Waddle Home im Kurztest - Pummel-Pinguine auf dem Weg zur Freiheit

In Waddle Home helfen wir kleinen, knuddeligen Pinguinen einen Weg in die Freiheit zu finden. Vorbei an Robotern und Fallen bahnen wir uns einen Weg zum Raumschiff. Wenn da die Steuerung nicht wäre.

von Marylin Marx,
03.11.2016 17:35 Uhr

Waddle Home - PS VR-Launch-Trailer zum Pinguin-Puzzle 0:52 Waddle Home - PS VR-Launch-Trailer zum Pinguin-Puzzle

Ein kleiner Pinguin sitzt einsam und allein in einem Metallkäfig. Dass er nicht besonders glücklich aussieht, wundert mich nicht. Immerhin füllt er den kleinen Käfig mit seinem runden Körper fast gänzlich aus. Also öffne ich die Käfigtür und befreie das Tierchen aus seiner misslichen Lage. Der runde Pinguin ergreift daraufhin seine Chance und läuft los, bloß weg von hier. Ohne Furcht watschelt er zielstrebig voran, bis er auf ein Hindernis trifft, das ihn allerdings nicht lange aufhalten kann. Kurz mit dem Bauch dagegen geprallt, schwenkt er nach rechts um und die Reise geht weiter. Sein Ziel ist das kleine Raumschiff, das ihn hoffentlich nach Hause bringen wird - doch allein wird er es nicht schaffen.

An diesem Punkt komme ich wieder ins Spiel. Wie ein Schutzengel schwebe ich mit meiner VR-Brille über der Eisscholle, auf der der Pinguin festgehalten wird und helfe ihm dabei, seinen Weg zum Raumschiff zu finden. Zur Verfügung stehen mir nur wenige Optionen: Ich kann den Käfig öffnen, einzelne, feststehende Blöcke entweder einstampfen oder hervorheben und meinen Pinguin anstupsen, damit er schneller läuft. Zusätzlich kann mein Pinguin noch drei rosa Eier einsammeln, die mir am Ende Bonuspunkte einbringen. Ein Zeitlimit gibt es nicht, dafür bekomme ich aber am Ende des Level mehr Punkte angerechnet, wenn ich schnell war. Die wichtigste Funktion sind die Blöcke, durch die ich meinen kleinen Gefährten durch das Eisschollen-Labyrinth leiten kann.

So lange der kleine Pinguin noch im Käfig sitzt, könnt ihr euch in Ruhe umschauen. So lange der kleine Pinguin noch im Käfig sitzt, könnt ihr euch in Ruhe umschauen.

Lauf, kleiner Pinguin, lauf!

Dank meiner VR-Brille habe ich einen Überblick über das Geschehen und kann die quadratische Eisscholle von allen Seiten betrachten. Schaue ich nach links und rechts, sehe ich nur noch weites Meer, sowie ab und zu einen Roboter, der als Hai verkleidet das Geschehen beobachtet. Die zylinderförmigen Maschinen übernehmen die Rolle der Antagonisten und machen Jagd auf meine gefiederten Freunde. Watschelt einer meiner schwarz-weißen Vögel in ihre Arme, oder läuft er in eine Falle, wird er wieder in den Käfig verfrachtet. Das ist vor allem dann ein Problem, wenn ich gleichzeitig mehrere Tierchen vor ihrem eisigen Gefängnis retten soll.

In den insgesamt 40 spielbaren Leveln muss ich irgendwann nicht nur vorausschauend und clever sein, sondern auch schnell reagieren. Hier macht mir allerdings ab und zu die Steuerung einen Strich durch die Rechnung. Ich spiele mit mit dem Dualshock-Controller, sodass ich ganz bequem im Sitzen über meine Pummel-Pinguine wachen kann. Immer wieder ist mir beispielsweise das Raumschiff im Weg, sodass ich einen Block nicht schnell genug ändern kann. Manchmal passierte es aber auch, dass der Controller, den ich in der Hand hielt, irgendwo im Raum verschwand, sodass ich ihn erst direkt vor mein VR-Headset halten mussten, um ihn wieder benutzen zu können. Das ist nervig und teilweise auch frustrierend.

In jedem Level gibt es drei Eier, die ihr einsammeln könnt, um mehr Punkte zu erhalten. In jedem Level gibt es drei Eier, die ihr einsammeln könnt, um mehr Punkte zu erhalten.

Trotz der Steuerungs-Schwierigkeiten, macht mir Waddle Home vor allem wegen der schönen Atmosphäre viel Spaß. Das VR-Puzzle wirkt mit seiner Comicgrafik und den knuddeligen Pinguinen äußerst niedlich und unbeschwert. Die Hintergrundmusik dudelt angenehm vor sich hin, während die fliehenden Pinguine alle möglichen Geräusche von sich geben, die sie nur noch sympathischer machen. Auch die Roboter entschuldigen sich höflich bei den Fliehenden, wenn sie einen der Gefangenen erwischen. Schade nur, dass die Hintergrundstory ganz zu Anfang in wenigen Bildern und ohne Text erzählt wird. Über eine kleine, gesprochene Geschichte und ein paar Hintergrundinformationen, warum die Pinguine gefangen sind und warum die Roboter sie festhalten, hätte ich mich gefreut.

Fazit

Mary Marx (@zaizencosplay)
Waddle Home ist für Puzzle-Fans eine nette Unterhaltung für Zwischendurch, die auch zum mehrmaligen Durchspielen anregt. Die verhältnismäßig überschaubaren Level eignen sich auch für kurze Spiele-Sessions. Wer den Ehrgeiz hat, alle Eier zu sammeln und dabei noch möglichst schnell durch das Level zu kommen, wird es nicht bei einem Spieldurchgang belassen. Motion Sickness und andere VR-Krankheiten bleiben weitestgehend aus, da die Immersion aufgrund der Perspektive, Steuerung und der Sichtbarkeit meines Controllers sehr gering gehalten wird.

Warum der Titel ausschließlich für VR erscheint, ist mir hingegen schleierhaft. Da ich während des Spielens nicht auf die Vorteile angewiesen bin, die VR mir bietet, hätte Waddle Home auch als PS4-Titel ohne VR-Unterstützung erscheinen können. Mit einem Kaufpreis von 9,99 Euro befindet sich der Titel in derselben Preisklasse wie Tumble VR oder Pixel Gear. Beide VR-Titel sind ebenfalls eher für eine kurze spielerische Ablenkung gedacht und sind in kleineren Leveln aufgebaut. Wer also ein Herz für Pinguine hat, gerne Rätsel löst und für gigantische VR-Abenteuer keine Zeit hat, kann mit Waddle Home wenig falsch machen.

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