weg gehen zu können. 

Der Ansatz des Spiels ist also klar: Arkane will ihre bisherige Designphilosophie in eine Open World transportieren und setzt dabei hauptsächlich auf den Koop, auch wenn Solo-Spieler*innen ebenfalls auf ihre Kosten kommen sollen. Es bleibt natürlich abzuwarten, ob das Konzept im fertigen Spiel aufgeht. Aufschluss darüber wird hoffentlich irgendwann mal eine Beta oder Preview-Version geben – hoffentlich noch vor dem offiziellen Release, der irgendwann im nächsten Jahr erfolgen soll.

Tobias Veltin
@FrischerVeltin

War der Trailer im letzten Jahr noch ziemlich nichtssagend, habe ich mir durch den Trailer und das Interview schon ein deutlich besseres Bild von Redfall machen können. Auf den ersten Blick sieht das Ganze wie ein Left4Dead mit Vampiren aus, die Erläuterungen von Harvey Smith und Ricardo Bane lassen aber darauf schließen, dass das hier in Sachen Fähigkeiten und Spielwelt etwas interessanter werden dürfte. Und insbesondere im Koop dürfte Redfall eine ziemliche Gaudi werden, wie der Trailer erahnen lässt.

Vieles ist allerdings auch noch unklar. Was in der Open World abseits der Hauptstory noch getan werden kann, zum Beispiel. Wie abwechslungsreich die Missionen sind, ebenfalls. Und ich persönlich kann mir nach wie vor nicht vorstellen, dass Redfall alleine ähnlich spaßig sein wird wie in der Gruppe. Möglich dass mich Arkana Lügen straft und die vielen Balance-Akte problemlos meistern kann. Schade, dass es bis zum Release noch bis zum nächsten Jahr dauert, denn ein wenig juckt es mich nach den aktuellstens Infos dann doch in den Fingern. 

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