Victrix Gambit Wireless im Test: Ein günstiges Headset für lange Multiplayer-Nächte

Kompetitive Spieler erfreuen sich an einem sehr fokussierten Klangbild, andere Anwendungsgebiete fallen dagegen ein Stückchen zurück.

von Chris Werian,
28.11.2021 10:00 Uhr

Die Produkte von Victrix richten sich vorrangig an kompetitive Spieler - so auch das Gambit Wireless Headset. Die Produkte von Victrix richten sich vorrangig an kompetitive Spieler - so auch das Gambit Wireless Headset.

Die Marke Victrix machte sich in jüngster Vergangenheit im eSport einen Namen. Arcade-Sticks fanden in der Fighting-Game-Community Anklang, als langjähriger Shooter-Spieler sind sie mir vor allem Headset-Sponsorings einiger Teams ins Auge gefallen. Neben der höherpreisigen Pro-Reihe steht nun mit den Gambit-Produkten eine Alternative zum Preis von 130€ für Einsteiger bereit, deren Stärken ich vorrangig, wie sollte es bei der Historie auch anders sein, in Multiplayer-Titeln verorte.

Verarbeitung und Tragekomfort

Auf den ersten Blick wirkt das Victrix-Headset solide konstruiert. Klar, wir müssen in dieser Preiskategorie vornehmlich mit Plastik Vorlieb nehmen, klapprig fühlt es sich deswegen aber nicht an.

Das Victrix Gambit Wireless sieht recht gewöhnlich aus, dank seiner Polsterung trägt es sich angenehm. Das Victrix Gambit Wireless sieht recht gewöhnlich aus, dank seiner Polsterung trägt es sich angenehm.

Außerdem ist das Design des Gambit Wireless für ein Gaming-Headset recht dezent. Das gesamte Gehäuse ist in schlichtem Schwarz gehalten, eine RGB-Beleuchtung wurde nicht verbaut. Kunstlederpolster vermitteln Wertigkeit, auch das Kopfband wurde damit bestückt.

Besonders der Schaum in den Ohrpolstern sorgt für ein angenehmes Tragegefühl, ich als Brillenträger konnte das Headset viele Stunden ohne Druckgefühl nutzen. Der Anpressdruck fällt zudem recht niedrig aus, weshalb das Headset Käufer*innen mit größerem Kopf keine Schwierigkeiten bereiten sollte.

Lieferumfang

Der Packung liegt ein Klinkenkabel sowie ein Micro-USB-Kabel zum Aufladen bei. Der Packung liegt ein Klinkenkabel sowie ein Micro-USB-Kabel zum Aufladen bei.

Systemkompatibilität

Da ich Multiplayer-Titel größtenteils auf der Xbox spiele, habe ich die Variante für Microsofts Systeme getestet. Die jeweiligen Headset-Modelle für Xbox und PlayStation lassen sich ausschließlich auf den Plattformen kabellos verwenden, für die sie konzipiert wurden.

Dem Headset liegt zusätzlich ein Klinkenkabel bei, mit dem ihr das Gambit-Headset problemlos an einem PC, einem Smartphone und allen aktuellen Controllern nutzen könnt. Die Kabelverbindung deaktiviert allerdings die Lautstärkeregler an den Seiten.

Bei einer kabellosen Nutzung verbindet sich das Headset über eine Funkverbindung mit einem USB-Adapter, Bluetooth beherrscht das Victrix Gambit Wireless nicht. Auch die gleichzeitige Nutzung von zwei Geräten ist nicht möglich - bei Anschluss des Klinkenkabels wird die kabellose Quelle deaktiviert.

Am rechten Lautsprechergehäuse befindet sich der Regler für die allgemeine Lautstärke, links lässt sich die Balance zwischen Spiel-Sound und Voice Chat einstellen. Zudem verfügt das Headset über eine Funktion, mit der ihr eure eigene Stimme auf die Lautsprecher legen könnt. Via Mode lässt sich die Lautstärke dessen in drei Stufen regeln. Am rechten Lautsprechergehäuse befindet sich der Regler für die allgemeine Lautstärke, links lässt sich die Balance zwischen Spiel-Sound und Voice Chat einstellen. Zudem verfügt das Headset über eine Funktion, mit der ihr eure eigene Stimme auf die Lautsprecher legen könnt. Via "Mode" lässt sich die Lautstärke dessen in drei Stufen regeln.

