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Xbox Scorpio - Hardware der 4K-Konsole analysiert

Während sich die Xbox One oft noch mit Full HD schwer tut, soll das »Project Scorpio« von Microsoft ab Ende 2017 4K-Gaming auf der Konsole ermöglichen. Wir werfen einen genauen Blick auf die Hardware.

von Nils Raettig,
23.06.2016 13:30 Uhr

Xbox One Project Scorpio - Entwickler sprechen über die 4K-Konsole für 2017 3:12 Xbox One Project Scorpio - Entwickler sprechen über die 4K-Konsole für 2017

Microsoft hat auf der diesjährigen E3 eine deutlich leistungsfähigere Version der Xbox One mit dem Codenamen »Project Scorpio« angekündigt, die unter anderem natives 4K-Gaming ermöglichen soll. Neben der bereits zuvor bestätigten Xbox One S ist die Xbox Scorpio damit bereits die zweite Konsole, die die Xbox One-Familie ergänzt (was von Analysten teils heftig kritisiert wird).

Die Xbox One S erscheint bereits im August ab 299 Euro, Hauptvorteile gegenüber der Xbox One sind die kompaktere Bauweise, ein verbesserter Controller und Kompatibilität zum neuen HDR-Standard (mehr dazu im Artikel »Die HDR-Revolution in Spielen« bei den Kollegen von GameStar.de), 4K-Inhalte wird sie aber nur in Videoform unterstützen. Laut Entwicklerstudio The Coalition (Gears of War) bietet die One S zwar auch etwas mehr Leistung als die Xbox One (was Microsoft dementiert), ein Leistungssprung in Spielen steht bei dieser Konsole aber definitiv nicht im Vordergrund.

Ganz anders sieht es bei der Xbox Scorpio aus, entsprechende Gerüchte über dessen Performance und die technischen Specs machen schon seit Wochen die Runde. Dass die zuletzt gehandelte Leistungsfähigkeit von beachtlichen 6 Teraflops nun auch offiziell bestätigt wurde, kommt aber doch etwas überraschend. Zum Vergleich: Die Grafikeinheit der aktuellen Xbox One erreicht nur 1,31 Teraflops, die PlayStation 4 kommt auf 1,84 Teraflops.

Microsofts Präsentation auf der E3 hat noch viele weitere interessante Hinweise auf die Hardware und die Leistungsfähigkeit der Xbox Scorpio gegeben, die wir hier genauer analysieren – vor allem in Hinblick auf die versprochene 4K- und VR-Kompatibilität und im Vergleich zu Sonys Plänen mit der PlayStation 4 Neo (auch als PS4 4K oder 4.5 bezeichnet).

Genug Teraflops für 4K-Gaming und VR?

Ob sich die von Microsoft angekündigten 6 Teraflops Rechenleistung für die Xbox Scorpio nur auf die GPU oder auf den gesamten Chip beziehen, ist aktuell nicht ganz klar, da im oben zu sehenden Ankündigungsvideo beide Bezüge hergestellt werden. Den Löwenanteil davon wird aber mit Sicherheit die Grafikeinheit ausmachen. Damit liegt Scorpio etwa auf dem Niveau aktueller PC-High-End-Grafikkarten aus dem Desktop-Bereich wie AMDs Radeon R9 390X (5,91 Teraflops) oder Nvidias GTX 1070 (6,5 Teraflops).

Die Angabe der theoretisch möglichen Gleitkomma-Berechnungen pro Sekunde (»Floating-Point Operations per Second« beziehungsweise »FLOPS«) lässt sich zwar nicht eins zu eins auf die reale 3D-Leistung übertragen, der Leistungssprung von Project Scorpio gegenüber der klassischen Xbox One dürfte aber dennoch immens ausfallen. Bleibt nur die Frage, ob er auch groß genug für flüssiges Spielen in 4K und in der virtuellen Realität sein wird?

Im PC-Bereich sind bestimmte Grafikkarten auch bei hohen Details in der Lage dazu, Spiele in 4K flüssig zu berechnen, allerdings sind diese Karten meist mindestens so teuer wie eine Konsole. Im PC-Bereich sind bestimmte Grafikkarten auch bei hohen Details in der Lage dazu, Spiele in 4K flüssig zu berechnen, allerdings sind diese Karten meist mindestens so teuer wie eine Konsole.

Ein Blick auf Benchmarks der Kollegen von GameStar.de in der 4K-Auflösung von 3840x2160 zeigt, dass PC-Grafikkarten mit Teraflop-Werten im Bereich der Xbox Scorpio wie die angesprochene GTX 1070 oder AMDs R9 390X in 4K durchaus spielbare fps-Werte jenseits der 30 Bilder pro Sekunde erreichen können. Dabei ist nicht zu vergessen, dass die Titel aus dem Benchmark-Parcours größtenteils recht anspruchsvoll sind und dass stets in sehr hohen bis maximalen Details gespielt wurde. In weniger anspruchsvollen Titeln oder bei etwas reduzierten Details sind auch spürbar flüssigere Werte von 45 und mehr Bildern pro Sekunde möglich.

Da sich Konsolen-Hardware außerdem aufgrund der bei jedem Modell identischen Komponenten und Software besonders effektiv ausreizen lässt, sollte Project Scorpio tatsächlich in der Lage dazu sein, Spiele nativ in 4K flüssig zu berechnen – andernfalls wären Microsofts vollmundige und selbstbewusste Ankündigungen auch kaum zu erklären. Es dürfte allerdings kein Zufall sein, dass im Ankündigungsvideo nur getrennt von »Rendern mit 60 Hertz« und »Spielen in 4K-Auflösung« die Rede ist – eine Kombination von beidem, also Spielen in 4K-Auflösung mit 60 Bildern pro Sekunde, wird wohl eher die Ausnahme als die Regel sein. In sehr anspruchsvollen Spielen könnten auch wie bereits auf der Xbox One Upscaling-Methoden zum Einsatz kommen, nur eben etwa auf Basis von nativ berechnetem Full HD (oder noch höheren Auflösungen) hochskaliert auf 4K.

Das Spielen in VR mit den unter anderem von der Oculus Rift geforderten 90 Bildern pro Sekunde sollte gleichzeitig ein realistisch erreichbares Ziel für die neue Scorpio-Konsole darstellen, weil die Auflösung aktueller VR-Brillen insgesamt deutlich niedriger als 3860x2160 liegt (Oculus Rift und HTC Vive: 2160x1200). Gerüchte über eine weitergehende Kooperation zwischen Oculus und Microsoft machen bereits die Runde, bestätigt wurde bislang allerdings noch nichts.

Die Xbox kommt dem PC mit Scorpio in Sachen Leistung wieder ein Stück näher, aber auch Crossplay und Crossbuy sollen die beiden Plattformen in Zukunft enger miteinander verbinden. Die Xbox kommt dem PC mit Scorpio in Sachen Leistung wieder ein Stück näher, aber auch Crossplay und Crossbuy sollen die beiden Plattformen in Zukunft enger miteinander verbinden.

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