Sie wollten nur Bugs fixen: GTA-Modder wehren sich gegen Take-Two-Klage

Die GTA Trilogy ist nicht die technisch saubere Neuauflage, auf die Fans gehofft hatten. Modder könnten Abhilfe schaffen oder haben das schon, werden von Take-Two allerdings verklagt.

von David Molke,
18.11.2021 17:33 Uhr

GTA The Trilogy ist für PS4, PS5, Xbox One, Xbox Series SX, Nintendo Switch und den PC erschienen, kommt aber nirgends richtig gut an. GTA The Trilogy ist für PS4, PS5, Xbox One, Xbox Series S/X, Nintendo Switch und den PC erschienen, kommt aber nirgends richtig gut an.

Videospiel-Publisher und -Rechteinhaber wie zum Beispiel Rockstar Games oder Take-Two Interactive geraten immer wieder in den Konflikt mit Moddern. Das wirkt rund um den ernüchternden Launch der GTA Trilogy ganz besonders bitter. Rockstar nimmt die Original-Spiele aus dem Handel, veröffentlicht eine Neuauflage, die viel zu Wünschen übrig lässt und verfolgt diejenigen, die kostenlos daran arbeiten, die altehrwürdigen Originale zu verbessern. Besagte Modder wehren sich allerdings jetzt gegen die Klage und haben zwar sehr gute Argumente, allerdings nicht das Recht auf ihrer Seite.

GTA: Während die Trilogy enttäuscht, müssen sich Modder gegen Rockstars Klagen wehren

Worum geht es hier? Modder haben Anfang 2021 mit Hilfe von Reverse-Engineering den Quellcode von GTA 3 und GTA: Vice City verfügbar gemacht. Das sollte dabei helfen, Probleme in den alten Spielen zu beseitigen und außerdem als Grundlage für andere Modder dienen. Zum Beispiel für Nintendo Switch- und PS Vita-Ports.

Modder wurden verklagt: Wenig später hat GTA-Publisher Take-Two durch DMCA-Takedowns veranlasst, dass die Daten nicht mehr zum Download angeboten wurden. Die Modder haben sich dagegen gewehrt und ihren Code wieder online gestellt. Daraufhin wurden sie im September verklagt und sollten 300.000 US-Dollar zahlen. Jetzt wehren sie sich erneut dagegen.

Es ging nur um Bugs: Die Argumentation der Modder beruht darauf, dass sie keinerlei kommerzielle Interessen mit ihren Aktivitäten verfolgt haben. Im Gegenteil: In erster Linie haben sie daran gearbeitet, Fehler in den Spielen zu beben. Und zwar Fehler, die Take-Two und Rockstar offenbar seit Jahren egal sind. Zumindest wurden seit vielen Jahren keinerlei Patches oder Updates mehr für GTA 3 oder Vice City veröffentlicht, um diese Bugs zu fixen (via: Kotaku).

Mittlerweile sind die beiden Spiele nicht einmal mehr im Original erhältlich. Sie wurden im Vorfeld des Launchs der GTA Trilogy in der sogenannten Definitive Edition aus sämtlichen Stores entfernt. Dieses Remaster legt aktuell allerdings eine Bruchlandung hin. Für die Nintendo Switch mussten wir sogar eine Kaufwarnung aussprechen. Mehr dazu lest ihr hier:

Wie die Sache zwischen den Moddern und Take-Two ausgeht, bleibt unklar. Fest steht nur, dass sich das GTA-Unternehmen aktuell keine großen Freunde unter den eigenen Fans macht. Die wenig befriedigende Neuauflage der GTA Trilogy ist die eine Sache, aber dass Modder verklagt werden, die nicht mehr erhältliche Spiele reparieren, ist nochmal eine ganz andere Qualität.

Fakt ist aber auch, dass Publisher und Entwickler letzten Endes volle Kontrolle über ihr Rechte und Lizenzen haben. Moralisch betrachtet wirkt der Fall überaus unschön, dieser wichtige Punkt sollte hier aber nicht außer Acht gelassen werden.

Wie seht ihr den Fall? Könnt ihr hier Rockstar und Take Two verstehen oder seid ihr ganz auf der Seite der Modding-Community?

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