Heutzutage sind Valve und Steam kaum noch wegzudenken aus der Welt der Videospiele. Um ein Haar wäre aber alles ganz anders gekommen, und zwar durch einen Rechtsstreit, der nur durch einen Koreanisch sprechenden Praktikanten namens Andrew zugunsten von Valve entschieden werden konnte.
Steam und Half-Life 2 hätte es ohne diesen Praktikanten vielleicht nie gegeben
Vor 2 Jahren hat Half-Life 2 20-jähriges Jubiläum gefeiert und dazu wurde von no_clip eine ausführliche Dokumentation zum Spiel und sämtlichen Hintergründen veröffentlicht. Der Film beleuchtet unter anderem auch einen kuriosen Streit vor Gericht, der Valve fast das Genick gebrochen hätte.
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Der Half-Life-Publisher Sierra wurde von Vivendi übernommen und Valve war mit einem ganz bestimmten Betriebs-Aspekt unzufrieden: Vivendi hatte Counter-Strike auch an asiatische Internetcafés lizensiert, was laut Valve eigentlich nicht in den Zuständigkeitsbereich und die Erlaubnisse des Vertrags mit ihnen gefallen wäre.
Darum hatten sich die Half-Life-Macher eine Anwaltskanzlei genommen und Vivendi gedrängt, dieses vermeintliche Fehlverhalten sein zu lassen. Die Anwaltskosten sollten ebenfalls übernommen werden.
Aber die Reaktion von Vivendi soll damals stattdessen gewesen sein, den "3. Weltkrieg" vom Zaun zu brechen, wie es in der Doku heißt. Das damals sehr große und finanziell gut aufgestellte Unternehmen habe sich eine größere Anwaltskanzlei genommen und Valve mit haufenweise Gegenklagen überzogen.
Valve-Präsident Gabe Newell und COO Scott Lynch seien sogar persönlich verklagt worden. Das offensichtliche Ziel von Vivendi und deren Kanzlei sei es gewesen, den Prozess so in die Länge zu ziehen, dass Valve und Co. allesamt bankrottgehen und aufgeben müssten.
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In dieselbe Kerbe schlug wohl die Entscheidung der Vivendi-Anwälte, auf Nachfrage von Valves Anwälten eine gigantische Menge an Dokumenten und Nachrichten bereitzustellen, die aber größtenteils komplett irrelevant und allesamt auf Koreanisch verfasst waren.
Glücklicherweise arbeitete bei der Anwaltskanzlei von Valve zu dieser Zeit aber ein gewisser Andrew. Dessen Muttersprache war Koreanisch, wie der Zufall so spielt. Und Andrew wurde mit der Aufgabe betreut, diesen gigantischen Haufen an E-Mails und internen Dokumenten auf Koreanisch zu durchforsten. Mit großem Erfolg.
Der Praktikant konnte nämlich zwischen unzähligen Sandwich-Bestellungen auch eine Nachricht von hochrangigen Vivendi-Mitarbeiter*innen finden, in denen es darum ging, dass bestimmte Valve-Dokumente wie gewünscht zerstört worden seien.
Das war natürlich genau die Information, durch die Valve beziehungsweise Valves Anwalt die Oberhand gewinnen und den Rechtsstreit letztlich für sich entscheiden konnte. Der Rest ist Geschichte.
Dadurch wurde auch ermöglicht, dass Half-Life 2 auf den Markt gebracht und Steam als Vertriebsplattform in Stellung gebracht werden konnte. Wir haben Andrew und seinen Koreanisch-Kenntnissen also einiges zu verdanken.
Könnt ihr euch vorstellen, wie die Gaming-Welt ohne Steam, Valve und HL2 heute wohl aussehen würde?

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