Terranigma - Es wird Zeit: Der SNES-Klassiker braucht ein Remake

Immer mehr beliebte Titel aus den 1990ern erhalten qualitativ hochwertige Remakes. Doch vielleicht ist es jetzt an der Zeit auch einigen nicht so bekannten Titeln eine zweite Chance zu geben.

von Stephan Zielke,
02.06.2020 14:00 Uhr

Terranigma gehört zu den großen Geheimtipps auf dem SNES. Terranigma gehört zu den großen Geheimtipps auf dem SNES.

Seit Crash Bandicoot N. Sane Trilogy reißt der Strom an qualitativ hochwertigen Remakes, Remasters und Definitive Editions nicht ab. Beliebte Spiele der 90er und 2000er Jahre erhalten so einen zweiten Frühling, der nicht nur ältere Spieler ihre Lieblinge in neuem Gewand wiederentdeckten lässt, sondern auch einer neuen Generation ein paar der besten Spiele aller Zeiten zugänglich macht.

Das führt mich zu einer Frage: Wäre jetzt nicht die beste Zeit auch nicht ganz so bekannten Spielen ein Remake zu gönnen, und ihnen damit eine zweite Chance zu geben? Oder um deutlicher zu werden: Hey Square Enix, wo ist mein Terranigma-Remake?

Ein vergessenes Meisterwerk

Terranigma erschien am 19. Dezember 1996 in Europa und war eines der letzten großen klassischen Rollenspiele das Super Nintendo. Die erste Playstation war zu diesem Zeitpunkt schon über ein Jahr auf dem Markt, und Nintendos N64 stand bereits in den Startlöchern. Daher ging der Titel im Hype um die neue und "bessere" 3D-Grafik unter. Zudem hatte Publisher Enix gerade erst seine Zweigstelle in den USA geschlossen, sodass Terranigma bis heute nie offiziell in Nordamerika veröffentlicht wurde.

Das Kampfsystem von Terranigma ist simpel aber actionreich. Das Kampfsystem von Terranigma ist simpel aber actionreich.

Durch diese unglücklichen Umstände erreichte Terranigma nie die große Spielerschaft wie andere Titel dieser Art und ist daher eher Liebhabern bekannt. Trotz durchweg guter Bewertungen der Spielepresse, einer großartigen Story und eines schnellen, unkomplizierten Kampfsystems.

Eine zeitlose Geschichte

In Terranigma übernehmt ihr die Rolle des jungen Ark, der zusammen mit seiner Freundin Melina in einem versiegelten Dorf in der Unterwelt lebt. Als er eines Tages eine ebenfalls versiegelte Tür öffnet, entdeckt er die Büchse der Pandora und verdammt damit die Bewohner seines Dorfes. Um seine Heimat zu retten erkundet er fünf mysteriöse Türme, in denen er die Kontinente der Oberwelt befreit.

Schnell stellt Ark aber fest, dass seine Welt viel größer ist, als er je für möglich gehalten hätte. Der Dorfälteste schickt ihn in die Oberwelt, um Pflanzen, Tiere und Menschen wiederzuerwecken.

Schöpfungsgeschichte hautnah miterleben: Während ihr anfangs durch karge Wüsten streift, erkundet ihr später belebte Städte, die ihr mit Handel sogar noch erweitern könnt. So verändern sich auch die Charaktere mit denen ihr interagiert. Sprecht ihr vorher noch mit Planzen und helft Vögeln in Südamerika, so trefft ihr bald auf Säugetiere in Afrika und ihre Probleme. So muss ein kleiner Löwe seine Königsprüfung ablegen, oder aber wir stehen einer Ziege in einer Lawine bei.

Die deutsche Übersetzung hat ihren ganz eigenen Charme. Die deutsche Übersetzung hat ihren ganz eigenen Charme.

Doch sobald die Menschen zum ersten Mal erscheinen, verliert ihr die Gabe mit anderen Lebewesen zu sprechen und werdet stattdessen zum Beispiel in die tragische Geschichte der kleinen Mei-Lin hineingezogen, die in einem tibetanischen Dorf lebt, das eigentlich vernichtet sein sollte. Ihr begleitet die Menschheit bis in die Neuzeit, in der sie durch ihre eigene Arroganz fast wieder vor der Vernichtung steht.

In Terranigma geht es immer wieder um klassische Themen wie Aufopferung, Selbstzweifel, Macht, Gier, Verlust, Liebe und Selbstverwirklichung. Düstere Szenarien wechseln sich dabei aber gekonnt mit leichten fröhlichen Momenten ab.

Final Fantasy 7 oder Secret of Mana?

Bei einer Geschichte, in der wir quasi als Gott die Welt erschaffen, könnte man ins Schwärmen kommen, wie diese in moderner Grafik in Szene gesetzt werden könnte. Die beiden (meiner Meinung nach) guten Remakes von Secret of Mana und Trials of Mana zeigen, wie man auch mit modernen Mitteln immer noch den knuffigen Retro-Charme älterer Spiele beibehalten kann.

Dabei würde ich mir kleine Verbesserungen im Game-Design wünschen, wie im schon genannten Trials of Mana. Terranigma mit einer Erweiterung des eher rudimentären Magiesystems wäre, zumindest für mich, ein Traum.

Wie würde ein Terranigma wohl im Jahre 2020 aussehen? Wie würde ein Terranigma wohl im Jahre 2020 aussehen?

Wenn man jedoch bedenkt, wem mittlerweile die Terranigma-Lizenz gehört, könnte auch größer geträumt werden. Enix fusionierte 2003 mit seinem Konkurrenten Square, und die neue Firma Square Enix hat vor kurzem mit dem Final Fantasy 7-Remake die Messlatte zukünftiger Projekte sehr hoch gelegt. Bei dem Gedanken an ein Schloss "Torronia" in FF7 Remake-Grafik fängt meine Geldbörse schon an zu zittern.

Was wären eure vielleicht nicht ganz so bekannten Spiele, von denen ihr euch ein Remake wünschen würdet? Schreibt es uns in die Kommentare.

Und wo wir gerade bei Wünschen sind: Hey Square Enix, wo ist mein Vagrant Story-Remake?

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