Wegen der Hitzewelle habe ich eins meiner liebsten Brettspiele aus der Kindheit wieder ausgepackt - und mich herrlich gezofft

Samara lässt gerade alle Geräte aus, die sie nicht unbedingt braucht. Stattdessen gab’s auf dem Terrassentisch Kindheits-Nostalgier mit einem wunderbaren Brettspiel.

Simples Konzept, aber trotzdem schön taktisch: Das Labyrinth der Meister. Simples Konzept, aber trotzdem schön taktisch: Das Labyrinth der Meister.

Mein Partner und ich hängen abends normalerweise vor elektrischen Geräten: Im Wohnzimmer und Büro laufen Smart-TV, PCs, Konsolen oder Gitarrenverstärker … Weil wir unseren Hobbys oft getrennt nachgehen, sogar häufig mehrere davon gleichzeitig. 

Bei der Hitzewelle, die gerade wie eine Glocke über der Stadt hängt, versuchen wir aber, unsere Wohnung nicht noch zusätzlich aufzuheizen. Für mich war das der perfekte Anlass, mal wieder ein Brettspiel auszupacken, das ich ewig nicht gespielt hatte – und dabei hatte ich richtig viel Spaß (und ein bisschen Beef).

Samara Summer
Samara Summer

Samara war in ihrer Kindheit Brettspiel-Fan und hat mit ihren besten Freund*innen genauso viel analog wie digital gezockt. Heute stehen zwar eher Videospiele auf ihrem Programm, ab und an trifft sie sich aber immer noch zu Spieleabenden. 

Sie ist außerdem eigentlich ein “Sommermensch” und hat mit Hitze am Tag kein Problem. Dass es jedoch nachts nicht abkühlen will, macht auch ihr zu schaffen.

Das perfekte Spiel, um schnell einzusteigen und sich wunderbar zu zoffen

Schon vor einiger Zeit habe ich ein Brettspiel, für das ich als Kind Feuer und Flamme war, günstig als B-Ware abgestaubt: "Das Labyrinth der Meister". Falls ihr nur “Das verrückte Labyrinth” kennen solltet: Beim Meister-Labyrinth handelt es sich einfach um eine etwas anspruchsvollere Variante.

Das ist das grundlegende Spielprinzip: Die Figuren bewegen sich durch ein Labyrinth aus verschiebbaren Kärtchen, auf denen Gänge abgebildet sind. Ziel ist es dabei, zufällig verteilte Gegenstände zu sammeln, die unterschiedlich viele Punkte abwerfen. Bei jedem Zug muss zwingend etwas verschoben werden, sodass sich der Aufbau des Labyrinths ständig ändert. Ist alles gesammelt, werden Punkte gezählt.

Die genauen Regeln hatte ich natürlich längst vergessen, aber das Konzept ist derart simpel ist, dass nicht viel Zeit für das Anleitung wälzen draufging. Und das war – genau wie die Wärmeeinsparung – ein gutes Argument für den Spieleabend. Mein Partner ist nämlich eigentlich eher ein Brettspiel-Muffel, den ich jedes Mal zu einer Partie überreden muss.

Das Schöne ist, dass hinter dem einfachen Regelwerk ein wunderbar taktisches Spielerlebnis steckt. Im One on One-Duell kann man sich gegenseitig ganz herrlich die Tour versauen, wenn man clever vorausplant. Mischen noch bis zu zwei weitere Personen mit, entsteht zwar mehr witziges und unberechenbares Chaos, aber zu zweit ist das Ganze dafür sehr persönlich. Zumindest für mich. 

Das Labyrinth der Meister
Das Labyrinth der Meister
Die Weiterentwicklung des Brettspiel-Klassikers
20 €

Insbesondere, da ich im Laufe der ersten Runde völlig davon überrumpelt wurde, dass ich einem echten Profi gegenübersitze, der das Spiel in seiner Kindheit regelmäßig gespielt und gewonnen hat. Als ich angekreidet habe, dass mir diese Info bislang vorenthalten wurde, hieß es lediglich: “Du hast ja nie gefragt.”

Durch diese Aspekte wird das Labyrinth der Meister noch spannender

Die Regel, dass Züge nicht sofort wieder rückgängig gemacht werden dürfen, sorgt übrigens dafür, dass es keine nervigen Hin-und-Her-Patt-Situationen gibt. Zudem gibt es noch ein paar Besonderheiten, wie ausspielbare Stäbchen, die zwei Züge hintereinander erlauben, aber bei Nichtverwendungen als Punkte zählen.

Das spielt der Rest der GamePro-Redaktion:

  • Auch Tobi und Max greifen wahrscheinlich eher zu analogen Spielen. Bei Ersterem steht "Die Sümpfe von Feya" auf dem Programm, ein Worker Placement-Spiel, in dem man sich als Tiervolk in einem Sumpfgebiet breit macht. Bei Max könnten es möglicherweise Quacksalber und Castle Combo werden.
  • Myki hat dagegen wieder angefangen Monster zu jagen, dieses Mal in Monster Hunter Generation Ultimate und Monster Hunter Rise Sunbreak.
  • Die beiden Schwitzer Basti und Chris ballern sich beide weiter durch Saros und heizen ihre Wohnzimmer noch weiter auf.
  • Rae durchstöbert dagegen erst mal gemütlich den aktuellen Steam Summer Sale und schaut, wohin es sie spontan verschlägt.
  • Und Hannes will Octopath Traveler 2 auschecken, nachdem er Spaß mit The Adventures of Elliot, dem neuen Spiel von Team Asano, hatte.

Daneben hat jede Person drei Gegenstände, die Extrapunkte geben und die alle anderen Mitspieler*innen nicht kennen. Bei denen versuche ich gerne zu bluffen und nicht gleich zu verraten, dass ich sie unbedingt will. Das hat mal besser funktioniert, mal weniger gut. 

Letztendlich haben wir uns gegenseitig das ein oder andere Mal verflucht, hatten aber dabei jede Menge Spaß. Meiner Meinung nach haben wir das “Suppentopf”-Klima perfekt genutzt, um mal was anderes zu machen. Und bis sich die Hitze wieder verzieht, stehen dann noch Akustikgitarren-Sessions, die Gestaltung eines Lost Place-Fotoalbums und ähnliche Aktivitäten auf meinem Plan.

Was macht ihr in den drückenden Abendstunden? Bleibt ihr bei euren Gewohnheiten und genießt womöglich die Vorzüge einer Klimaanlage oder bleiben bei euch Geräte auch mal aus?


Kommentare(3)
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