RollerCoaster Tycoon 4 Mobile im Test - Morsches Millionengrab

Atari weckt mit Rollercoaster Tycoon 4 Mobile Hoffnungen an die guten, alten Tage der Freizeitpark-Simulationen – und liefert eine seelenlose Abzock-Hölle. Im Test klären wir, warum nicht nur Fans einen großen Bogen um den iOS-Ableger machen sollten.

von Jan Knoop,
16.04.2014 14:32 Uhr

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Klick. Klick, klick, klick. Warten. Klick, klick. Einen Kaffee holen. Und wieder von vorn. Was sich liest wie das trostlose Dasein eines Redakteurs in der Artikel-Legebatterie, stellt in Wahrheit der Ablauf vieler Social-Media-Spiele auf Plattformen wie Facebook dar: Kurze Eingriffe ins Spielgeschehen stehen langen Wartezeiten gegenüber - sei es für Foschung in Sci-Fi-Spielen, Reisen zur Plünderung des Goblinlagers in Fantasytiteln oder bei Bauvorhaben in Simulationen.

Spieler rümpfen über solche Zwangswartezeiten die Nase. Zu Rcht, denn der einzige Sinn dieser inhaltslosen Pausen ist die so genannte Monetarisierung. Also der Versuch, den Spielern für das Übersprüngen echtes Geld aus der Tasche zu ziehen. Was das mit RollerCoaster Tycoon 4 Mobile zu tun hat? Fast alles - Fans der Serie müssen nun besonders stark sein.

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Farben wie im Fabelbuch

Grellende Farben strahlen uns entgegen, als wir die grünen Auen unseres neuerworbenen Freizeitparks begutachten. Mehr als ein großes Tor, asphaltierte Wege und einige Zierpflanzen erwarten uns nicht, als wir von einer überbunten Gestalt begrüßt werden. Die Dame erklärt uns die ersten Schritte - und so bauen wir unsere ersten Karussells und Frittenbuden.

Bauen ist hierbei jedoch nicht der richtige Begriff, vielmehr warten wir auf die Fertigstellung, nachdem wir mit wenigen Tippern den Grundstein gesetzt haben. Anfangs dauert es nur wenige Sekunden, bis das fertige Objekt eingeweiht werden kann. Später müssen wir Stunden warten - wenn wir nicht unsere Echtgeld-Tickets einsetzen, die wir immerhin in begrenztem Umfang auch im Spiel finden können.

Der Lack ist ab

Ist der Zuckerschock durch die strahlend bunte Bonbonoptik erst einmal verdaut, geht es an die Konstruktion der namensgebenden Achterbahnen: Wir setzen zunächst die Einstiegsplattform, die Strecke legen wir dann stückchenweise fest. Mehr als Grad von Steigung und Kurve können wir jedoch nicht bestimmen - von vorgefertigten Spezialelementen wie Loopings abgesehen, die wir gegen (natürlich) Echtgeldtickets erwerben können. Ist die Bahn fertig, müssen wir nur noch das nötige Kleingeld und einige Tickets für den Baubeginn bezahlen, um dann wiederum zu warten - oder erneut Echtgeldtickets für die Fertigstellung auszugeben.

Statik und Statisten: Wer seine Augen nicht von der kunterbunten Fassade abwendet, sieht immer gleiche Bewegungsabläufe.Statik und Statisten: Wer seine Augen nicht von der kunterbunten Fassade abwendet, sieht immer gleiche Bewegungsabläufe.

Besonders individuell lassen sich die Roller Coaster nicht ausstatten: Lediglich einen griffigen Namen dürfen wir unserer Bahn geben, der den Besuchern in großen Lettern präsentiert wird. Darüber hinaus können wir gegen einen großen Haufen Geld die Farbe der Wagen ändern oder eine Achterbahn aus anderem Material hochziehen - mehr Möglichkeiten bietet Rollercoaster Tycoon 4 Mobile nicht. Das gilt auch für andere Fahrgeschäfte oder Imbissbuden: Abgesehen davon, dass diese manchmal ausfallen und per Fingertipp repariert werden müssen, können wir nur das Essensangebot umstellen - ohne ersichtliche Auswirkungen.


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