Gears of War: Judgment - Lasst die Kettensägen warmlaufen

Für diese Vorschau zu Gears of War: Judgemnt ist das GamePro-Squad direkt nach North Carolina ausgerückt, um bei Epic Games Zivilisten zu retten, Locust die Kettensäge zwischen die Rippen zu rammen und einer Monsterspinne im Stahlmantel zu zeigen, wer hier der Boss ist.

von Benjamin Kratsch, John Gaudiosi,
10.02.2013 13:50 Uhr

Das neue Kilo-Squad von links nach rechts: Kadettin Sofia, die sich mit kessen Sprüchen und ihrem Können in der Männerdomäne Militär beweisen will, Ingenieur und Squad-Leader Baird, Serienveteran Cole, Scharfschütze Garron und der schwebende Roboter JACK, der Sicherheitssysteme hackt und Türen öffnet. Das neue Kilo-Squad von links nach rechts: Kadettin Sofia, die sich mit kessen Sprüchen und ihrem Können in der Männerdomäne Militär beweisen will, Ingenieur und Squad-Leader Baird, Serienveteran Cole, Scharfschütze Garron und der schwebende Roboter JACK, der Sicherheitssysteme hackt und Türen öffnet.

Erinnert ihr euch noch an den ersten Schnitt? Das erste Surren und den Moment, als der kalte Stahl des Lancer-Kettensägenbajonetts durch warmes Locustfleisch fetzte? Den ersten Schrei eines Berserkers, der euch durch Mark und Bein ging und die Nackenhaare aufstellte. Oder den ersten aussichtlosen Bosskampf, wo alles verloren schien und dann dieser gleißende Blitz des Hammers der Morgenröte das Giganto-Monster in ein Häufchen Asche verwandelte. All diese Momente haben die Gears of War-Serie zu dem gemacht, was sie heute ist - und doch fehlt nach über 40 Stunden Seite an Seite mit Marcus Fenix etwas: die Angst und der Respekt vor den Locust.

Die Kerle sind mehr und mehr zu billigem Kanonenfutter geworden. Typen, die mal eben im Vorbeigehen aufgeschlitzt und abgeschossen werden. Epic Games will mit Gears of War: Judgment die Angst vor ihnen zurückbringen. Es wird härter, schneller, fordernder und soll euch wieder zittern lassen vor den Reptilien aus dem Erdreich.

Mit Dark Souls im Rücken

Mit Gears of War: Judgment hat sich Entwickler Epic Games bewusst für einen Storystrang entschieden, der 15 Jahre vor Gears of War 3 spielt.»Es geht nicht immer nur darum, noch größere Monster in den Ring zu schmeißen, es geht um Intensität. Ihr werdet euch heute jeden Sieg hart und blutig erkämpfen müssen«, macht Senior Producer Alan Van Slyke direkt deutlich als wir in Firmengebäude von Epic Games im beschaulichen Cary in North Carolina einmarschieren.

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Intensiv fühlen sich die ersten Stunden auf jeden Fall an, denn der Krieg hat erst begonnen. Judgment spielt 30 Tage nach dem ersten Großangriff der Locust, dem sogenannten E-Day. Die Echsenwesen haben die gesamte Oberfläche des Planeten Sera untergraben, um die Menschheit aus ihren Tunneln heraus zu überrennen.

Völlig überraschend werden die meisten Militärbasen getroffen, und die blutdurstigen Locust stürzen sich auf die Zivilbevölkerung. »Das Szenario gibt uns viel mehr Möglichkeiten, mit der Atmosphäre zu spielen. Überall brennt es, ihr seht immer wieder gepackte Koffer, von denen eine Blutspur wegführt. Es ist brutales Kopfkino«, erörtert der Produzent den neuen Ansatz. Die Geschichte wird jetzt mehr durch die Umgebung, durch Leichen auf dem Kopfsteinpflaster und ausgebrannte Autos erzählt, Zwischensequenzen werden massiv zurückgefahren.

Bonusmissionen - Die »Unclassified Testimonies«
Immer wieder erblicken wir in Gears of War: Judgment Bonusmissionen, die wir spielen können, aber nicht müssen. Diese sogenannten »unclassified testimonies« ändern die Aussagen von Baird vor dem Kriegsgericht und damit Geschichte und Schwierigkeitsgrad. Aktivieren wir die rot blinkenden Totenköpfe am Eingang eines Kellergewölbes, verwandeln sich etwa harmlose Eier von Serapeden-Tausenfüßlern plötzlich in tickende Bomben, und das einst so harmlose Level wird zum fiesen Spießrutenlauf. Ein anderes Mal müssen wir einen gesamten Abschnitt nur mit der Gnasher-Schrotflinte bestehen, sonst mutieren die Wretch-Affen zu Dark Wretches, die deutlich mehr Kugeln aushalten. Eine schöne Idee, die den Spaß beim mehrmaligen Durchspielen erhöht.

Der Angriff des Karn

Bei Epic ist alles etwas epischer: Die Küche bietet Platz für eine kleine Armee, die Dorito-Chips müssen für 300 Mann reichen und der Pro-Kopf-Verbrauch von Sun Drops, einem Citrus-Energy-Drink dürfte hier höher sein als der Bierkonsum eines durchschnittlichen Bayern. Auch Shibboleth ist verdammt groß - das erste Biest, das uns beim Anspieltermin vor die Flinte rennt.

Also genauer gesagt rennen wir vor ihm weg, denn das Monster ist eine Spinne im Hochhaus-Format, mit vier Beinen dick wie drei zusammengeklebte Mechano-Panzer der Coalition of Governments, der Koalitionsstreitkräfte der Menschen. Der Shibboleth ist ein organisches Wesen, seine geschuppten Beine schützt er mit massivem Stahl, der Kopf wird von einem mächtigen Helm umgeben, und im Kommandostand sitzt Karn. Er ist der General der Locust, ein Typ, der kein Erbarmen kennt und seine Truppen antreibt, die Zivilbevölkerung der reichen Handelsstadt Halvo Bay auszuradieren.

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Sein Körper ist von einem goldenen Harnisch umgeben, auf seinem Kopf trägt er einen Helm mit mächtigen Dornen. Hoch oben auf seinem Shibboleth wirkt er wie Großkönig Xerxes, der im Kinofilm »300« spöttisch auf die Spartaner hinabblickt. Die COG-Truppen haben trotz Verstärkung durch Onyx-Eliteeinheiten keine Chance.

Ohne Mühen trampelt das riesige Spinnenalien durch die Reihen der Menschen, zermatscht hier und da einen Soldaten vor unseren Augen, oder schmeißt ihn in hohem Bogen nach oben, um ihn mit dem Maul aufzufangen und mit den drei Meter langen Reißzähnen zu zerteilen. Van Slyke scheint Recht zu behalten: Zu Beginn werden hier nur hoffnungslos unterlegene Menschen filettiert. Colonel Loomis, Anführer der COG-Streitkräfte befiehlt jedoch, keinen Meter zurückzuweichen.


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