Sonys neue Fernseher offenbaren eine Schwäche der PS5

Die neueste Bravia XR-Reihe von Sony geht mit bahnbrechender Technik an den Start, die wir auf der PS5 aber immer noch vermissen.

Sonys QD-OLED-Flaggschiff liefert brillante Farben, legt aber auch einen Nachteil der PS5 offen. Sonys QD-OLED-Flaggschiff liefert brillante Farben, legt aber auch einen Nachteil der PS5 offen.

Auf der Consumer Electronic Expo, die TV-Hersteller häufig nutzen, um ihr jährliches Lineup zu präsentieren, fokussierte sich Sony ganz auf die PlayStation VR 2. Erst einige Wochen später wissen wir nun, was die 2023er Bravia-Fernseher auf dem Kasten haben. Ausgerechnet Sonys größter Verkaufsschlager kann da allerdings nicht mithalten.

Erster QD-OLED mit 4K, 120 Hz, VRR und Dolby Vision gleichzeitig

Für die meisten Spieler*innen dürfte wohl der A95L von Sony das Herzstück der TV-Ankündigung sein. Der kommt mit vier HDMI 2.1-Anschlüssen (zwei davon erzielen die maximale HDMI 2.1-Bandbreite von 48 Gigabit pro Sekunde) und natürlich allen modernen Technikspielereien wie variablen Bildfrequenzen (HMDI VRR), 120 Hz und zahlreichen HDR-Funktionen daher.

Die PS5 kann übrigens nur 32 Gigabit pro Sekunde über ihren HDMI-Anschluss ausgeben. Welche Konsequenzen das hat, erfahrt ihr hier:

Die größte HDR-Neuerung: Der A95L ist der erste Fernseher mit QD-OLED-Panel, der 4K, 120 Hz, VRR und Dolby Vision im Verbund darstellen kann.

Der A95L soll ein exzellentes Bild liefern, sein Rahmen ist dabei absolut schmal. Der A95L soll ein exzellentes Bild liefern, sein Rahmen ist dabei absolut schmal.

Bei Dolby Vision handelt es sich um eine Technik, die Kontraste akkurater herausarbeitet und das Farbspektrum in jeder Szene eines Spiels anpasst. Im Zusammenspiel mit einem QD-OLED-Panel (das mit seinen "Quantum Dots" energiereiches, blaues Licht wandelt und so für eine erhöhte Farbreinheit sorgt) kann Dolby Vision also mit einem kontrastreicheren, intensiveren Bild im Vergleich zum klassischen HDR10 punkten.

Zudem soll der A95L Spitzenhelligkeiten von bis zu 2000 Nits erreichen, 500 Nits mehr als beim Vorgänger, der bereits auf dem ersten Platz in diesem Aspekt thronte. In unserem Special erfahrt ihr, wie QD-OLED das schafft und was die Technologie gegenüber klassischen OLED-TVs noch alles besser macht:

Die PS5 überzeugt nicht gerade mit hoher Kompatibilität

Dolby Vision ist also eine feine Sache, aber nicht auf der PS5. Im Gegensatz zur Konkurrenz aus dem Hause Microsoft unterstützt die PS5 kein Dolby Vision Gaming und kann lediglich Filme, die aus Streaming-Apps wie Netflix heraus gestartet werden, mit Dolby Vision darstellen. Ausschließlich HDR10 wird von Sonys Konsole vollumfänglich ausgegeben.

Aber ist das wirklich tragisch? In direkten Vergleichen auf der Xbox Series X kann das altehrwürdige HDR10 sehr gut mit Dolby Vision mithalten, da kaum Spiele für den neueren Standard optimiert sind. Allerdings nur, wenn ihr euer Display entsprechend kalibriert habt. Verwendet euer TV einen voreingestellten Bildmodus, sorgt Dolby Vision im Regelfall für ein von Haus aus farbenreicheres, realistischeres Bild und ist somit HDR10 überlegen.

Eine Unterstützung von Dolby Vision müsste also nicht zwangsläufig sein, das Fehlen spricht aber auch nicht gerade für die PS5, die auf viele weit verbreitete Standards verzichtet. Darunter die dreidimensionalen Tonformate DTS:X und Dolby Atmos, die nur bei Blu-Rays zum AV-Receiver durchgeschliffen werden können, oder auch FreeSync, mit dem Monitore und Fernseher ohne HDMI 2.1-Port VRR verwenden könnten.

Davon profitieren Spieler*innen bei den neuen Bravia XR-Fernsehern

Der A95L und auch viele weitere neue Modelle bringen ein überarbeitetes Gaming-Menü mit, das euch mit zahlreichen Funktionen Vorteile gegenüber anderen Spieler*innen verschafft. Fans von kompetitiven Multiplayer-Shootern können zum Beispiel die Bildgröße nach unten regulieren, damit ihre Augen nicht mehr permanent über einen riesigen Bildschirm wandern müssen, nur um kleine Details zu erspähen.

So soll das neue Game-Menü aussehen. (Bildquelle: HDTVtest Youtube) So soll das neue Game-Menü aussehen. (Bildquelle: HDTVtest / Youtube)

Außerdem können Schwarzwerte angehoben werden, um Feinde in dunklen Ecken hocken zu sehen, und auch verschiedene Fadenkreuze lassen sich einblenden. Diese helfen Spieler*innen mit Motion Sickness, da ein permanenter Bildmittelpunkt mit den Augen fokussiert werden kann, sie können aber auch in Ballerspielen ohne ständiges Fadenkreuz beim Zielen helfen.

So setzt sich das restliche Lineup zusammen

Neben dem A95L, der in 77, 65 und 55 Zoll erhältlich sein wird, wird Sony folgende Fernseher auf den Markt bringen:

Z9K8K Mini-LED (120 Hz) mit 75 und 85 Zoll
X95L4K Mini-LED (120 Hz) mit 65, 75 und 85 Zoll
X90L4K Full Array-LED (120 Hz) mit 65, 75, 85 und 95 Zoll
X85L4K Full Array-LED (120 Hz) mit 55, 65 und 75 Zoll
X80L4K LED (60 Hz) mit 43, 50, 55, 65, 75 und 85 Zoll
X75WL4K LED (60 Hz) mit 43, 50, 55, 65, und 75 Zoll
A80L4K OLED (120 Hz) mit 55, 65, 77 und 83 Zoll

Die Modelle unterscheiden sich zumeist in ihrer Ausstattung. Beim X85L wird beispielsweise Full Array Local Dimming eingesetzt, das für eine bessere HDR-Darstellung gegenüber herkömmlicher LED-Beleuchtung sorgt, auch 120 Hertz ist erst dann möglich. Der X90L bringt dann einen leistungsfähigeren Bildprozessor und feiner agierende Lautsprecher mit, der X95L sehr helle und kontrastreiche Mini-LED-Technik.

Mehr zu den neuen Fernsehern findet ihr bei den Kollegen der GameStar:

Die PS5 könnte ruhig zu aktuellen Fernsehern aufschließen

Sonys Exklusivspiele sind über jeden Zweifel erhaben, was aber nichts daran ändert, dass das Unternehmen seine Konsole von unzähligen Standards abschottet. Mehr Optionen würden vielen Fans jedoch zweifelsohne dabei helfen, ihre Fernseher, Monitore und Sound-Systeme auszureizen.

Peilt ihr einen QD-OLED für die Zukunft an oder seid ihr mit eurem jetzigen Fernseher vollends zufrieden?

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