Einrichtung

Der Anschluss an die Xbox gestaltete sich problemlos, entgegen der beiliegenden Anleitung musste ich nicht erst Kopfhörer und Sender miteinander koppeln. Glücklicherweise, denn die Synchronisationstaste wurde in einem derart schmalen Loch versteckt, dass ich sie selbst mit dem Draht einer Büroklammer nicht erreichen konnte.

Dolby Atmos ist Teil des Pakets, aber nur auf der Xbox: Victrix liefert eine lebenslange Lizenz für Dolby Atmos for Headphone mit, ihr müsst euch lediglich die Dolby Access-App aus dem Store herunterladen, das Headset in der App freischalten und Dolby Atmos im Systemmenü als Ausgabe festlegen. Auf der PlayStation fällt die Unterstützung weg, dafür springt Sonys eigenes, kostenfreies 3D-Audio-Format in die Bresche.

In Dolby Access wird das Headset sofort erkannt, Dolby Atmos daraufhin freigeschaltet. In Dolby Access wird das Headset sofort erkannt, Dolby Atmos daraufhin freigeschaltet.

Klangbild beim Spielen

Die ohrumschließenden Kopfhörer boten in Spielen das beste Klangerlebnis. Besonders in den Multiplayer-Modi von Gears 5, Halo 2 Anniversary und Splitgate stellte ich schnell fest, worauf das Augenmerk der Ingenieure von Victrix lag: signalisierende Sounds, die eine Reaktion des Spielers erfordern, also Schüsse, Schritte oder der Aufprall einer Granate. Es ließ sich jederzeit klar heraushören, wo sich Gegner befinden, dank Dolby Atmos auch in der Höhe. Distanzen ließen sich ebenfalls hervorragend einschätzen.

In ruhigen Spielen mit wenigen brachialen Szenen und dezenter Musikuntermalung, etwa Alan Wake Remastered oder The Ascent, hatte ich ebenso Spaß mit dem Headset. Bässe knallen ordentlich rein, dominieren das Klangbild aber nicht. Dreht die Akustik des Spiels jedoch auf, wird deutlich, dass das Headset viele Mitten sehr leise wiedergibt und nahezu alle Höhen dämpft.

Spielt ihr viele Multiplayer-Spiele, ist das ein sehr guter Aspekt, da spielrelevante Töne hervorgehoben und alle weiteren Details in den Hintergrund gestellt werden. Kinoähnliche Erlebnisse können sich je nach ihrer akustischen Gestaltung aber nicht gänzlich entfalten.

Klang: Multiplayer Schritte von Gegnern lassen sich in Splitgate bestens aus großer Distanz heraushören.

Singleplayer Liegt jedoch ein tosender Soundtrack unter Action-Feuerwerken mit vielzähligen Geräuschquellen, wie etwa in DOOM: Eternal, ist das Headset rasch überfordert.

Keine echte Turniertauglichkeit: Eine geschlossene Bauweise soll Kopfhörer besser abschirmen, die Dämmung beim Victrix Gambit Wireless fällt jedoch relativ lasch aus. Stimmen aus der Nachbarwohnung konnte ich noch immer klar hören, ich kann mir aus eigener Erfahrung daher nur schwer vorstellen, dass der Lärm einer echten Turnierumgebung effektiv abgeblockt wird.

Klangbild bei der Multimedia-Nutzung

Filme und Musik bringen die Schwächen des Headsets deutlich hervor. Für den Test habe ich mir die spektakulärsten Szenen in Mad Max: Fury Road, Blade Runner 2049 und 1917 herausgesucht und die Tonspuren für Dolby Atmos bzw. DTS:X von den dazugehörigen Apps umwandeln lassen. Das Victrix-Headset kann in sämtlichen Testszenarien keine Räumlichkeit aufbauen, Highlights fehlt es massiv an Druck und Volumen.

Die mächtigen V8-Motoren in den Boliden von Mad Max: Fury Road wirken mit dem Victrix Gambit Wireless Headset sehr kraftlos. Die mächtigen V8-Motoren in den Boliden von Mad Max: Fury Road wirken mit dem Victrix Gambit Wireless Headset sehr kraftlos.

Ähnlich verhält es sich beim Musikhören. Eine Vielzahl an Genres von Metalcore bis Dream Pop feuerte das Headset in Richtung meines Gehörgangs, mit eingeschaltetem DTS Headphone:X ließ sich die Positionierung der Instrumente aber nur schwer zuordnen.

