Zelda: Link's Awakening - Warum das Spiel für mich der beste Zelda-Ableger ist

The Legend of Zelda: Link's Awakening erscheint als Remake für Nintendo Switch. Ich erkläre, warum der GB-Klassiker mein Serienliebling ist.

von Linda Sprenger,
16.02.2019 14:00 Uhr

Darum ist Link's Awakening ein ganz besonderer Zelda-Ableger für mich.Darum ist Link's Awakening ein ganz besonderer Zelda-Ableger für mich.

The Legend of Zelda: Link's Awakening erscheint 2019 als Remake für Nintendo Switch. Grund für mich, noch einmal auf eines meiner absoluten Lieblingsspiele aus meiner Kindheit zurückzublicken. Und Achtung, jetzt wird's persönlich.

Denn Link's Awakening gleicht einer langjährigen intensiven Freundschaft, die auch dann nicht an Hingabe verliert, wenn man einige Jahre getrennt voneinander verbringt. Wie viele Freundschaften ist auch diese an einen bestimmten, für andere belanglosen Ort gebunden, der gemeinsame Erinnerungen und Erlebnisse bündelt und allezeit wieder abrufbar macht.

Dieser Ort ist für mich die mittlerweile von Rost gezeichnete Bank auf der Wäsche-Wiese vor der Wohnung meiner Großeltern.

Hier traf ich mich vor über 15 Jahren regelmäßig mit einem alten Schulfreund. Nämlich immer dann, wenn das Wetter so gut war, dass uns unsere Eltern zum Spielen nach draußen schickten. In einer Zeit, in der das Fahrrad im Keller verstaubte und stattdessen der Game Boy Color zum Gegenstand meiner Beschäftigung wurde, war diese Bank der perfekte Kompromiss zwischen Frischluft und Videospiel-Lust.

Spiele für den Game Boy Color besaß ich zu dieser Zeit nur wenige. Nachdem ich in JRPGs wie Pokémon Rot und Dragon Quest Monsters meine Fähigkeiten in Monster-Aufzucht und rundenbasiertem Kampf in etlichen Bank-Sessions beinahe perfektioniert hatte, sollte sich das Action-Adventure Link's Awakening als ganz neue Erfahrung herausstellen.

The Legend of Zelda: Link's Awakening - Switch Remake Trailer im Vergleich zum Original 1:39 The Legend of Zelda: Link's Awakening - Switch Remake Trailer im Vergleich zum Original

Ich besaß (und besitze immer noch!) die mit Farben gespickte DX-Version. Die Game Boy Color-Neuauflage des Originals aus dem Jahre 1993. Wie so viele Titel damals erwarb ich sie einfach spontan im Spielzeugladen, weil mich das Cover und die Bildchen auf der Rückseite ansprachen. Und meine Intuition sollte mich nicht im Stich lassen: Mit Link's Awakening erwischte ich tatsächlich einen Titel, der mich sofort begeistern konnte.

Also saßen wir beide da mit unseren portablen Nintendo-Konsolen und spielten Tag für Tag die Batterien leer. Mein Kumpel zähmte weiterhin Kreaturen in Dragon Quest Monsters, während ich mich in Link's Awakening mit Schild und Schwert gegen weitaus unbelehrbarere Geschöpfe zur Wehr setzte.

Dies hielt uns aber keineswegs davon ab, unsere unterschiedlichen Abenteuer völlig durcheinander und einander an Lautstärke übertreffend zu kommentieren, sodass Nachbarn gedacht haben müssen, unweit eines riesigen Vogelkäfigs zu wohnen... Ich musste meinem Freund aber auch über jeden kleinen Pixel in Link's Awakening berichten! Das Spiel faszinierte mich damals einfach zu sehr, wühlte mich sogar stellenweise auf.

Linda Sprenger
@lindalomaniac

Linda hat sich sehr über die Ankündigung des Remakes zu The Legend of Zelda: Link's Awakening für Nintendo Switch gefreut. Das Original für den Game Boy bewahrt sie zwar immer noch liebevoll in einer Kiste in ihrem alten Zimmer auf, aber der Gedanke, das Abenteuer bald nochmal neu erleben zu dürfen, macht sie ganz hibbelig.

Mein erstes Zelda - und mein erstes Action-Adventure!

So startet das Abenteuer: Link strandet bewusstlos auf einer ihm unbekannten Insel, nachdem sein Schiff nächtens im Sturm zerschellte. Vom jungen Mädchen Marin aufgefunden und in das Haus ihres Vaters Tarin gebracht, erwacht der junge Held. Etwas zerstreut aber entschlossen macht er sich auf, um zunächst am Strand der Insel nach der verlorenen Ausrüstung zu suchen.

Die anfängliche Szene, in der Link zwischen rauschenden Wellen und stacheligen Seeigeln sein Schwert wiederfand, markierte einen Schlüsselmoment für mich.

Link erwarcht am Strand von Cocolint und das Abenteuer beginnt!Link erwarcht am Strand von Cocolint und das Abenteuer beginnt!

