Ein Spiel, das nie in Jahre kommt - FIFA Street 3

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  1. Aller guten Dinge sind drei - das zumindest sagt der Volksmund. Der gewöhnliche Gamer sieht das anders. Viele Serien verlieren spätestens beim zweiten Aufguss an Originalität. Bei Fifa Street steht mittlerweile auch der dritte Teil in den Regalen und erreicht damit eine kritische Phase. Die Fifa Street Serie war nie der große Überflieger. Zwar hatten die beiden Vorgänger ihre Fans - unter anderem war ich einer - aber der große Erfolg und der Lob der Kritiker fielen aus. Beim Sprung auf die nächste Generation haben die Entwickler den Look des Spiels komplett umgekrempelt. Orientierten sich die Figuren bei den Vorgängern noch an dem „großen“ Fifa, sehen die Spieler bei Fifa Street 3 wie Comic-Figuren aus. Die Körper der Spieler sind zwar „deformiert“, aber erkennbar bleiben die vielen prominenten Spieler doch.

    Das Kernstück der Vorgänger war der Karriere-Modus - ein Modus, der eigentlich „nie“ fehlt. In Fifa Street 3 gibt es ihn nicht. Hier soll der Herausforderungsmodus in die Bresche springen. In diesem Modus müssen, wie der Name schon sagt, verschiedene Herausforderungen gemeistert werden - nicht mehr und nicht weniger. Die Herausforderungen sind zum Beispiel das erreichen von einer bestimmten Anzahl von Toren oder das Erzielen der meisten Tore in einer bestimmten Zeit. Die verschiedenen Herausforderungen sind in Events zusammengefasst und für jedes Event hat man eine kleine Anzahl an Fehlversuchen. Das beliebte upgraden des Teams mit Skill-Punkten fällt beim Herausforderungsmodus komplett flach. Bei den weiteren Modi kocht Fifa Street 3 auch eher auf Sparflamme. Neben den üblichen Verdächtigen gibt es noch den „Bolzplatzwahl“ Modus. Hier suchen sich beide Spieler eine Mannschaft aus und aus dieser werden abwechselnd Spieler in das eigene Team gewählt.

    Am Spiel selbst hat sich wenig getan. Gespielt wird aufverschiedenen abgesperrten Bolzplätzen. Ecken oder Einwürfe gibt es bei Fifa Street 3 nicht und der Ball ist nur dann im Aus, wenn er über die Abzäunung fliegt. Trickst man einen Gegner erfolgreich aus, und das ist das Salz in der Suppe bei Fifa Street 3, füllt sich temporär die Gamebreaker Anzeige. Der aktuelle Stand wird immer dann eingefroren, wenn man einen Torschuss vollführt. Ist die Anzeige mal voll, dann kann man in den Gamebreaker Modus gehen. In diesem Modus sind die Schüsse um einiges stärker und präziser und Tore fallen deutlich einfacher. Anders als bei den Vorgängern kann man nach einem erzielten Gamebreaker Tor die restliche Gamebreaker Zeit für weitere Tore nutzen. Macht man in dieser Zeit Tricks und vollführt einen Torschuss, dann lädt sich der Gamebreaker wieder auf. Das Erzielen von Toren im Gamebreaker Modus ist scheinbar schwerer als bei den Vorgängern, aber dafür erzielt man leichter Tore ohne Gamebreaker. Die Unterschiede zwischen den Spielern, die zum Beispiel mal technisch visierter und das andere Mal ehere mit kämpferischer Tugend gesegnet sind, sind gering. Auf das Spiel wirken sich diese Attribute nur gering aus.

    Von der technischen Seite her kann Fifa Street 3 zwar nicht vollends überzeugen, aber enttäuscht auch nicht. Dies reicht aber natürlich nicht, um zu der Spitze des Software Olymps vorzustoßen. Bei 30 Bildern pro Sekunde, die PlayStation 3 Version läuft im Gegensatz zur Xbox 360 Version nur mit „halber Kraft voraus“, könnte man selbst auf der PlayStation 3 saubere Kanten und schönere Texturen erwarten. Die Special-Effekte, die bei den Vorgängern die Gamebreaker Tore verschönten, wurden im dritten Teil heruntergefahren. Mehr als ein Videofilter und ein Ball, der mit einem Schweif auf das Tor zufliegt, blieben da nicht über. Die Animationen sind dagegen geschmeidig und recht vielfältig. Musiktechnisch ist es ein typisches EA-Spiel. Nur wenn man die Musikauswahl nicht mag, kann man meckern. Qualitativ geht es aber voll in Ordnung. Die Sprachausgabe, ein Kritikpunkt bei den Vorgängern, ist deutlich dezenter und das ewig wiederholende Gequatsche wird vermutlich niemand vermissen. Bei der künstlichen Intelligenz kann man sich schon eher beschweren. Natürlich ist Fifa Street 3 nur ein „Arcade Fußball“-Spiel, aber trotzdem darf man erwarten, dass die künstliche Intelligenz nicht so viele Ausfälle hat. Der Torhüter ist dort ein Paradebeispiel. Viele einfache Schüsse flutschen ihm durch die Arme und Abwürfe gelangen gerne zum falschen Spieler.

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