Seit Castlevania gilt Adi Shankar als einer der wenigen Produzenten, die das schwierige Handwerk der Filmumsetzung von Videospielen wirklich beherrschen. Nach mehreren Staffeln für Konami und Netflix sowie dem Capcom-Projekt Devil May Cry, dessen erste Season im vergangenen Jahr lief, kennt er die Mechanismen hinter solchen Vorhaben aus erster Hand.
Nun hat Shankar gegenüber GameSpot das Bloodborne-Projekt von Sony Pictures in den Blick genommen – und seine Einschätzung fällt vorsichtig optimistisch aus.
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Dieses Spiel erinnert optisch an Bloodborne und Dark Souls in Egoperspektive und es kommt eine Demo
Showrunner vs. Aushängeschild: Shankar zieht eine klare Linie
Falls ihr es verpasst habt: Sony Pictures arbeitet aktuell an einer Umsetzung von Bloodborne, das im Verbund mit PlayStation Production und Lyrical Animation produziert wird.
Mitfinanziert wird das Projekt indes von Lyrical Media, das sich laut GameSpot auf erwachsenenorientierte Inhalte spezialisiert – ein gutes Omen für die Bloodborne-Atmosphäre, sollte man meinen.
Shankar selbst bleibt allerdings in diesem Gespräch vorsichtig.
- So frage sich der zynische Teil in ihm, ob es sich bei dieser Ankündigung nur um den Versuch handelt, Kapital aus einem wachsenden Ökosystem zu schlagen.
- Als Vergleichsbeispiele nannte der DMC-Showrunner frühere Fälle, bei denen etwa Basketballstars wie LeBron James (bei Space Jam 2) als Filmproduzenten auftraten, ohne dabei tatsächlichen Einfluss auf den kreativen Prozess zu nehmen – ein Phänomen, das er als "rein performativ" bezeichnet.
Diese "performative" Variante des Produzenten-Daseins sei die wichtige Unterscheidung: Einfach das "Produzenten-Label" zu tragen sei etwas grundlegend anderes, als Showrunner, Autor und kreativer Kopf zu sein.
Der Ratschlag kommt nicht von ungefähr, denn am Bloodborne-Projekt ist der bekannte irische Content Creator Seán "JackSepticEye" McLoughlin beteiligt.
Den irischen YouTuber kennt Shankar zwar nicht, wünsche ihm aber alles Gute – und fügt gegenüber GameSpot hinzu, seine Ernennung sei "ein Schritt in die richtige Richtung". Allerdings bleibt für den Produzenten eine Frage offen:
Die eigentliche Frage ist, wie viel Kontrolle Seán tatsächlich bekommen wird – und ob das hier ein Marketing-Stunt ist. Das traditionelle System bricht gerade zusammen, das weiß jeder. Aber die Creator-Economy ist ein wachsendes Ökosystem, das sich gerade professionalisiert.
Ob McLoughlins Rolle also echten gestalterischen Einfluss bedeutet oder vor allem Reichweite sichern soll – das, so Shankar, werde sich erst noch zeigen.
Wann der Bloodborne-Film erscheint und ob er in die Kinos kommt oder direkt auf einem Streamingdienst landet, ist bislang aber nicht bekannt.
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