Xbox: Microsoft wollte Nintendo kaufen, aber die „lachten sich den Arsch ab“

Microsoft wollte einst Unternehmen wie EA, Square und Nintendo aufkaufen. Keiner der Deals klappte, und von den Mario-Machern wurden die Xbox-Vertreter sogar noch ausgelacht.

von Jonathan Harsch,
07.01.2021 11:22 Uhr

Mit Mario auf der Xbox wurde es nichts. Mit Mario auf der Xbox wurde es nichts.

20 Jahre vor dem Kauf von Bethesdas Muttergesellschaft Zenimax, wollte sich Microsoft eines der ganz großen Unternehmen der Videospiel-Industrie einverleiben. Die neue Konsole an der ein Team arbeitete, die erste Xbox, sollte so einige schlagkräftige First-Party-Spiele erhalten. Allerdings fanden sich aus verschiedenen Gründen keine Freiwilligen für eine freundliche Übernehme. Einmal mussten sich die Vertreter von Microsoft sogar auslachen lassen.

Nintendo bleibt Nintendo

Der vermutlich größte Coup von Microsoft wäre es gewesen, Nintendo mit ihren zahlreichen erfolgreichen Marken wie Mario, Zelda und Co. zu kaufen. So lautete der Pitch des Xbox-Teams: Ihr macht tolle Spiele, aber eure Hardware (damals der N64) ist Mist. Also tut euch mit uns zusammen, und entwickelt Spiele für unsere neue Konsole. Die Antwort von Nintendo war wenig erfreulich, wie sich der damalige Chef für Third-Party-Beziehungen, Kevin Bachus, erinnert:

"Wir mussten uns mit Nintendo treffen, um abzuklopfen, ob sie eine Übernahme akzeptieren würden. Sie lachten sich einfach nur den Arsch ab. Stellt euch vor, wie euch jemand eine Stunde lang auslacht. Ungefähr so verlief das Meeting."

Kurze Zeit später kaufte Microsoft mit Rare doch noch einen Teil von Nintendo. Und inzwischen ist das Verhältnis der beiden Videospiel-Giganten relativ entspannt. Microsoft veröffentlicht kleinere Spiele wie die Ori-Serie auf der Switch und Nintendo setzt Charaktere wie Banjo-Kazooie für Super Smash Bros. um.

EA und Square sind zu teuer

Nintendo war nicht das einzige profilierte Unternehmen, auf das Microsofts sein grünes Auge richtete. Auch Electronic Arts, Midway Games und Square standen auf dem Speiseplan. Die Verhandlungen waren alle nicht erfolgreich. Vermutlich, weil Microsoft zu wenig Geld auf den Tisch legte.

So ging es weiter: Inzwischen wissen wir natürlich, was aus Microsofts Bemühungen von damals wurde. Vor dem Launch der Xbox kaufte sich das Unternehmen die Entwicklerschmiede Bungie, inklusive ihres vielversprechenden Projekts Halo: Combat Evolved. Und mit dem Kauf von Zenimax hat sich das Xbox-Team, viele Jahre später, doch noch einen ganz großen Fisch geangelt.

Microsofts Problem mit dem Mangel an First-Party-Spielen besteht aber bis heute. Die Xbox Series X/S lebt momentan fast nur von Third-Party-Projekten. Allerdings sorgen zahlreiche Einkäufe dafür, dass sich das schon bald ändern konnte.

Bloomberg hat einen ausführlichen Artikel, der sich mit der Entstehung der Xbox befasst. Hier findet ihr detaillierte Nacherzählungen von vielen Stimmen des damaligen Entwickler-Teams.

Meint ihr, eine Fusion von Microsoft und Nintendo wäre erfolgreich gewesen oder brauchen wir Nintendo als eigenständiges Unternehmen?

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