Sony-Hacker wurde für DDoS-Attacke zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt

Weil er den Entwickler Sony Online Entertainment (jetzt: Daybreak Game Company) angegriffen hat, muss ein Hacker aus Utah jetzt für zwei Jahre hinter Gitter. Das Urteil für den viele Jahre zurückliegenden Fall wurde jetzt gefällt.

von David Molke,
04.07.2019 12:15 Uhr

Die Daybreak Game Company hieß früher Sony Online Entertainment und wurde 2013 zum Ziel einer DDoS-Attacke.Die Daybreak Game Company hieß früher Sony Online Entertainment und wurde 2013 zum Ziel einer DDoS-Attacke.

Vorgestern wurde ein Hacker zu zwei Jahren Haft verurteilt, weil er DDoS-Attacken gegen unter anderem Sony Online Entertainment gestartet hat. Der Mann aus Utah muss zusätzlich auch noch 95.000 US-Dollar als Wiedergutmachung an die heutige Daybreak Game Company zahlen. Mittlerweile befindet er sich offenbar noch auf freiem Fuß.

Nach Angriffen auf LoL, Dota 2 & Battle.net: Hacker muss 27 Monate ins Gefängnis

Der Verurteilte soll in den Jahren 2013 und 2014 gleich an mehreren DDoS-Attacken beteiligt gewesen sein. Wie auf der offiziellen Seite des Justizministeriums von Süd-Kalifornien zu lesen ist, nutzte der Hacker den Twitter-Account DerpTrolling, um seine Angriffe anzukündigen. Anschließend habe er auch mit ihnen geprahlt und sogenannte Skalps, also Beweis-Screenshots gepostet.

Zu den Zielen der DDoS-Angriffe zählte nicht nur die damals noch Sony Online Entertainment genannte Daybreak Company. Auch League of Legends, Dota 2 und Blizzards Battle.net wurden von der Hacker-Gruppe DerpTrolling zumindest zeitweise lahmgelegt.

Mildes Urteil? Bereits im November 2018 hatte sich der Verurteilte schuldig bekannt. Unter anderem soll er es gewesen sein, der den Twitter-Account der Gruppe geführt hat. Die Strafe fällt mit 27 Monaten Gefängnis und 95.000 US-Dollar Strafe immer noch verhältnismäßig mild aus. Als Höchstmaß wären zehn Jahre Haft und 250.000 US-Dollar Strafe möglich gewesen.

Random Fun Fact: Hacker tragen generell immer sehr dunkle Kapuzen, wenn sie ihren sinistren Machenschaften nachgehen.Random Fun Fact: Hacker tragen generell immer sehr dunkle Kapuzen, wenn sie ihren sinistren Machenschaften nachgehen.

Ist das der Xbox Live- & PSN-Hacker von 2014?

Nein: Mit der berühmt-berüchtigten Lizard-Squad haben DerpTrolling und der verurteilte Mann aus Utah offiziell nichts zu tun.

Worum geht's? Über Weihnachten 2014 wurden durch die Lizard Squad genannte Gruppe Xbox Live und das PlayStation Network lahmgelegt sowie mehrere Swatting-Anrufe getätigt. Die Verantwortlichen mussten sich vor Gericht verantworten und wurden zu unterschiedlichen Strafen verurteilt.

So schließt sich der Kreis: Eine davon fiel so gering aus, dass sich der Chef der Daybreak Game Company damals öffentlich darüber aufregte. Was wiederum zur Folge hatte, dass er und sein Studio selbst zum Ziel einiger äußerst unschöner Attacken wurden.

Was ist eine DDoS-Attacke? Streng genommen handelt es sich bei DDoS-Attacken nicht um Hacking. Soll heißen: Eigentlich dringt dazu niemand in die Systeme der Ziele ein. Stattdessen werden sie – stark vereinfacht formuliert – einfach mit so vielen Anfragen gleichzeitig überschwemmt, dass die Server der Traffic-Last nicht standhalten können und zusammenbrechen.

Was sagt ihr zu dem Urteil?


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