Spieleflut - Mittelgroße Entwickler können kaum noch überleben

Die Zeit, in der es Phasen der Spieleflauten im Jahr gab, sind vorbei. Besonders auf Steam gibt es eine stetige Spieleflut. Der CEO von Hidden Path erklärt, weshalb dies gerade für mittelgroße Spielentwickler ein großes Problem ist.

von Michael Cherdchupan,
15.10.2017 12:00 Uhr

20 bis 30 Spiele erscheinen täglich auf Steam. Das ist weder gut für Konsumenten, noch für Entwickler. 20 bis 30 Spiele erscheinen täglich auf Steam. Das ist weder gut für Konsumenten, noch für Entwickler.

Fühlt ihr euch auch etwas erschlagen, wenn ihr Steam öffnet? Die Plattform wird jeden Tag mit neuen Spielen überflutet, und es will und will einfach nicht aufhören. Früher gab es tatsächlich bestimmte Zeiten im Jahr, wo es kaum Neuveröffentlichungen gab.

Mittlerweile werden aber so viele Spiele auf den Markt geworfen, dass man selbst mit grösster Mühe nicht den Überblick behalten kann. Statistiken belegen, dass es etwa 20 bis 30 neue Titel pro Tag sind. Selbst auf Konsolen erscheinen in den Online-Shops ständig neue Spiele, auch wenn es nur ein winziger Bruchteil von Steam ist.

Man sagt ja, Konkurrenz belebt das Geschäft. Aber in dem Fall sitzen alle Entwickler in einem engen Aquarium, das bis zum Rand mit Piranhas gefüllt ist. Dort ist kaum Spielraum mehr übrig und alle fressen sich gegenseitig. Das Bild könnte man jedenfalls bekommen, wenn man den Worten von Jeff Pobst lauscht. Er ist CEO von Hidden Path und hat sich zu dem Thema gegenüber GamesIndustry geäußert:

"Es gab eine Zeit, da konnten wir Spiele verkaufen, die sich nicht im 60-Dollar-Segment aufgehalten haben. Und wir konnten gut daran verdienen, womit sich neue Möglichkeiten für weitere Projekte ergaben. Das ist aber zunehmend zur Herausforderung geworden, da eine große Zahl an Spielen für einen sehr geringen Preis auf dem Marktplatz verkauft werden. Das gibt den Konsumenten natürlich viele Optionen, aber verteilt die Menge an potentiellem Geld unter einer großen Menge an Entwicklern.

Ich kenne eine große Zahl an verschiedenen Indies, die sich dazu entschlossen haben, ihren Laden dicht zu machen, weil sie nicht genug Geld für ihren Lebensunterhalt auftreiben können. Der war früher immerhin gewährleistet. Wenn man ein Team aus drei oder viel Leuten war, dann konnte man wenigstens genug verkaufen, um diese zu unterhalten. Mit den unzähligen Spielen, die zum Verkauf stehen, ist das zur Schwierigkeit geworden.

Wenn es finanziellen Druck gibt, fällt es Leuten schwer sich zusammenzureißen und gute Unterhaltung zu entwickeln. Es ist hart; es ist sehr hart sogar. Und der einzige Grund, weshalb ich denke, dass es ab und zu noch Überraschungen gibt, ist wegen des Kickstarter-Phänomenen.

Dort wo Leute versuchen die letzten 500.000 Dollar von einem 2 Millionen Dollar teurem Spiel aufzutreiben. Und dann denken die Spieler, dass das Spiel für lediglich für die 500.000 Dollar entwickelt worden sei … Spiele sind sehr teuer zu entwickeln, vor allem die Art von Spiel, welche die Konsumenten tatsächlich verlangen."

In dem Artikel von GamesIndustry kommt auch Brian Fargo, der CEO von inXile zu Wort, der die Aussagen seines Kollegen stützt.

Diese Übersättigung des Marktes stimmt nachdenklich, oder? Fühlt ich euch auch von den vielen Spielen überschwemmt? Was müsste sich ändern?

zu den Kommentaren (12)

Kommentare(12)

Nur angemeldete Benutzer können kommentieren und bewerten.