YouTube - Videomachern drohen härtere Maßnahmen bei Regelverstößen

YouTube entwickelt offenbar neue Strategien, um mit Content-Erstellern umzugehen, die der gesamten Community schaden könnten. Dafür seien auch härtere Strafen denkbar.

von David Molke,
02.02.2018 10:50 Uhr

YouTube sucht nach Wegen und Möglichkeiten, mit problematischen Inhalten und deren Erstellern besser umgehen zu können.YouTube sucht nach Wegen und Möglichkeiten, mit problematischen Inhalten und deren Erstellern besser umgehen zu können.

YouTube-CEO Susan Wojcicki gibt bekannt, dass das Unternehmen darauf hinarbeitet, härtere Bestrafungen für die Ersteller von Inhalten zu verhängen, wenn diese einen negativen Einfluss auf die gesamte Community haben. In einem ausführlichen Blog-Eintrag von Wojcicki geht es außerdem um Themen wie Transparenz, Monetarisierung, User Engagement und die Unterstützung der YouTuber seitens des Unternehmens.

"Außerdem entwickeln wir gerade Regeln, die zu Konsequenzen führen, falls ein Ersteller etwas Ungeheuerliches tut, das unserer Community als Ganzes Schaden zufügt. Auch wenn diese Vorfälle selten sind, können sie den Ruf und den Umsatz ihrer Kollegen beschädigen. Also wollen wir sicherstellen, dass wir Regeln haben, die es uns erlauben, angemessen zu reagieren."

Wie reagiert YouTube?

Wie genau das neue Regelwerk aussehen könnte, verrät Susan Wojcicki nicht. Aber YouTube hat sich laut eigener Aussage jede Menge Experten und externe Berater ins Boot geholt, die beim Erstellen der neuen Regelungen helfen sollen. Dazu nutzt das Unternehmen auch noch selbstlernende Algorithmen sowie ein Team von über 10.000 Moderatoren, die dafür sorgen sollen, dass verstörende Videos mit schwierigen Inhalten gar nicht erst zu den Zuschauern gelangen können.

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Warum plant YouTube härtere Regeln?

Auch wenn YouTube-CEO Wojcicki das nicht explizit erwähnt, spricht der Zeitpunkt dieses Posts Bände: Das Nachdenken über schärfere Regelungen verdanken wir wohl den Kontroversen, die YouTuber wie Logan Paul oder PewDiePie ausgelöst haben. Bei beiden handelt es sich um absolute Mega-Stars der Plattform, die viele Millionen Abonnenten und Zuschauer auf ihren Kanälen vereinen.

Beide YouTuber sind in jüngster Vergangenheit allerdings auch durch geschmacklose, rassistische oder allgemein menschenverachtende Videos aufgefallen, die für entsprechend viel Wirbel gesorgt haben.

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Logan Paul, PewDiePie & die "Adpocalypse"

Insbesondere durch die antisemitischen Scherze von PewDiePie sahen sich viele Werbetreibende dazu veranlasst, damit zu drohen, keine Werbung mehr auf YouTube zu schalten. Woraufhin die Voraussetzungen erhöht wurden, die ein Kanal erfüllen muss, um sich für die Monetarisierung zu qualifizieren. Auch was die Inhalte und ihre "Werbefreundlichkeit" angeht, gelten nun sehr viel schärfere Regelungen.

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Ab Ende Februar zieht das System nochmal an: Dann muss ein Kanal auf mindestens 1000 Abonnenten sowie insgesamt über 4000 Stunden Watchtime kommen, um beim Partnerprogramm von YouTube mitmachen zu dürfen. Logan Paul ist durch sein berüchtigtes Video im sogenannten Selbstmord-Wald aus dem Google Preferred-Programm geflogen und außerdem wurden seine Projekte auf Eis gelegt, die zusammen mit YouTube Red in der Entwicklung waren.

Insgesamt arbeite YouTube daran, transparenter zu werden und ein besseres System zu finden, das die Monetarisierung regelt.

Was erwartet ihr in Zukunft von YouTube?


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