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Brothers: A Tale of Two Sons im Test - Mit Herz und Hirn

Brothers: A Tale of Two Sons ist eines der kürzesten und besten Spiele des Jahres. Im Test für XBLA erzählen wir, warum uns die clevere Märchenstunde derart gefangen nimmt.

von Patrick Mittler,
12.08.2013 16:10 Uhr

Brothers: A Tale of Two Sons - Launch-Trailer zum XBLA-Release 1:11 Brothers: A Tale of Two Sons - Launch-Trailer zum XBLA-Release

Die Credits laufen über den Schirm, die Musik klingt aus und ich drehe wie in Trance die Xbox ab. Ein Blick auf die Uhr: Zweieinhalb Stunden sind seit dem Startbildschirm von Brothers: A Tale of Two Sons vergangen. Es kam mir bedeutend länger vor. Denn Brothers hat mich gepackt, wie es selten ein Spiel geschafft hat – spielerisch und vor allem emotional.

Märchenstunde für Erwachsene

Für zweieinhalb Stunden war ich Teil des ergreifenden Märchens von zwei Brüdern. Deren Vater liegt zu Beginn von Brothers im Sterben. Nur das Heilwasser einer Quelle fernab seines Heimatdorfes kann den armen Mann noch retten. Mit den beiden verzweifelten Brüdern mache ich mich also auf den Weg durch eine Welt, die mit jedem Schritt beste grimmsche Märchentradition atmet.

Es ist eine Welt, in der Riesen in verwunschenen Türmen hausen, in der Trolle in tiefen Stollen nach Erz schürfen – aber auch eine Welt in der der böse Wolf mit blitzenden Augen in der Dunkelheit lauert und kleine Kinder fressen will. Die Welt von Brothers ist wunderlich, wunderbar und gleichzeitig zutiefst melancholisch. Gedämpfte Farben und eine wunderschön wehmütige Musik runden diese einzigartige Stimmung ab.

Brothers: A Tale of Two Sons - Screenshots ansehen

Zwei Seelen wohnen ach! in meiner Brust

Um das Märchen zu überstehen, sind die beiden Brüder aufeinander und auf mich angewiesen. Der Clou: Die beiden Burschen teilen sich den Controller und meinen Kopf. Mit dem linken Analogstick steuere ich den älteren Bruder, mit dem rechten den jüngeren – und das gleichzeitig. Mit den Triggern lasse ich die Brüder mit ihrer Märchenwelt interagieren – von »greif die Felskante« bis hin zu »streichel die Katze des Nachbarn«.

Mein Gehirn ist überrascht, entzückt und überfordert – schließlich ist mein Denkapparat nicht dafür gemacht, zwei Spielfiguren parallel zu steuern. Mehr als einmal musste ich die Brüder entsprechend der Controller-Aufteilung auf die »richtige« Seite stellen, damit sich meine Hirnwindungen nicht verknoten.

Die Brüder steuern wir unabhängig voneinander mit den Analogsticks.Die Brüder steuern wir unabhängig voneinander mit den Analogsticks.

Diese Spielmechanik ist die Grundlage der Rätsel in Brothers. Ich lasse den großen Bruder eine Räuberleiter machen, damit der jüngere auf eine Anhöhe kommt und ein Seil herablassen kann. Ich lenke mit einem Bruder einen kläffenden Hund ab, damit der andere an der Töle vorbei auf einen Heuballen huschen kann.

Dabei liegt der Reiz der Rätsel nicht im Grübeln über die Lösung, denn die liegt meist auf der Hand. Vielmehr ist es der Akt des Lösens, das clevere und delikate Dirigieren der beiden Brüder, das unsere grauen Zellen auf erfrischend ungewöhnliche Art und Weise kitzelt.

Brothers treibt mich voran, indem es im Minutentakt neue Elemente einführt. Etwa wenn sich die Brüder ein Seil um die Bäuche binden und dann wie ein menschliches Pendel von Vorsprung zu Vorsprung schwingen. Der Spielfluss ist nahezu perfekt: Brothers präsentiert eine neue Rätselvariante, bringt die wunderbar auf den Punkt und ist sofort bei der nächsten innovativen Idee oder dem nächsten atemberaubenden Schauplatz. So entsteht der vollkommen richtige Eindruck, dass Brothers in seiner kurzen Spielzeit mehr originelle Einfälle parat hat, als so manches Spiel in dutzenden.

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