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Secret of Mana - Zu dritt im Wald

Square Enix bereitet einen liebgewonnenen Klassiker aus seligen SNES-Zeiten neu auf.

von Thomas Nickel,
10.10.2017 16:30 Uhr

Das Secret of Mana Remake erscheint im nächsten Jahr für PS4, PS Vita und den PC.Das Secret of Mana Remake erscheint im nächsten Jahr für PS4, PS Vita und den PC.

Junge zieht Schwert aus Stein, wird aus seinem Heimatdorf verbannt und muss gemeinsam mit einem blonden Mädchen in Pluderhosen und einem rothaarigen Kobold die Welt retten. So kurz lässt sich der SNES-Klassiker Secret of Mana beschreiben. Fragt man freilich jemanden, der Randi, Prim und Popoi in den 90er-Jahren auf ihrem Abenteuer begleitet hat, dann ist es mit dieser nüchternen Beschreibung nicht getan; Secret of Mana ist gerade in Europa für viele Spieler der erste Kontakt mit Kultentwickler Square (damals noch ohne Enix) und hinterließ bleibende Spuren.

Figuren, Welt, Handlung, Kampfsystem und nicht zuletzt auch die wundervolle Musik von Hiroki Kikuta sind heute ein Teil der kollektiven Spiele-Erinnerung. Da verwundert es doch ein wenig, dass sich Square Enix so viel Zeit genommen hat, den Klassiker mit dem Secret of Mana Remake für ein modernes Publikum aufzubereiten.

Frugale Polygongrafik

Diese Aufbereitung fällt nun tatsächlich auch gar nicht mal so üppig und aufwendig aus, wie es sich der eingefleischte Mana-Fan vielleicht wünschen würde. Denn während das für 2018 auf PS4 und PC angekündigte Action-Rollenspiel beim ersten Anspielen einen recht positiven Eindruck hinterlässt, ist das nicht unbedingt der Verdienst der grafischen Darstellung. Die ist in erster Linie zweckmäßig. Die Umgebung ist, wie es sich für ein Spiel aus der goldenen 16-Bit-Ära gehört vor allem bunt: Pastellfarbene Monster, ein leuchtend blau gekleideter Held und vor allem das satte Grün der Wälder und Wiesen kommen viel farbenfroher daher, als es der Spieler von heute gewohnt ist - und das gefällt.

Mehr zum Thema: Video vergleicht Secret of Mana-Remake mit dem SNES Original

Die neuen 3D-Figuren treffen die 2D-Vorbilder recht gut. Schade ist nur, dass sie beim Reden nicht den Mund bewegen.Die neuen 3D-Figuren treffen die 2D-Vorbilder recht gut. Schade ist nur, dass sie beim Reden nicht den Mund bewegen.

Weniger gefällt aber der überschaubare Detailreichtum der Umgebung. Viele Objekte wirken klobig, Texturen sind zumindest in der gezeigten Version etwas verwaschen. Die Hausdächer im ersten Dorf wurden einfach mit einer groben Ziegeltextur beklebt, und während die Figuren durchaus hübsch wirken, scheinen die fehlenden Mundbewegungen bei Dialogen auch wie eine unnötige technische Sparmaßnahme. Wüsste man es nicht besser, könnte man meinen, man habe es mit einer Mobile-Portierung zu tun. Besonders betont wird das durch die eingeblendete Umgebungskarte: Die zeigt die Pixelgrafik des SNES-Originals und kommt einfach ein ganzes Stück charmanter daher als die neue 3D-Darstellung.

Viele Verbesserungen

Aber Grafik ist eben nicht alles, und an anderen Fronten punktet die Portierung bereits jetzt gehörig. Das Spielgefühl ist dank der sehr sauberen Bildrate feiner als im Original. Wo sich das SNES-Spiel oft eher etwas grob steuerte, könnt ihr eure Treffer jetzt sehr sauber setzen, und das fühlt sich schon gut an. Vor allem hat Square Enix einen der zentralen Mängel des Originals behoben. Dessen Scrollgrenze - also der Bereich, in den die Spielfigur laufen muss, damit die Landschaft sich weiter bewegt - war sehr weit von der Mitte des Bildschirms entfernt. Das hatte zur Folge, dass der Held ständig am Bildschirmrand herumrannte, was nicht nur der Übersicht schadete, sondern auch so manches Monster recht überraschend auftauchen ließ. In der neuen Version ist das behoben und fühlt sich ein ganzes Stück richtiger an.

Eine geisterhafte Stimme ruft den Helden zum Mana-Schwert. Ob er wirklich der Richtige ist, um die Waffe zu führen?Eine geisterhafte Stimme ruft den Helden zum Mana-Schwert. Ob er wirklich der Richtige ist, um die Waffe zu führen?

Ebenfalls neu sind die Texte des Spiels. Besonders in der deutschen Fassung ist das eine signifikante Änderung, da die 16-Bit-Lokalisierung von Nintendo bis heute einen ... Ruf genießt. Viele Spieler empfinden die fröhlich vor sich hin kalauernden Texte mit Lindenstraße und Co. heute noch charmant und nehmen sie als Teil ihrer Jugend wahr, andere wanden sich schon vor mehr als 20 Jahren mit Grausen ab und griffen zur weniger albernen US-Version. Die Texte der Neuauflage sind neu verfasst, sowohl in Englisch als auch auf Deutsch. Egal wie man nun zur alten Übersetzung steht, objektiv gesehen sind die neuen Texte ein großer Fortschritt.

Mehr: Erstes Gameplay aus Secret of Mana zeigt Kampfsystem & Bossgegner

Die damalige Lokalisierung war eng an die Textkästen und den dafür verfügbaren Speicher des japanischen Originals gebunden - und da man in der japanischen Sprache mit weitaus weniger Zeichen weitaus mehr Inhalt und auch Persönlichkeit vermitteln kann, gingen im Original gezwungenermaßen viele Nuancen verloren. Damit nicht genug,verspricht Square Enix auch noch zusätzliche Interaktionen, um die drei Hauptfiguren und ihr Verhältnis zueinander mehr herauszuarbeiten. Löblich!

Irgendwie doch wie damals...

Die übrigen Stärken des Originals bleiben ohnehin erhalten: Hat Randi seine beiden Mitstreiter gefunden, dürft ihr gemeinsam mit zwei menschlichen Mitspielern ins Abenteuer ziehen.Das war damals ein völlig neues Erlebnis und ist auch heute noch ein Detail, das Secret of Mana zu etwas Besonderem macht.

Dem ersten Boss kommt ihr gut bei – achtet darauf, dass eure Angriffsleiste aufgeladen ist. Nur mit seiner Magie kann euch der grüne Bursche gefährlich werden.Dem ersten Boss kommt ihr gut bei – achtet darauf, dass eure Angriffsleiste aufgeladen ist. Nur mit seiner Magie kann euch der grüne Bursche gefährlich werden.

Und dann ist da noch Hiroki Kikutas überragende Musik: Anstatt die Melodien komplett neu zu arrangieren, lässt das Remake die Samples des SNES-Originals angenehm klar und kräftig erklingen. Das Ergebnis ist ein wunderbarer Soundtrack, der heute noch so gut klingt, wie die Spieler von damals ihn in Erinnerung haben. Und allein das genügt schon, um in einer wonnigen Wolke der Mana-Nostalgie zu versinken - grobe Grafik hin oder her.

Secret of Mana - Ankündigungstrailer des Remakes für PS4, PC und PS Vita 1:14 Secret of Mana - Ankündigungstrailer des Remakes für PS4, PC und PS Vita

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