Wolfenstein: The New Order - Olschool-Ballerspaß mit Eigengeschmack

Der Ego-Shooter Wolfenstein: The New Order besinnt sich auf Retro-Gameplay, ohne zur hirnlosen Ballerei zu verkommen. Wieso, erklären wir in unserer Angespielt-Preview.

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Wir sind BJ Blazkowicz, ein blonder, muskelbepackter US-Agent, wie er klischeehafter nicht aussehen könnte. Aber als Held eines überdrehten Ballerspiels wirkt er durchaus passend. In Wolfenstein: The New Order ballern wir uns in BJs Haut durch eine temporeiche Story, die aus allerlei zusammengesponnener Science-Fiction und einem Hauch historischer Fakten beruht. Unser Ziel ist kein geringeres, als die Welt zu retten - und zwar vor General Totenkopf. Der gewiefte Oberfiesling ist drauf und dran, mit seinen Superwaffen die Weltherrschaft an sich zu reißen.

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Es ist 1946 und BJ beginnt seine Mission an Bord eines Transportflugzeugs, was sich als lineare, geskriptete Tutorial-Mission entpuppt. Das ist nicht gerade ein mitreißender Einstieg. Obwohl sich die Entwickler alle Mühe geben, den Luftkampf und das Abstürzen des Fliegers, inklusive waghalsigem Sprung in ein anderes Flugzeug, möglichst reißerisch zu gestalten - er lässt uns kalt. Zu simpel sind unsere Aufgaben, zu offensichtlich die Tatsache, dass wir keinerlei Einfluss auf den Verlauf der Sequenz haben. Am Ende kommt es also, wie es kommen muss: BJ schlägt mittels Bruchlandung an er Deutschen Küste auf. Wir sind zu diesem Zeitpunkt noch ein wenig unterfordert und unsere Laune ist dementsprechend unterkühlt. Doch schnell belehrt uns Wolfenstein: The New Order eines Besseren!

Keine Spur von Nazis
Für die deutsche Fassung von Wolfenstein: The New Order tilgten die Entwickler sämtliche Nazi-Bezüge aus dem Spiel. Diese Änderungen betreffen nicht nur Offensichtliches, wie die Nazi-Symbolik. Es wurde jeglicher Hinweis auf die Nazis getilgt. So ist im Spiel stets nur vom »Totenkopf-Regime« die Rede. Apropos: Der Oberfiesling General Totenkopf trägt im Original einen ganz anderen Namen: Wilhelm »Deathshead« Strasse.

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Viele Wege führen zum Ziel

Nach den finalen Tutorial-Aufgaben wird das Spiel nämlich erfreulich offen und unsere Anweisungen fallen angenehm vage aus. Als nächstes müssen wir uns etwa durch Schützengräben kämpfen und dann zwei Geschütze der Gegner zerstören. Wo die sind, wissen wir nicht. Die Ingame-Karte schweigt sich ebenfalls aus. Auf ihr werden lediglich einige wichtige Punkte markiert und wir sehen darauf nur die Level-Bereiche, die wir bereits besucht haben. Wir spurten also durch Schützengräben, durch Tunnel, Bunker und unterirdische Bahnhöfe und werden dabei kaum bei der Hand gehalten.

Auch wenn die Schützengräben des Prolog-Levels auf diesem Screenshot sehr linear wirken, gibt es doch immer wieder Abzweigungen und Alternativwege. Auch wenn die Schützengräben des Prolog-Levels auf diesem Screenshot sehr linear wirken, gibt es doch immer wieder Abzweigungen und Alternativwege.

Immer wieder stoßen wir auf Abkürzungen. Und nie ist offensichtlich, welcher Weg der richtige ist. Zwar ist das neue Wolfenstein kein Open-World-Shooter, doch viele der Areale sind sehr weitläufig. Da erkunden wir etwa mehrere, miteinander verbundene Etagen voller Alternativrouten, Schleichwege und Nebenräume, bis wir die Geschütze finden. Obendrein stecken die Umgebungen voller Bonus-Items, Geheimräume und versteckter Vorräte. Es lohnt sich, aufmerksam jede Ecke zu untersuchen.

Später, als alle Gegner besiegt sind, schauen wir uns noch einmal ganz genau um und laufen den Prolog-Level noch einmal komplett ab. Wir finden diverse Sammel-Items, Munitionspakete oder in Nischen versteckte Verbandskästen, wir stellen jedoch auch fest: So wahnsinnig offen ist der Level gar nicht. Wir hätten die Geschütze nicht verpassen können. Dennoch hatten wir nie den Eindruck, dass uns das Spiel den Weg vorschreibt.

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