Eine Deaktivierung der Raumklangsimulation sorgte sowohl bei den Filmbeispielen als auch beim Musikhören für eine Besserung, es scheint als könne das Headset feine Nuancen in einem breiten Frequenzspektrum nicht wirklich gut herausarbeiten.

Mikrofon

Bei kabelloser Übertragung zur Xbox und zum PC war ich gut verständlich, die eigene Stimme verliert jedoch stark an Volumen. Leider ein wenig mehr als bei konkurrierenden Headsets, weshalb ich das Mikrofon des Victrix Gambit Wireless am ehesten im Mittelfeld platzieren würde. Victrix wirbt zudem mit der Filterung von Hintergrundgeräuschen, was in der Tat prima funktionierte, nur selten störte das Klacken meines Controllers oder ein Mausklick den Sprachchat.

Damit ihr einen besseren Eindruck von der Aufnahmequalität erhaltet, habe ich hier ein Beispiel für euch:

Im Verbund mit dem DualSense-Controller fiel allerdings auf, dass das Mikrofon bei verkabeltem Betrieb ein wenig übersteuert. Greift daher nur in Ausnahmefällen darauf zurück.

Funkreichweite und Akkulaufzeit

Da es sich um eine herkömmliche Funkverbindung handelt, wird diese beim Verlassen des Raumes schnell instabil. In meiner Altbauwohnung konnte ich mich zwar im angrenzenden Flur und auf dem Balkon frei bewegen, beim Betreten eines anderen Raumes brach die Verbindung jedoch ab.

Der Signalton beim Verlust der Verbindung war sehr schrill und laut, wie auch alle anderen Signaltöne des Headsets. Solltet ihr sehr empfindlich auf hohe Geräusche reagieren, empfiehlt sich das Victrix Gambit nur begrenzt.

Ganze 18 Stunden könnt ihr das Headset kabellos nutzen, es dauerte ungefähr dreieinhalb Stunden, um es vollständig wieder aufzuladen. Informiert wird über die verbleibende Akkuladung aber nicht, lediglich ein lautes Piepen weist darauf hin, dass das die Batterie in wenigen Minuten leer ist.

Pro
  • guter Sound in (Multiplayer-)Spielen
  • sehr präzise Ortung
  • lange Akkulaufzeit
  • hoher Tragekomfort
  • auch für Brillenträger geeignet
  • solide Verarbeitung
  • Mikrofon filtert Hintergrundgeräusche heraus
  • wird mit Dolby Atmos for Headphone ausgeliefert
Contra
  • wuchtige Szenen können sich nicht komplett entfalten
  • für Multimedia zu unausgewogener Klang
  • Akkustand lässt sich nicht einsehen
  • trotz geschlossener Bauweise geringe Dämmung
  • kein Bluetooth
  • geringe Funkreichweite

Fazit: Victrix’ Einsteigerklasse fehlt es an Vielseitigkeit, die präzise Ortung funktioniert in Multiplayer-Spielen aber perfekt.

Chris Werian
@DrChrisRespect

Das Victrix Gambit Gaming Headset ist empfehlenswert, wenn ihr vorrangig Multiplayer spielt. Mir gefiel das Klangprofil dahingehend sehr gut, die Ortung wichtiger Geräusche funktionierte perfekt. Bei der Multimedia-Nutzung hat die Konkurrenz allerdings die Nase vorn.

Ich tue mich zudem mit der geschlossenen Bauweise etwas schwer, da sie der Soundkulisse die Räumlichkeit nimmt, aber gleichzeitig nur mäßig abdichtet. Für Turniere ist das entgegen der selbst auferlegten Werbebotschaft eher nicht geeignet. Vielleicht passt es aber auch zum Zeitgeist, Offline-Events finden seit Beginn der Corona-Pandemie nur noch selten statt.

Beim Victrix Gambit Wireless stechen also ganz besondere Stärken heraus, wenn ihr allerdings auf der Suche nach Vielseitigkeit seid, ist das Headset für euch eher ungeeignet. Zählt ihr euch jedoch zur Zielgruppe, dann bekommt ihr für wenig Geld ein solide verarbeitetes Einsteigermodell mit langer Akkulaufzeit, das sich auch während durchzockter Nächte komfortabel tragen lässt.

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