Die Möglichkeit, direkt mit Knopfdruck ein Schild zu halten und eine Klinge zu schwingen, um Büsche zu zerkleinern und Gegner zum Platzen zu bringen, war aufregend und ließ im Vergleich zum eher statischen Gameplay eines rundenbasierten Kampfes in einem JRPG ein ganz anderes Gefühl von Macht aufkommen.

Ich kannte vorher ja nur Pokémon, und jetzt wurde ich plötzlich mit einem neuen Spielgefühl konfrontiert, das mich als damals 8-Jährige einfach nur umhaute!

Wie eine DIEBIN zur Heldin wurde

Die Geschichte von Link's Awakening unterschied sich ebenfalls von den Spielen, die ich zuvor gespielt habe. Während Doktor Eichs Auftrag, Pokémon-Meister zu werden, allenfalls Gefühle von Triumph oder Niederlage aufkommen ließ, rührte mich Link's Awakening gen Ende sogar zu Tränen.

Die Rolle des weisen Ratgebers übernimmt hier ein sprechender Uhu. Kurz vor dem Erhalt seines Schwerts gibt er Link zu verstehen, dass er auf einer fernen, von bösen Albträumen heimgesuchten Insel namens Cocolint gestrandet ist, auf deren Gebirgsspitze ein Windfisch in einem riesigen Ei schlummert.

Zelda: Link's Awakening war nicht nur mein erstes Zelda, sondern auch mein erstes Action-Adventure.Zelda: Link's Awakening war nicht nur mein erstes Zelda, sondern auch mein erstes Action-Adventure.

Zurück nach Hyrule darf Link aber nur, wenn er alle acht Instrumente der Sirenen sammelt, um anschließend den Windfisch zu wecken. Diese recht simple Aufgabe reichte aus, um mich zu motivieren. Fortan kämpfte ich mich hartnäckig durch die acht mit kniffligen Rätseln und albtraumhaften Endgegnern gespickten Dungeons.

Viele Stunden zerbrach ich mir den Kopf über schier unlösbare Schieberätsel. Viele Male musste ich aus Rubin-Not zur Ladendiebin werden und mir Bogen, Bomben und mehr heimlich in die Tasche stecken. Und viele Male blickte ich entgeistert auf den Game Over-Bildschirm, weil mir ein fieser Boss wie der Genie oder der Anglerfisch schon wieder im letzten Moment alle Lebensherzen raubte.

Achtung: Es folgen Spoiler zum Ende!

Ein herzliches und gleichzeitig melancholisches Abenteuer

Nach vielen Stunden gelang es mir aber: Ich sammelte alle acht Instrumente und bezwang den letzten Endgegner. Nach langer, zermürbender Reise endlich den in allen Farben leuchtenden Windfisch zu wecken, fühlte sich unbeschreiblich erleichternd an.

Alle albtraumhaften Gestalten wurden vertrieben. Der Windfisch, Erschaffer und Hüter Cocolints, wurde aus den Fängen dunkler Mächte befreit und ein noch grüner Jungspund, geführt von den eisernen Daumen einer Grundschülerin, erstrahlte als Held und Retter dieser Insel.

Doch dann der große Twist: Kurz darauf verschwand Cocolint. Alles Erlebte, alle getroffenen Bewohner, Marin, Tarin, die Zaubertrank-Hexe, fühlten sich plötzlich an wie ein langer, intensiver Traum.

Alles nur geträumt!Alles nur geträumt!

Noch heute denke ich gelegentlich über das Ende nach. Als ich das Spiel zum ersten Mal beendete, war mir gar nicht bewusst, mit welch einfacher Technik Nintendo es überhaupt vollbrachte, eine derartig emotionale Geschichte zu erzählen. The Legend of Zelda: Link's Awakening brauchte keine orchestrale Musik oder hochauflösende, filmisch inszenierten Zwischensequenzen wie moderne Spiele der aktuellen Konsolen-Generation.

Die Komposition aus liebevollen Charakteren, traumhafter 8-Bit-Musik und malerischen Umgebungen schaffte ein wunderschönes und zugleich melancholisches Erlebnis. The Legend of Zelda: Link's Awakening ist deshalb bis heute mein liebster Serienteil.

Und auch wenn das kommende Switch-Remake die charmante Pixel-Optik durch einen frischen 3D-Knuddel-Look ersetzt, hoffe ich auf ein nostalgisches Abenteuer, das dem Original gerecht wird. Nur auf die Bank vor dem Haus meiner Großeltern werde ich dann wohl nicht mehr zurückkehren.

The Legend of Zelda: Link's Awakening - Link kehrt im Debüt-Trailer auf die Nintendo Switch zurück 1:39 The Legend of Zelda: Link's Awakening - Link kehrt im Debüt-Trailer auf die Nintendo Switch zurück

Hinweis: Dieser Artikel von Linda Sprenger erschien am 18. August 2015 zuerst für gamespilot.de und wurde für die Neuveröffentlichung noch einmal überarbeitet.


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