Section 8: Prejudice im Test - Preissturz aus dem Orbit

Wenn ich groß bin, werd ich ein Vollpreistitel! Wie sich ein ehemals »großes« Game als gesundgeschrumpftes Downloadspiel schlägt, lest ihr in unserem Test zu Section 8: Prejudice für XBLA.

von Patrick Mittler,
22.04.2011 19:00 Uhr

An der hübschen Grafik merkt man die Vollpreis-Herkunft von Section 8.An der hübschen Grafik merkt man die Vollpreis-Herkunft von Section 8.

Es hat einfach nicht geklappt: Der Multiplayer-Shooter Section 8 wollte als Vollpreistitel nicht so richtig durchstarten. Von Kritikern gab es nur solide Durchschnittswertungen und viele empfanden Section 8 als schlichtweg überteuert. Nun wagt Entwickler TimeGate Studios einen neuen Anlauf mit der Marke. Section 8: Prejudice ist im Kern noch immer eine waschechte Mehrspieler-Ballerei, geht aber als Downloadtitel an den Start und verspricht mehr Umfang und einen besseren Solomodus als der Vorgänger, und das zum kleineren Preis. Klingt doch vielversprechend.

Panzer haben viel Feuerkraft, sind aber auch leichte Ziele.Panzer haben viel Feuerkraft, sind aber auch leichte Ziele.

Gleich vorweg: Ein Element ist bei Prejudice und dem ersten Section 8 gleichermaßen genial, nämlich die Inszenierung. Spieler oder Bots spawnen nicht einfach aus dem Nichts aufs Schlachtfeld, sondern werden in selbstmörderischer Manier aus einem Raumschiff geschossen, dass im Orbit über dem Kampfplatz hängt. Die knallharten Weltall-Krieger rasen also kopfüber auf den Boden zu, dämpfen im letzten Moment den Aufprall oder zermatschen mit einer punktgenauen Landung gleich einen Gegner. Das System ist wirklich cool, schließlich kann man wählen, wo man landen will und den Anflug steuern. Zumindest wenn der Platz nicht mit tödlichen Luftabwehrgeschützen zugepflastert ist. Am Boden angekommen, ist Section 8: Prejudice aber leider noch immer Mittelmaß. Das Spiel orientiert sich klar an den Multiplayer-Gefechten der Halo-Serie, das zeigt nicht nur das ähnliche Design, sondern auch die Tatsache, das hier wie dort Kämpfer mit Energieschilden gepanzert sind. In zwei Modi geht es zur Sache: Conquest bietet gewohnte Schlachten für bis zu 32 Spieler und erschlägt euch beinah mit Spielelementen. Erstmal hat jeder Spieler ein Jetpack auf dem Rücken, das ihn hoch in die Luft katapultieren kann. Vom eigenen Schiff lässt sich (die nötige erspielte Kohle vorausgesetzt) Nachschub ordern: Dutzende verschiedene Waffen, Fahrzeuge wie Panzer oder Mechs, Abwehrtürme für taktisch wichtige Stellen und vieles mehr.

Machen jedes Spiel sofort besser: Jetpacks!Machen jedes Spiel sofort besser: Jetpacks!

Das Problem: Die Waffen fühlen sich beinah alle gleich an, ob man sich nun einen offensiven oder defensiven Kämpfer zusammenbaut macht wenig Unterschied. Fahrzeuge bringen zwar Abwechslung, sind aber entweder zu stark (Mech) oder steuern sich zu schwammig (Panzer). Mehr Spaß macht der Modus Swarm, in dem ein Team von bis zu vier Spielern gegen immer stärkere Wellen von KI-Gegnern kämpft. Das Rezept »Wenige gegen Viele« funktioniert einfach immer wieder gut, denn so hat man den nötigen Schuss Dramatik, der in Conquest nach nur wenigen Partien verfliegt. Wie angesprochen hat Section 8: Prejudice auch einen Solomodus, und der hat sich im Vergleich mit Section 8 deutlich weiterentwickelt. Im gab es lediglich eine Reihe von Mehrspieler-Schlachen gegen Bots, nun locken ausgefeilte Missionen inklusive Zwischensequenzen. Darüber werden sich aber nur eingefleischte Fans des Vorgängers freuen, denn noch immer fühlt es sich an, als würde man den Multiplayer-Modus spielen, nur halt mit viel mehr Gegnern, die zudem gegen Ende beinah unverwundbar stark werden. Und dann wäre da noch die dilettantische Sprachausgabe, aber die ist zumindest für unfreiwillige Lacher gut. Vielleicht sollte sich die Section 8-Serie lieber auf den Mehrspieler-Part konzentrieren, denn der macht auch in Prejudice am meisten Spaß. Wer zu Halo: Reach mal eine solide Abwechslung braucht, kann zuschlagen. Denn insgesamt ist Section 8: Prejudice ein Downloadtitel der grafisch und vom Umfang her in der Vollpreis-Klasse mitspielt. Wer über kleinere Schwächen hinwegsieht, bekommt viel Multiplayer-Unterhaltung für wenig Euro.

Section 8: Prejudice

Preis:

ca. 15 Euro (1200 Punkte)

Spieler:

1 bis 32

HD optimiert:

ja

Speicherplatz:

1,78 GB

Entwickler:

TimeGate Studios

Hersteller:

Microsoft

USK:

ab 16 Jahren

Wertung:

80 %


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